Jena-Profi Starke über seine Stammzellenspende


»Wir Namibianer sind sehr stolze Menschen«

Sie verpassen womöglich nicht nur das Finale, sondern auch Teile der Vorbereitung. Für einen Berufssportler kein kleines Opfer.

Unser Doc hat zwar etwas von sechs Wochen Ausfallzeit gesagt. Aber ich werde schon in vier Wochen untersucht und dann wird geguckt: Wie groß ist die Milz? Insofern ist noch überhaupt nicht klar, wie lange ich fehlen werde. Das Problem ist: Für Leistungssportler gibt es bisher kaum Erfahrungswerte. Ich persönlich kenne beispielsweise nur den Fall von Lennard Thy, der auch gespendet hat.

So oder so: Sie werden in den nächsten Wochen auch kein Faustball spielen können!

Das stimmt (Lacht.). Aber ich habe in den vergangenen Jahren ohnehin fast nie gespielt.



Dabei waren Sie immerhin mal namibischer Faustball-Nationalspieler.

Naja: Ich habe mal an einer U18-Weltmeisterschaft teilgenommen.

Was man eben so macht.
Das war ein Hobby, als ich ein kleiner Bengel war. Ich bin in Windhoek in Namibia geboren und habe als Kind neben Fußball auch Faustball gespielt. Aber seitdem ich als 13-Jähriger ins Fußballinternat nach Rostock gezogen bin, habe ich Faustball mehr und mehr links liegen gelassen. Seit der WM habe ich kein einziges offizielles Spiel mehr gemacht. Hier in Deutschland habe ich keine Zeit dafür, da beschäftigt mich der Fußball genug. Nur wenn ich mal im Urlaub zu Hause bin, spiele ich abends eine Runde mit den alten Kumpels.

Dafür kamen seitdem ein paar Fußball-Länderspiele für Namibia dazu.
Ja, allerdings ist meine Situation derzeit etwas schwierig. Denn für mich waren die Länderspiele schon immer eine schwere Entscheidung: Fliege ich jetzt die zehn Stunden runter? Und verpasse deswegen ein Ligaspiel? Der Spielplan in Afrika ist ja nicht auf den der dritten Bundesliga abgepasst. Als ich mich dann einmal, damals spielte ich noch für Rostock, gegen ein Länderspiel entschied und in Deutschland blieb, wurde mir das zum Verhängnis.

Warum?

Weil mir die Entscheidung anscheinend in meiner Heimat übel genommen wurde. Seitdem wurde ich nicht mehr eingeladen. Wir Namibianer sind eben sehr stolze Menschen (Lacht).