Kevin Großkreutz über die Prügelei in Stuttgart und den Neustart in Uerdingen

»Ich habe gespürt, wie sie mir mit einer Spritze das Blut aus dem Kopf zogen.«

Wie ist das, wenn man verprügelt wird?
Es hat alles weh getan. Ich habe in der Nacht gespürt, wie sie mir mit einer Spritze das Blut aus dem Kopf zogen.

Der VfB Stuttgart und Sie trennten sich daraufhin.
Es wurde in jenen Tagen geschrieben, geschrieben und noch mehr geschrieben. Es wurde so getan, als hätte ich jemanden umgebracht. Vieles entsprach nicht der Wahrheit.

Laut den Gerichtsakten sollen Sie frontal auf Ihre Angreifer zugelaufen sein und gerufen haben: »Dich lege ich um.«
Die Gerichte haben entschieden. Einen Freund lässt man nicht allein. So bin ich erzogen worden, so bleibe ich. Wenn meine Familie oder Freunde angemacht werden, dann stelle ich mich davor und lebe mit den Konsequenzen.

Fünf Monate nach der Trennung in Stuttgart unterschrieben Sie in Darmstadt.
Die VfB-Fans hatten 50 000 Unterschriften für meinen Verbleib gesammelt, das hat mich beeindruckt. Ich habe damals in der Heimat über alles nachgedacht. Ich habe in der Zeit viele Gespräche mit meinen Eltern geführt und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es kein Fehler in Stuttgart war. Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort. Und dann kam ein Anruf von Torsten Frings, dem damaligen Darmstädter Trainer.

Der wie Sie in Dortmund gespielt hat. Was bedeutet diese Stadt, der BVB, für Sie?
Dat is einfach Heimat. Liebe. Stolz. Und eine Ehre, für diesen Verein aufzulaufen. Ich werde für immer Dortmund-Fan sein, da gibt's nichts anderes.

Ihr schönster Moment mit dem Verein?
Die erste Meisterschaft. Weil es überraschend kam, weil es mein Verein ist. Die Menschen jubeln dir zu und du spürst, du bist einer von denen. Ich lebe ja jetzt wieder hier. Mit meiner Frau, mit meiner Tochter. Wenn ich mit ihr und einem Ball heute Nachmittag in den Garten gehen werde, dann ist das der beste Moment. Ganz ehrlich?

Hm..?
Ich will meine Ruhe haben und Spaß beim Fußballspielen.