Freddie Ljungberg und Robert Pires im Interview

»Er für Mumbai, ich für Goa«

Europas Altstars sollen den indischen Fußball aufpeppeln. In der neuen 11FREUNDE #157 berichten wir über die »Hero Indian Super League«, in der auch die Arsenal-Legenden Fredrik Ljungberg und Robert Pirès auflaufen. Wir trafen die beiden Freunde zum Interview.

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157

Robert Pirès, wie verärgert sind Sie, dass Freddie Ljungberg hier in Indien aufgrund seiner Vergangenheit als Unterwäsche-Werbestar viel bekannter ist als Sie?
Robert Pirès: (lacht) Ach, das ist schon ok. Er ist halt nicht nur Fußballer wie ich, sondern auch ein Model und hat damit hier in Indien einfach mehr »Visibility«. Das freut mich für ihn. Aber man sollte nicht vergessen: Er war und ist immer noch ein sehr guter Fußballer. Es ist schon lustig, wir haben fünf Spielzeiten bei Arsenal zusammengespielt und jetzt spielen wir ausgerechnet in Indien gegeneinander. Er für Mumbai, ich für Goa.

Wie gefällt Ihnen Indien?
Freddie Ljungberg: Es ist ein wunderschönes Land. Natürlich alles sehr anders, als da wo wir herkommen, aber ein Aufenthalt hier bringt einen auch weiter in der eigenen persönlichen Entwicklung.
Pirès: Es ist ein tolles Gefühl, hier zu sein. Die Menschen sind sehr hilfsbereit. Keine Ahnung, ob sie zu mir besonders freundlich sind oder ob das hier einfach normal ist. Wir sind für drei Monate hier, da ist es natürlich schön, wenn man mit den Menschen gut zurechtkommt.

Indien ist auch ein Land der enormen Gegensätze...
Ljungberg: Man sieht hier Dinge, die man sich nie hat vorstellen können. Die Leute waren zu mir bisher alle sehr nett, aber wenn man die Armut sieht, in der manche Menschen leben, dann berührt das die Seele sehr. Man weiß gar nicht, was man machen soll.

Was ist Ihre Rolle in der neuen »Hero Indian Super League«?
Pirès: Für Indien ist diese Liga bzw. dieses Turnier sehr wichtig, eine große Chance. Ich bin hier, um den Fußball im Land voranzubringen und weiterzuentwickeln. Ich bin eine Art Lehrer und es gibt viele gute Schüler. Auf dem Platz muss ich niemandem mehr etwas beweisen, ich habe lange in Europa gespielt und in meiner Nationalmannschaft. In Indien will ich zusammen mit neuen Partnern den Fußball genießen.
Ljungberg: Wir internationalen Spieler spüren hier durchaus große Verantwortung. Auf dem Platz helfen wir unseren indischen Mitspielern, wenn es darum geht cleverer zu spielen. Nicht in den ersten 20 Minuten wahnsinnig rennen und danach das Spiel aus der Hand geben und solche Sachen, kleinere taktische Verbesserungen etc. Ansonsten geht es ganz generell um die Zukunft des indischen Fußballs. Wir spielen hier nur bis Dezember, aber unsere Verpflichtung Indien gegenüber geht über diesen Zeitraum hinaus. Jetzt geht es vor allem darum, Aufmerksamkeit für den Fußball zu erzeugen.