FCK-Aufsichtsrat Riesenkampff über den Kuntz-Abschied

»Stolz, für meinen Herzensverein arbeiten zu dürfen«

Ihr Vorgänger im Amt, Professor Dieter Rombach, wurde bei der letzten Mitgliederversammlung nicht entlastet. Mit welchen Empfindungen treten Sie Ihr Amt als Aufsichtsratschef an?
Mit großem Respekt vor der Aufgabe und auch einem gewissen Stolz, für meinen Herzensverein arbeiten zu dürfen.

Anders gefragt: Fürchten Sie sich vor der vehementen »Meckerkultur« im Lauterer Umfeld?
Natürlich erwartet das Umfeld viel, aber am Ende sind wir alle FCKler und wollen das Beste für diesen Verein.

Stefan Kuntz bemängelt, dass er durch die Ansage des neuen Aufsichtsrates, dass z.B. der Einkauf des Spielers Emanuel Pogatetz »sportlich nicht sinnvoll« sei und der Aufsichtsrat im Winter auch keine weiteren Transfers zuließ, praktisch handlungsunfähig geworden sei und sein vorzeitiger Rücktritt somit die einzig logische Konsequenz gewesen sei. Ketzerisch gefragt: War das Ihr Plan?
Wir standen in der Winterpause sportlich nicht da, wo wir sein wollten. Dies hat wie beschrieben bestimmte Auswirkungen auf die Finanzplanung für diese Saison. Dem galt es auch bei möglichen Wintertransfers Rechnung zu tragen.

Waren Sie von der Geschwindigkeit von Kuntz' Entscheidung überrascht?
Ich stand seit meiner Wahl zum Vorsitzenden im engen fast täglichen Austausch mit Stefan Kuntz. Nachdem klar wurde, dass wir eine unterschiedliche Strategie verfolgen, haben wir uns zusammengesetzt und gemeinsam entschieden, was das Beste für den FCK ist. So kamen wir zu dem Ergebnis, den Vertrag zum Ende der Saison aufzuheben. Natürlich ist es eine große Herausforderung, das Team neu aufzustellen. Aber der FCK ist ein großer Verein und ich bin zuversichtlich, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen werden.

Können Sie mir in kurzen Sätzen erklären, wie Sie es schaffen wollen, dass der FCK in kurzer Zeit wieder erstligareif ist?
Wir müssen die Wirtschaftskraft stärken, starke Partner finden, kompetente und erfahrene Leute aus Sport und Wirtschaft an den FCK binden und eine Aufbruchstimmung herbeiführen. Am Ende brauchen wir den sportlichen Erfolg und totale Begeisterung. Beides hängt natürlich zusammen.

Stefan Kuntz hat stets darauf verwiesen, dass sich das Fußballgeschäft gewandelt hat und der FCK sich mit seinem Standortnachteil zwangsläufig schwer tut, mit der Konkurrenz Schritt zu halten. Hat er Recht?
Natürlich haben Vereine, bei denen im großen Maße von einzelnen Personen oder Institutionen Geld investiert wird, einen Vorteil. Aber unsere Region und die ganze Pfalz steht hinter diesem Verein und wir müssen alles tun, um diese Kräfte zu bündeln und dem FCK zur Verfügung zu stellen. Dann haben wir gute Chancen!

Ist der FCK zuletzt zu klein geredet worden?
Der FCK ist ein großer Verein mit einer starken Tradition, einer Region mit einer riesigen Fussbalbegeisterung und hat viel Potential. Darüber wollen wir sprechen und Fans, Unterstützer und Sponsoren auf unserem Weg mitnehmen!

Letzte Frage: Wo sehen Sie den FCK am Ende der Saison 2016/17?
Ich will, dass wir sagen können, dass wir das Maximale rausgeholt haben.