Grillmaster Flash über Frauenfußball, Grönemeyer und Rehhagel

»Was Jan Delay kann, kann ich auch«

Punk-Sänger Grillmaster Flash geriet in einer Bremer Rock-Kneipe zufällig in die Aufstiegsfeier der Frauenmannschaft vom SV Werder. Nun singt er über den Verein. Ein Gespräch über Musik und Fußball.

Grand Hotel van Cleef

Christian oder Grillmaster?
Christian nennt mich bis auf meine Eltern niemand mehr. Du darfst gerne Grilli sagen.

Grilli, im nächsten Jahr feiert Werder Bremen 120. Geburtstag. Für den Jubiläums-Sampler »Lauter Werder« wurdest du, neben Jan Delay und Revolverheld, gefragt, einen Song aufzunehmen. Musstest du zweimal darüber nachdenken?
Ich dachte mir: Was Jan Delay kann, kann ich auch!

Jan Delay kommt aus Hamburg und ist Bremen Fan. Geht das auch anders herum?
Ich kenne tatsächlich Bremer, die den HSV gut finden. Das geht anscheinend (lacht).

Du hingegen kommst aus Bremen und findest Werder gut. Wie oft bist du im Weserstadion?
Ich versuche bei möglichst jedem Heimspiel dabei zu sein. Fußballgucken ist ein schönes Hobby. Meistens stehe ich in der Ostkurve und brülle die Spieler ganz gerne mal an, auch wenn ich weiß, dass mich keiner hört.

Erinnerst du dich noch an dein erstes Mal brüllen im Stadion?
Ja, das war 1993. Ich war zehn Jahre alt, als mich mein Vater zum Heimspiel gegen Kaiserslautern mitnahm. Besser ist mir allerdings mein zweites Spiel im Gedächtnis - 1995. Wir sahen Otto Rehhagels letztes Spiel auf der Trainerbank – eine Ära ging damals zu Ende. Ich habe trotz meines Alters schon genau verstanden, was abging.

Besitzt du noch ein Trikot aus dieser Zeit?
Mein erstes Shirt war von Dieter Eilts – grüne Ärmel. Das muss von 1996 gewesen sein. Zu jener Zeit war Eilts nicht unbedingt der Spieler, den jeder aufs Trikot wollte. Er war eher der zurückhaltende Typ. Zu mir hat das aber ganz gut gepasst. Das Trikot muss noch irgendwo sein.

Ist Dieter Eilts auch Inhalt deines Songs für das Bremer Charity-Projekt geworden?
Nein, von mir kommt ein Song für die Frauenmannschaft von Werder drauf, die letztes Jahr in die Bundesliga aufgestiegen ist.

Welchen Bezug hast du zum Bremer Frauenfußball?
Die Bremer Damen hatten auf dem legendären »Platz 11«, als Spitzenreiter der zweiten Liga, ihr letztes Saisonspiel gegen Wolfsburg. Nach dem Sieg ging die ganze Mannschaft geschlossen ins »Eisen«, eine Bremer Punk-Kneipe, um den Aufstieg zu feiern. Ich war zufälligerweise auch da. Die Mädels haben auf den Tischen getanzt, randaliert und richtig gut abgefeiert.