Ex-Drittligaprofi Cedric Mimbala über seine Spielsucht

»Präventionsarbeit gibt es kaum«

Wie verbreitet ist das Problem im Profifußball?
In vielen Klubs gibt es Spieler, die am Automaten zocken oder wetten. Leider geben es die wenigsten öffentlich zu. Davon beeinflusst fing ich dann auch an. Aber ich muss klar sagen: Man rechnet nicht damit, dass es sich zu einer Sucht entwickeln kann, weil man nur »nebenher« spielt. Ich habe unterschätzt, wie schnell es geht, dass man nicht mehr aufhören kann.

Wissen die Vereine um die Problematik?
Einige Vereine bestimmt. Es kommt teilweise vor, dass Spieler nach einem Gehaltsvorschuss fragen. Dann ist eigentlich klar, was los ist. Trotzdem geht es im Leistungssport zuallererst darum, seine Leistung zu bringen. Solange die stimmt, ist den meisten Vereinen egal, was der Spieler in seiner Freizeit treibt. Präventionsarbeit gibt es, soweit ich es mitbekommen habe, kaum.

War die Spielsucht auch ein Grund dafür, dass Sie in ihrer Karriere schon für 16 Vereine gespielt haben?
Zunächst nicht. Es lag eher daran, dass ich Berater hatte, die nicht meine sportliche Entwicklung im Kopf hatten, sondern vor allem am schnellen Geld interessiert waren. Deswegen bin ich froh, dass ich inzwischen mit Björn Kron jemanden an meiner Seite habe, bei dem das nicht so ist. Erst bei Wormatia Worms habe ich gemerkt, dass ich durch die Spielsucht dem Druck nicht mehr gewachsen bin. Vorher hat es die Karriere nicht beeinflusst. Weil ich in Worms als Kapitän der Mannschaft eine große Verantwortung hatte, habe ich dann die Reißleine gezogen.  

Sie sind 33 Jahre alt. Wie geht es nun für Sie persönlich weiter? Viele ihrer Fans schreiben, Sie sollen zurück nach Cottbus gehen, wo Sie von 2014 bis 2016 ihre beste Zeit hatten.
Momentan ist alles möglich. Mir geht es wieder gut, genauso meiner Familie, also warum nicht noch ein letztes Mal angreifen? Es stimmt, in Cottbus hatte ich vermutlich meine beste Zeit. Ich denke gerne daran zurück und besuche immer wieder die Heimspiele von Energie, aber momentan stehe ich bei BC Sport unter Vertrag und nachdem wir aufgestiegen sind, möchten wir nun in der kommenden Saison noch einen Schritt weiter gehen. 

Was hat Sie dazu bewogen, mit Ihrer Spielsucht an die Öffentlichkeit zu gehen?
Einer muss es tun. Spielsucht ist ein Problem, das nicht nur im Leistungssport, sondern in der gesamten Gesellschaft auftritt. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen, wenn er sieht, dass ich es geschafft habe. Ich will versuchen meiner Vorbildfunktion gerecht zu werden.