Haut Heidenheim heute Hertha raus, Marc Schnatterer?

»Vielleicht bekomme ich umsonst Brötchen«

Heute Abend trifft Zweitligist Heidenheim im Pokal auf Hertha BSC. Im Vorfeld spricht FCH-Ikone Marc Schnatterer über Spaghetti Bolognese, KfZ-Kennzeichen und Freundschaften mit Fans.

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Marc Schnatterer, Sie kochen am Abend vor jedem Heimspiel Spaghetti Bolognese. Auch gestern vor dem DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC?
Natürlich. Manchmal kommt eine kleine Gruppe an Mitspielern zum Essen vorbei, manchmal koche ich auch nur für mich. Gestern war ich alleine und habe im Fernsehen nebenbei die Pokalspiele zur Einstimmung verfolgt.

Haben Sie dieses Mal besondere Zutaten hinzugegeben, damit es mit der Sensation klappt?
(Lacht.) Nein. Ich bleibe bei meinem Rezept. Das schmeckt mir ganz gut. Da sind keine Experimente angebracht.

Glauben Sie denn trotzdem an den Halbfinaleinzug?
Sicher. Im Achtelfinale hat sich die Hertha gegen den FSV Frankfurt schwer getan und erst in der Verlängerung gewonnen. Wir wollen das Spiel möglichst lange offen gestalten. Gerade vor heimischem Publikum sollten wir uns nicht verstecken, sondern mutig nach vorne spielen. Sonst frisst man früher oder später ein Gegentor. Deswegen ist es immer besser, wenn man selbst die Initiative ergreift.

Woher nehmen Sie dieses Selbstvertrauen?
Es ist Wahnsinn, wie wir uns entwickelt haben. Wissen Sie: Als wir in die 2. Liga aufstiegen sind, sagten die Leute über unser KfZ-Zeichen HDH, es bedeute: Hinter den Hügeln. Ich lache mit den Leuten. Über kleinere Vereine werden immer irgendwelche Späße gemacht. Das sollte man mit Humor nehmen. Und so etwas spornt natürlich auch an. In den Spielen gegen größere Vereine wollen wir allen zeigen: Heidenheim liegt vielleicht hinter den Hügeln, aber Fußball spielen können wir trotzdem.

Steht der Champagner schon kalt? Oder gibt es Bier?
(Lacht.) Ich habe noch nichts kalt gestellt. Da wir am Samstag wieder spielen, würde übermäßiger Alkoholgenuss nicht allzu viel Sinn machen. Aber ganz klar: Sollten wir das Halbfinale erreichen, wäre das eine einmalige Geschichte. Immerhin stehen wir zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Viertelfinale. Alleine das ist ein Riesending für uns.

Und auch für die Fans. Spüren Sie vor einem solchen Pokalspiel Euphorie in der Stadt?
Natürlich. Bei den Leuten ist das Pokalspiel schon seit mehreren Wochen präsent. Ich wurde sehr oft darauf angesprochen. Die Leute sind heiß auf dieses Spiel. Und es ist völlig legitim, dass sie von einem Sieg träumen. Spätestens wenn heute Abend die Dunkelheit einsetzt, steigt das Kribbeln in der Stadt noch mehr.

Was ist dann in Heidenheim los, wenn es tatsächlich klappt? Kriegen Sie dann beim Bäcker eine Woche umsonst Brötchen?
Wenn wir es schaffen, stelle ich in meiner Bäckerei mal den Antrag, dass ich eine Woche umsonst Brötchen bekomme. Vielleicht klappt es. (Lacht.) Nein, im Ernst: Die Leute freuen sich schon jetzt, dass wir es so weit geschafft haben. Sie werden uns nach vorne peitschen. Und wenn es tatsächlich klappt, ist auch in Heidenheim mal Ausnahmezustand.