Erstes Pflichtspiel für die Futsalnationalmannschaft

»Wir sind blutige Amateure«

Heute bestreitet die deutsche Futsal-Nationalmannschaft ihr erste Pflichtspiel. Wir sprachen vorher mit Nationaltrainer Paul Schomann über schlechte Startbedingungen und die Vision einer Profiliga. 

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Paul Schomann, heute bestreitet die Futsal Nationalmannschaft gegen Armenien ihr erstes EM-Quali-Pflichtspiel. Wie weit kann es für die deutsche Mannschaft gehen?
Wenn die Mannschaft ihr Potenzial abrufen kann und es schafft ähnlich gut zu spielen, wie in den beiden Länderspielen gegen England, dann dürfen wir uns durchaus berechtigte Hoffnungen auf einen Sieg im Auftaktspiel machen. Danach sehen wir weiter, wie es im zweiten und dritten Spiel läuft. 

Ihre Gegner Armenien, Estland und Lettland wären für die Fußball A-Nationalmannschaft  Kanonenfutter. Wie groß ist der Respekt vor Ihren Gruppengegnern?
Wir haben großen Respekt vor ihnen, denn alle drei Nationalteams sind sicher schon seit zwei Jahrzehnten im Futsal unterwegs. Wir haben dagegen erst begonnen mit den ersten beiden Länderspielen. Aber das heißt für uns nicht, dass wir die Spiele von vorneherein abschenken. Respekt besteht, aber wir möchten durchaus auch die Chance wahrnehmen für die Überraschung im Spiel gegen Lettland zu sorgen, die wir als stärksten Gruppengegner einschätzen. 

Wie sehr hilft es der Beliebtheit von Futsal, dass »Sport1« die Spiele der Elf im Fernsehen überträgt?
Die Übertragung der ersten beiden Futsal-Länderspiele hat großen Anklang gefunden. Es waren im Schnitt 400.000 Zuschauer beim ersten Spiel dabei. Das hat Sport1 gezeigt, dass Futsal für Zuschauer interessant ist. Und deshalb ist Sport1 jetzt auch bei der Qualifikation in Lettland mit dabei und übertragt die ersten beiden Spiele live. 

Gibt es nach den Debüt-Länderspielen einen kleinen Hype?
Die Spiele waren sicherlich attraktiv für die Zuschauer. Es hat sich danach gezeigt, dass es auch von Spielern Anfragen gibt, von denen man es eigentlich nicht erwartet. Wir haben erreicht, dass sich mehr Leute für Futsal interessieren. Aber es muss sich jetzt auch weiterentwickeln, dass es nicht nur beim Nachfragen bleibt sondern, dass wir peu a peu mehr und mehr Mannschaften bekommen in Deutschland, die dann regelmäßig Futsal spielen.

Wie wichtig ist denn die Erfahrung aus dem Fußball, die Lennart Hartmann, immerhin Berlins jüngster Bundesligaspieler, oder Kapitän Timo Heinze mit in das Team bringen? 
Das Fußballtraining ist wichtig, da die Spieler dadurch ihre Fitness mitbringen, die für das unglaublich schnelle Futsalspiel wichtig ist. Bis auf drei der 14 Kaderspieler spielen alle noch zeitgleich Fußball auf Bezirks- oder Landesligaebene. Dort haben sie drei Mal wöchentlich Training. Futsaltraining ist für die meisten nur ein bis zwei Mal in der Woche.