Ein Film zur Meisterfeier des BVB

Dortmunder Jungs

Bevor die neue Saison losgeht, baden wir emotional noch einmal in der Vergangenheit. Filmemacher Joshua Beyer hat die Stimmung während der BVB.Meisterfeier in großartigen Bildern eingefangen. Ein kurzes Interview über Tränen und Fahnenmeere. Ein Film zur Meisterfeier des BVBImago

Joshua Beyer, Sie haben kürzlich das Festival »Cinema Out Of Your Backpack« gegründet. Worum geht's?

Joshua Beyer: Oft ist es so, dass es dem Filmnachwuchs am nötigen Kleingeld mangelt, um sich ein Top-Equipment mitsamt Licht und Ton zu leisten. Ich wollte daher ein Festival schaffen, bei dem die Regisseure ihre Filme mit einem Equipment drehen, das in jeden Rucksack passt.

Eingereicht wurden dann Handyvideos, die man zu tausenden auf Youtube sehen kann?

Joshua Beyer: Ganz und gar nicht. Was viele nicht wissen: Es gibt heutzutage kleine Kameras aus Japan, DSLR-Kameras, die zum Schnäppchenpreis zu haben sind und mit denen man hervorragende Bilder machen kann. Sie sind die Shinji Kagawas des Filmhandwerks.

Welche Vorgaben gibt es bei »Cinema Out Of Your Backpack« außerdem?

Joshua Beyer: Der Kurzfilm sollte etwa drei Minuten lang sein und aus einer Kinofilmidee stammen.

Sie haben den Film »Dortmunder Jungs« gedreht, der außer Konkurrenz läuft. Kommt im nächsten Jahr dann der Kinofilm zum Trailer?

Joshua Beyer: Ein Traum von mir ist es, die BVB-Mannschaft ein Jahr lang zu begleiten. Die Saison 2011/12 wäre ideal, schließlich gilt die Spielzeit nach einer Meisterschaft als immens schwer. Wer wird es weiterhin packen? Wer hebt ab? Wie schafft es der Trainer, die Mannschaft auf dem Boden zu halten? Wie verändert sich die Erwartungshaltung?




Sie haben die Meisterfeier des BVB in Slowmotion gedreht und mit tragender Musik unterlegt. Wieso?

Joshua Beyer: Ich wollte Gegensätze Durch die Slowmotion kann man länger auf den Momenten verweilen und die Musik stellt einen guten Kontrast zu den Bildern dar. So wirken sie noch stärker und vor allem länger. Außerdem wollte ich in der jubelnden und unüberschaubaren Masse – die gesamte Stadt glich einem einzigen schwarz-gelben Fahnenmeer – einzelne Figuren fokussieren und ihre Stimmungen festhalten – diese Close-Ups erzählen mehr als der hundertste Massenshot. Natürlich bedarf es dabei auch ein wenig Glück. Bei Kevin Großkreutz stand ich einfach zur rechten Zeit am rechten Fleck und zoomte bs zum Anschlag.

Anfang und Ende bilden die Erzählungen von BVB-Anhängern.

Joshua Beyer: Ich wollte die Stimme der Fans unbedingt in dem Film haben. Dabei hatte ich wirklich Glück, dass ich den jungen Mann mit seinem alten BVB-Trikot samt Uhu-Schriftzug traf, der mir zudem diese schöne Anekdote erzählte. Sein Vater hatte dieses Trikot einst von Manni Burgsmüller gefangen. Geht's besser? Er ist immer noch der erfolgreichste Dortmunder Torjäger aller Zeiten.

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