Facebook-Party für Fifa-Präsident

»Blatter bezahlt die Drinks«

Ein Fußballfan aus Holland kündigte zum Spaß eine Sepp-Blatter-Abschiedsparty bei Facebook an. Bislang haben 21.000 Leute zugesagt. Kommt Sepp auch?

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Rodney Bouwhuizen, bei Facebook haben Sie für den Tag der Fifa-Präsidentschaftswahl eine Abschiedsparty für Sepp Blatter angekündigt, in kürzester Zeit haben sich 21.000 Menschen angekündigt. Wer bezahlt die Drinks?
Sepp Blatter, denke ich. Schließlich ist es seine Party, und nach all diesen fürchterlichen Jahren ist er uns das einfach schuldig. Das ist doch das mindeste, was er tun kann.

Eigentlich sind Sie Praktikant beim holländischen Nahverkehr, nun plötzlich erfolgreicher Eventmanager. Wie kam es dazu?
Anfangs war es nur ein Witz. Als ich im Fernsehen sah, wie Blatter seinen Rücktritt anküdigte, rief ich die Gruppe ins Leben und lud meine Freunde ein. Es war ein Fake-Event. Aber innerhalb einer Woche stieg die Teilnehmerzahl auf 10.000. Nun, nach knapp drei Wochen, sind es über 20.000.

Und jetzt müssen Sie es durchziehen?
Mal sehen. Ich habe mit einem Freund überlegt, nach all der Resonanz nun wirklich nach Zürich zu fahren. Vielleicht malen wir auch ein Spruchband.

Nur ein Spruchband? Gibt es kein Programm für die Party?
Bei Facebook gibt es ein Event-Programm, aber das ist natürlich auch nur Spaß. Es gibt auch eine Abstimmung, wer wie nach Zürich fährt. Die meisten reisen per Bierbike oder Polonäse an. Auf der Party wäre eine kleine Rede schön. Und Musik bräuchte man auch. Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der dort auftreten will. (lacht)

In Deutschland gibt es immer wieder mal Probleme mit Facebook-Parties, die aus dem Ruder laufen und dann von der Polizei aufgelöst werden müssen. Nicht dass Sie auch Probleme mit der Justiz bekommen?
Das will ich nicht hoffen. Aber wenn am 1. Dezember wirklich 20.000 Leute nach Zürich kommen, würde das wahrscheinlich wirklich Probleme geben. Andererseits ist es bei Facebook-Events ja meist so, dass man auf »Teilnehmen« klickt und dann nie wieder dran denkt. Ich gehe also mal nicht davon aus, dass tatsächlich Tausende nach Zürich kommen.

Sepp Blatter wird auf jeden Fall in Zürich sein. Wenn er auf einen Drink zur Party kommt, was würden Sie ihm sagen.
Ich würde sagen: Sepp, vielen Dank für deine Mühen, aber wir alle sind nun froh, dass du gehst. Es ist an der Zeit für eine neue Ära bei der Fifa.