Interview: Emil Forsberg

»Ich glaube, ich werde zwei Tore machen«

Warum ist Schweden ohne Zlatan Ibrahimovic besser?
Das behaupten Sie!

Es ist eine Frage.
Zlatan ist immer ein Thema. Viele wollten ihn zurückhaben. Das wäre nicht schlecht für uns gewesen. Aber er hat Nein gesagt. Dann ist es so.

Waren Sie froh, als die Diskussion endlich beendet war?
Ich bin immer so: Chill. Kommt er zurück - super. Kommt er nicht zurück - auch okay. Dann müssen wir es eben ohne ihn hinbekommen.

Vielleicht profitiert die Mannschaft sogar davon, dass er nicht mehr da ist - weil sich die anderen Spieler nicht mehr hinter ihm verstecken können und selbst mehr Verantwortung übernehmen müssen.
Das kommt automatisch. Zlatan ist unser bester Spieler aller Zeiten, ohne Frage. Deshalb war er für die Öffentlichkeit auch ein Thema. Aber wir Spieler mussten mit der Situation zurechtkommen, wie sie war. Viele wollen beweisen: Wir können es auch ohne ihn. Das haben wir gezeigt. Ich glaube, mit Zlatan ist jede Mannschaft besser. Aber er ist nicht dabei - und wir sind trotzdem für die WM qualifiziert.

Sie haben in der Bundesliga in der vergangenen Saison nur zwei Tore erzielt und zwei vorbereitet. Haben Sie das Gefühl, bei der WM etwas geraderücken zu müssen?
Das kann sein. Aber die Statistik bedeutet mir nichts. Ich war drei Monate verletzt, habe die letzten Saisonspiele wegen meiner Rotsperre verpasst. Ich weiß genau, dass ich nächste Saison auch wieder auf 19 Assists kommen kann wie im Jahr zuvor. Ich fühle mich gut jetzt.

Ihr Großvater war auch Fußballer. Reist er gelegentlich nach Leipzig, um Sie spielen zu sehen?
Nein, das ist zu anstrengend. Er ist inzwischen 90 und sieht nicht mehr so gut. Aber er verfolgt alle Spiele von mir, im Fernsehen oder am Radio. Mein Großvater, mein Vater und ich, wir haben alle drei mit 17 unser Profidebüt gefeiert, alle im selben Verein, bei GIF Sundsvall. Das ist sehr komisch - aber auch sehr cool.

Hätten Sie da überhaupt eine andere Möglichkeit gehabt, als Fußballer zu werden?
Sicher. Ich habe auch Eishockey gespielt, Tennis, Floorball. Ich habe alles probiert. Am Ende habe ich mich für Fußball entschieden. Aber erst mit 17. Eigentlich ist es im Floorball sogar viel besser für mich gelaufen. Da war ich ganz nah an der U-17-Nationalmannschaft. Im Fußball hatte ich viele Zweifel. Ich dachte, es wird schwer, bei den Profis eine Chance zu kriegen. Aber mein Vater und meine heutige Frau haben mir gesagt: „Probier es erst mal beim Fußball! Wenn es nicht klappt, kannst du es immer noch zum Floorball zurückkehren. Umgekehrt dürfte es schwieriger sein.“

Wenn Sie sich einen Spieler aus der deutschen Mannschaft klauen könnten: Wer wäre das?
Uff, das ist ein großes Angebot. Es wäre nicht schlecht jemanden zu haben, der viele Tore schießt. So wie Timo Werner. Aber ich mag auch Özil. Er spielt sehr ähnlich Fußball wie ich. Trotzdem: Timo ist mein Mannschaftskamerad, also würde ich Timo nehmen.

Haben Sie ein bisschen Angst vor ihm?
Nein, überhaupt nicht. Ich freue mich riesig auf das Spiel. Ich glaube, ich werde zwei Tore machen. (lacht)

Das ist mal eine Ansage.
Ihr müsst es nur glauben!