Haben Sie Angst, Marvin Stefaniak?

Wer ist denn Julian Draxler?

Ärgern Sie sich, wenn Sie diese Saison mit Dresden in die Bundesliga aufsteigen?
Wenn wir in dieser Saison wirklich aufsteigen würden, wäre das zwar das Größte, aber der Wechsel wäre dann schon blöd für mich, weil ich mir hier in Dresden ein Standing erarbeitet habe. Ich hätte bestimmt auch in der ersten Liga eine wichtige Rolle für Dresden gespielt. Aber ich glaube, Dynamo ist zufrieden, wenn wir diese Saison in der oberen Tabellenhälfte mitspielen und sich der Verein in den nächsten Jahren in der 2. Bundesliga etablieren kann.

Sie sind einer der wichtigsten Spieler der Dresdner und mit 21 Jahren schon Vizekapitän. Müssen Sie sich da manchmal selber kneifen?
Als der Trainer mich reingeholt und gesagt hat: »Marvin, ich will dich als Vizekapitän«, musste ich mich schon kneifen. Das war ein kleiner Schock, aber im positiven Sinne. Der Trainer hat mir dann Zeit gegeben, darüber nachzudenken. Ich habe das sofort meiner Freundin erzählt und mich danach entschieden, das Amt anzutreten. Es ist bei Dynamo in den vergangenen Jahren einfach sehr gut gelaufen für mich. Jeder Spieler, der hierher kommt und dem Trainer, Sportdirektor und dem Umfeld vertraut, kann sich gut entwickeln.

Ihr Trainer Uwe Neuhaus hätte Sie sicher gerne dabehalten. Wie schwer ist Ihnen die Entscheidung für Wolfsburg gefallen?
Ich habe noch nie etwas anderes als Dynamo Dresden gesehen und deshalb ein bisschen Angst vor dem nächsten Schritt. Wenn ich an den letzten Spieltag denke, bekomme ich jetzt schon eine Gänsehaut. Aber wenn man so jung ist und die Chance hat, in die Bundesliga zu wechseln, muss man sie ergreifen.   

Sie sind der neue Rekordtransfer bei Dynamo. Setzt Sie das besonders unter Druck?
In meinen letzten Spielen hat man gesehen, dass ich mich selber unter Druck setze und zeigen will, was ich kann. Aber ich glaube, ich muss das ausstellen und einfach mein Spiel durchziehen. Generell freut es mich natürlich, dass Dynamo von dieser Ablösesumme profitiert und damit arbeiten kann. 

Haben Sie die Geschichte um Julian Draxlers Wunsch, Wolfsburg zu verlassen, verfolgt?
Nein. Wer ist denn Julian Draxler? (Lacht.) Aber Spaß beiseite. Ich bin Marvin Stefaniak und interessiere mich nur für meine Entwicklung und nicht für andere Spieler. Wenn Julian weg will, dann ist das so. Ich gehe nach Wolfsburg und freue mich sehr auf die Bundesliga.