Haris Seferovic über Tugce

»Ich wollte die Plattform nutzen«

Nach seinem Tor gegen Dortmund gedachte Frankfurts Haris Seferovic der verstorbenen Tugce A. aus Offenbach. Wir sprachen mit ihm über seine Beweggründe, soziale Verantwortung als Profi und die Reaktionen.

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Haris Seferovic, nach Ihrem Tor zum 2:0 gegen Dortmund gedachten Sie der verstorbenen Tugce A. mit einer T-Shirt-Botschaft. Wie kam es zu dieser Geste?
Ich habe mit einem Freund über den Vorfall in Offenbach gesprochen, da kam uns die Idee und wir haben spontan das T-Shirt gemacht.

Warum ist das Thema persönlich wichtig für Sie?
Es ist so traurig, was da passiert ist. Ich finde, man sollte Anerkennung zeigen, dass Tugce dazwischen gegangen ist. Sie hat viel Mut und Zivilcourage bewiesen. Daran soll man sich ein Beispiel nehmen.

War der Vorfall Thema innerhalb der Mannschaft?
Nein, wir haben nicht darüber gesprochen.

Hat man als Profifußballer eine soziale Verantwortung?
Was heißt Verantwortung? Jeder muss das für sich selbst entscheiden. Ich jedenfalls wollte die Plattform nutzen, um auf diesen Vorfall aufmerksam zu machen.

Waren Sie selbst schonmal in einer Situation, in der Sie Zivilcourage beweisen mussten?
Nein, ich kam noch nicht in eine solche Situation.

Wie sind die Reaktionen? Gab es Reaktionen aus dem Umfeld von Tugce?
Und was für welche. Ich hatte noch gar nicht die Zeit, alles zu lesen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Aktion so durch die Decke geht. Aber ich freue mich, dass ich damit auf Tugces Zivilcourage aufmerksam machen konnte. Das war meine Absicht.

Persönliche Botschaften auf dem Shirt sind eigentlich verboten. Dennoch verzichtet der DFB auf eine Strafe.
Ich kenne die Regel und weiß mittlerweile auch, dass nicht dagegen vorgegangen wird. Es war eine spontane Aktion und ich bin sehr dankbar, dass der DFB in diesem Fall Verständnis hat.