Interview: Frederick Lau

»Weidenfeller kann Serie«

In seinem neuen Film »Spielmacher« mimt der Berliner Schauspieler Frederick Lau einen Ex-Fußballer, der von Wettpaten drangsaliert wird. Privat setzt er bevorzugt auf Siege des BVB. Was vor allem bei seiner Frau nicht immer auf Verständnis stößt.

Gene Glover

Frederick Lau, Ihr neuer Film »Spielmacher« spielt im Sportwettenmilieu. Sie mimen einen Ex-Fußballer, der Nachwuchstalente anwirbt, um Partien zu verschieben. Zocken Sie selbst?
Ich bin schon eine Spielernatur, aber ich setze nur kleine Beträge, fünf oder zehn Euro. 

Als Berliner schon mal im Café King gewesen, wo einst Schiedsrichter Robert Hoyzer auf die schiefe Bahn kam?
Da noch nicht. Wettbüros sind nicht mein natürlicher Lebensraum. Aber Freunde von mir kennen sich da besser aus, die haben mir schon ein paar dubiose Gestalten aus dem Milieu gezeigt.

Ihr höchster Gewinn?
Eine Zweierwette vor ein paar Jahren, als ich unter anderem auf einen Sieg von Bayer Leverkusen gegen den FC Bayern gewettet habe. Hatte ’ne nette Quote, gab 600 Euro. 

Für wie realistisch halten Sie es, dass Fußballspiele im großen Stil verschoben werden?
Seit Wetten auf Jugend- und Amateurspiele möglich sind, man gewissermaßen auf alles wetten kann, passiert da einiges. Ich glaube zwar nicht, dass die Bundesliga in Gefahr ist, aber in kleineren Ligen wird viel mehr Einfluss genommen, als wir alle annehmen.

Sie selbst waren im Judo und Eishockey aktiv. Fehlt Ihnen als Schauspieler manchmal der sportliche Wettkampf?
Den Ehrgeiz, den man als Sportler erlernt, das Gefühl von Siegen und Niederlagen, wird man nie mehr los. Insofern fehlt mir dieses Gefühl, diese Ekstase, ein Tor zu schießen, schon manchmal.

Sind Fußballprofis theatralischer geworden?
Würde ich schon sagen. Schauen Sie sich nur Paradiesvögel wie Cristiano Ronaldo an.

Sie stehen beim Fußball also eher nicht auf Schauspieler?
Ich mag Leute wie Marco Reus, der sein Spiel macht, ohne viele Worte darüber zu verlieren. Der interessiert sich nur dafür, was auf dem Platz passiert und macht kein Drama draus. 

Welcher Spieler bringt Sie auf die Palme?
Thomas Müller finde ich extrem anstrengend. Interviews mit ihm ertrage ich nicht. Er wirkt wie ein Kind. 

Dabei gilt gerade Müller als einer der wenigen, die in Interviews keine vorgestanzten Sätze sprechen.
Es geht ja nicht darum, ob der langweilig oder aufgesetzt ist. Natürlich kann der was, aber ich kann mit ihm einfach nichts anfangen. Wenn er grinsend durch die Mixed Zone geht: Mann, Mann, Mann. Und wieso schießt dieser Holzfuß eigentlich so viele Tore? 

Welcher aktive Fußballer könnte problemlos ins Schauspielfach wechseln?
Roman Weidenfeller würde ich ohne mit der Wimper zu zucken in einer Daily Soap besetzen. Der kann Serie. 

Was macht Sie so sicher?
Gutes Gesicht, die Haare, und auf dem Platz hat er bewiesen, dass er Ansagen machen kann. Oder Roman Bürki. Der ist aber eher ein Typ für ’ne billige US-Soap, so Richtung »Beverly Hills 90210«.