Fußballprofi mit Defibrillator

»Ein Bänderriss bedroht nicht dein Leben«

Erinnern Sie sich an eine konkrete Situation, bei der sie das Comeback wieder fest vor Augen hatten?
Der Morgen nach der vierten und letzten Operation war ein prägender Moment. Ich wachte auf und spürte die Herzrythmusstörungen nicht mehr. Da dachte ich, wenn das wirklich so bleibt, dann wird deine Zeit wieder kommen.

Schränkt der Defibrillator Sie auch im Alltag ein?
Jeden Abend um 23.30 Uhr stimuliert das Gerät mein Herz. Das ist sehr unangenehm, und ich versuche sooft wie möglich, vorzeitig einzuschlafen, damit ich mir das ersparen kann. Das ist aber gar nichts im Vergleich zu den Herzrythmusstörungen.  

Können Sie der Leidenszeit im Nachhinein auch etwas Gutes abgewinnen?
Ich habe gelernt, dass die Wichtigkeit der Gesundheit keine Floskel mehr für mich ist. Viele Sachen sehe ich einfach nicht mehr als so schlimm an. Ein Bänderriss, der ist natürlich bitter für Fußballer. Aber er geht irgendwann vorbei, und vor allem bedroht er nicht dein Leben.

Meinen Sie, dass sie irgendwann wieder voll belastbar sein werden?
Schwer zu sagen. Zumindest ist dieses merkwürdige Gefühl an meinem Herzen nicht mehr da. Ich muss lernen meinem Körper neu zu vertrauen. Und das kann eine Weile dauern. Ich glaube nicht, dass ich jemals wieder komplett der Alte sein werde