Interview: Stefan Bell

Kurioser Sieg gegen den Tabellenführer

Wie muss man sich das in der Kabine vorstellen: Hasten Sie nach dem Training von Mainz direkt zur Vorstandssitzung vom FV Wehr?
Es gibt nur fünf bis sechs Vorstandssitzungen, die alle unter der Woche stattfinden. Ich fahre nur eine Stunde und 15 Minuten zum Verein, von daher ist das alles kein Problem. Einige meiner Mitspieler wissen schon, was ich mache. Schließlich schaue ich bei Auswärtsfahrten auch immer direkt auf die fussball.de-App, um zu sehen, wie der FV Wehr gespielt hat.

Gibt es in Wehr die typischen Unikate des Amateurfußballs?
Ja, wir haben einen Kassierer, der in der zweiten Halbzeit das Eintrittsgeld einsammelt. Er ist seit 30 Jahren dabei und war schon beim FV, als ich noch in der Jugend gekickt habe.

Gibt es noch etwas, was Sie am Amateurfußball besonders schätzen?
Es macht einfach Spaß, da zuzuschauen, weil sich immer wieder kuriose Szenen abspielen. In der Hinrunde beispielsweise hatten wir ein Spiel gegen den Tabellenführer und lagen mit 1:0 in Führung. Dann spielte deren Stürmer unseren Torwart aus und stand allein vor dem Tor. Er schoss und traf die Glaswasserflasche unseres Torwarts, die hinter der Linie stand. Der Ball sprang raus und der Schiedsrichter ließ weiterspielen. Ihm war da die Sicht versperrt worden. Was soll ich sagen, wir gewannen mit 1:0! Solche Geschichten gibt es auch einfach nur in der Kreisliga.