Das volle Programm zur WM in Russland
Dieses Special wird präsentiert von: 
vodafone

Interview: Emil Forsberg

»Das ist unsere Stärke«

Dank seines Tores steht Schweden im Viertelfinale der Weltmeisterschaft. Danach redete er mit uns über die Vorteile, nicht Deutschland zu sein, Zlatan Ibrahimovic und das, was er vor der Partie geträumt hat.

imago

Wird Deutschland am Ende des Turniers die einzige Mannschaft sein, die gegen Schweden gewonnen hat?
Haha, kann sein. Aber jetzt sind wir erstmal im Viertelfinale, und ich bin stolz darauf, was wir als Mannschaft geleistet haben. Es gibt kaum offene Spiele, es ist fast immer eng, und darin sind wir gut.

Wie unterscheidet sich das, was Sie in Leipzig spielen von dem mit Schweden hier bei der Weltmeisterschaft?
Wir spielen hier natürlich defensiver. Ich muss auch viel mehr defensiv laufen als in Leipzig. Dort pressen wir hoch, um den Ball möglichst früh zu gewinnen. Mit der schwedischen Mannschaft versuchen wir das Spiel hinten kompakt zu machen. Es ist nicht einfach, gegen uns Torchancen herauszuspielen. Dazu muss man viel investieren, das ist unsere Stärke. Und wir haben die Qualität, die anderen mit unseren Kontern zu bestrafen.

Für einen Offensivspieler wie Sie dürfte das trotzdem undankbarer sein.
Nein, ich mache die Arbeit gerne, weil ich Erfolg haben will. Auch heute konnte man sehen, dass wir alles als Mannschaft lösen. Wir haben nicht die individuelle Qualität wie Deutschland etwa, deshalb müssen wir wahnsinnig viel laufen und uns gegenseitig unterstützen. Das haben wir gegen die Schweiz super gemacht.

Was die Qualität betrifft, würden wir gerne widersprechen: Die haben Sie als »Man of the Match« schon gezeigt.
Ja, es gibt schon Spieler, die diese Qualität haben.

Hat Zlatan Ibrahimovic der Mannschaft eigentlich schon gratuliert.
Ich persönlich habe noch nicht mit ihm gesprochen, aber er wird uns bestimmt gratulieren.

Ist es vielleicht kein Zufall, dass Schweden im ersten Turnier nach Zlatan zum ersten Mal seit 1994 wieder ein WM-Viertelfinale erreicht hat?
Darüber könnt ihr reden, ich tue das nicht.

Sie haben schwedische Fußballgeschichte geschrieben mit diesem ersten Viertelfinale nach 24 Jahren, welche Bedeutung hat das für Sie?
Daran werde ich ich immer erinnern. Von diesem Augenblick habe ich geträumt.

Aber nicht in dem Sinne, dass Sie in der Nacht davon geträumt haben, hier das entscheidende Tor zu schießen?
Doch, schon. Ich habe davon geträumt, für Schweden zu spielen. Ich habe davon geträumt bei der WM ein Tor zu schießen. Jetzt spielen wir im Viertelfinale und Ich träume weiter.

Und was wird dort passieren?
Wir setzen uns vor keinem Spiel unter Druck. Wir sind gegen jeden Gegner Außenseiter, wir sind eine kleine Nation.

Werden Sie eigentlich nach der Weltmeisterschaft nach Leipzig zurückkehren?
Darauf habe ich keine Antwort und konzentriere mich ganz auf die WM.

Es ist also nicht sicher, dass sie bleiben.
Das dürft ihr überlegen.