Exklusiv-Interview mit einer Banane, die auf Oliver Kahn geworfen wurde

»Ich schäle mich noch heute«

Am 17.05.2008 beendete Oliver Kahn seine Karriere. Höchste Zeit für die berühmteste Südfrucht der Welt, sich endlich zu entschuldigen. 

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Banane, wissen Sie, was heute vor zehn Jahren war?

Sie meinen den 17.05.2008?



Genau.
Natürlich. Damals machte Oliver Kahn sein letztes Spiel.



Sicherlich auch für Sie ein emotionaler Tag, oder?

Ja. Ich werde ganz matschig im Kopf, wenn ich nur daran denke.

Warum?

Ganz einfach: Ich schäle mich noch heute dafür. Ich hätte mich einfach nie in Kahns Richtung schleudern lassen dürfen. Das war nicht in Ordnung.



Haben Sie Kahn denn je persönlich getroffen?

Nein. Ich habe ihn immer knapp verfehlt. Einmal landete ich keine zehn Zentimeter entfernt von seinem Stollenschuh im Strafraum.


Manch andere Banane, die so nah an ihn heran flog, hat Kahn einfach gegessen.

Es klingt gefühlskalt, aber ich kann ihm da gar keinen Vorwurf machen. Wir Bananen sind ja nicht nur lecker, sondern haben auch einen angenehm natürlichen Fruchtzuckergehalt. Optimal für Sportler.

Andererseits machen immer wieder Gerüchte die Runde, dass man auf Ihnen sehr leicht ausrutschen kann. Lag darin nicht auch eine Gefahr für Kahn?
Nehmen Sie es mir nicht krumm, aber ich kann mit diesem Klischee nichts anfangen. Denn jede Banane ist da anders. Auf mir ist beispielsweise noch niemand ausgerutscht. Und ich würde sogar behaupten: Das gilt für meine komplette Staude.

Auch für Keanu?
Zum Thema Keanu Staude möchte ich mich nicht äußern. Nur so viel: Niemand hier war von dieser Whatsapp-Nachricht begeistert.


Verständlich. Dann lassen Sie uns lieber weiter über Kahn sprechen. Warum glauben Sie, wurden gerade Bananen auf ihn geworfen? Warum keine Äpfel? Warum keine Birnen?

Es ist ja so: Wir Südfrüchte gelten im Gegensatz zu deutschen Nahrungsmitteln als etwas temperamentvoller. Vielleicht hat uns das als Wurfgeschoss attraktiv gemacht.



Wie meinen Sie das?

Ich will es Ihnen an einem Beispiel verdeutlichen: Eine deutsche Kartoffel ist nicht so aufbrausend. Die würde nie freiwillig auf den Platz fliegen.

Im Umkehrschluss würde das bedeuten, Sie und andere Bananen hätten damals freiwillig mitgemacht.
Ja und nein. Manche wollten unbedingt. Andere Bananen waren dagegen einfach noch nicht reif genug. 



Sie meinen zu grün hinter den Ohren?

Genau. Aber alle anderen waren begeistert. Kurz bevor wir das letzte Mal auf Kahn flogen, tanzten wir sogar gemeinsam den Bananen-Shake. Im Nachhinein muss ich sagen: furchtbar.


Gibt es denn etwas, dass Sie zum Abschluss des Gesprächs noch loswerden wollen? 

Unbedingt. Oli, es tut mir leid!