Interview: Emil Forsberg

»Du musst immer träumen«

In der Qualifikation hatte Schweden keine ganz so leichte Gruppe...
...joa...

...mit dem WM-Favoriten Frankreich...
...und Holland ist auch nicht so schlecht. Viele Leute in Schweden, auch die Journalisten, haben schon vor der Quali gerechnet: Okay, neuer Trainer, einige neue Spieler - da kann die Mannschaft viel lernen und zur nächsten Europameisterschaft dann richtig angreifen. Aber wir Spieler haben von Anfang an gesagt: „Wir können das schaffen. Kein Problem.“

Sie haben 2:1 gegen Frankreich gewonnen. Das können nicht viele Mannschaften von sich behaupten.
Natürlich haben wir ein bisschen Glück gehabt. Aber Glück verdient man sich auch, sagt man in Schweden. Wir haben 90 Minuten lang sehr hart gearbeitet. Wir wären auch mit einem 1:1 zufrieden gewesen, aber dann bekamen wir ein Geschenk - und machten sogar noch das Siegtor. Das war zumindest nicht unverdient. Und auch gegen Italien sind wir verdient weitergekommen.

Würden Sie sagen: Schweden hat sich die Qualifikation redlich verdient?
Auf jeden Fall. Wir sind zu Recht bei der WM. Wir haben mit Frankreich eine der besten Mannschaften der Welt geschlagen. Und wir haben in den Play-offs Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal seit 60 Jahren verpasst Italien eine WM-Endrunde. Darauf müssen wir stolz sein. Wir müssen mit dem Gefühl rausgehen, dass es verdient ist, hier zu sein. Wir wollen etwas Großartiges erreichen. Ein bisschen was haben wir schon geschafft, aber wir sind noch nicht zufrieden.

Träumen Sie auch von solchen Erfolgen?
Ja, schon. Du musst immer träumen, du musst immer Ziele haben, sonst wird es schwer, dich zu motivieren. Weltmeister zu sein wäre nicht schlecht. (lacht) Ich habe immer geträumt: von der EM, von der WM. EM habe ich gespielt, jetzt kommt die WM.

Haben sich die Erwartungen in Schweden verändert?
Wir haben selbst dafür gesorgt, dass die Erwartungen gewachsen sind. Die Leute wollen von uns jetzt auch bei der WM gute Ergebnisse sehen. Wenn wir nur ein Spiel gewinnen und Dritter in unserer Gruppe werden, würde es wahrscheinlich Kritik geben - weil wir gezeigt haben, dass wir mehr können. Wenn wir weiterkommen, wäre das keine Sensation. Die Leute würden sagen: Okay.

Könnten die Auftritte gegen Frankreich und Italien ein Modell dafür sein, wie man gegen Deutschland spielt?
Das kann sein. (lacht)

Was lässt Sie hoffen, dass es für Schweden am Samstag zu einer Sensation reicht?
Du musst einfach den Fußball lieben. Egal ob dein Land 83 Millionen Einwohner hat oder 7000. Wenn du daran glaubst, dass du es schaffen kannst, geht es auch. Wir wissen, dass wir nicht die besten Spieler der Welt in unseren Reihen haben. Aber wir wissen, was wir machen müssen, um zu Torchancen zu kommen und um unser Tor zu verteidigen. Natürlich können wir uns gegen Deutschland erst einmal nichts ausrechnen. Aber wir haben die Chance, sie zu schlagen. Wir können es. Da bin ich mir sicher.