Drei-Fragezeichen-Sprecher Oliver Rohrbeck über Fußball-Fälle

»Man müsste die Drei mal zur Fifa schicken«

Oliver Rohrbeck spricht den Detektiv Justus Jonas bei der Kultserie »Drei ???«. Im Stadion nimmt er auf seine Stimme keine Rücksicht – und hat bei gleich zwei Vereinen Dauerkarten.

11FREUNDE
Heft: #
177

Oliver Rohrbeck, wie gefällt Ihnen das Cover unserer aktuellen Ausgabe?


Das sind unverkennbar »Die drei ???«. Ich finde das sehr gelungen, besonders die abgewandelten Namen der Folgen.

Auch »Die drei ???« haben sich bereits umgekehrt mit dem Thema Fußball beschäftigt. 


Sagen wir es so: Wir haben insgesamt 185 Folgen produziert, manche sind gut, andere sind sehr gut. (Lacht.)  Die Fußball-Folgen waren in dieser Einordnung vielleicht »ganz gut«. Meistens hatten sie auch nicht direkt mit dem Thema Fußball zu tun, sondern mit einzelnen Personen in einer Fußballmannschaft. Die Folgen wurden zwar sehr gut angenommen, gerade bei Kindern. Aber gerade die frühen Folgen mit Fußballbezug fand ich wirklich nicht so gelungen.

Warum?
Sie waren langweilig. Aber auf der anderen Seite muss ich sagen, dass sehr viele Folgen lange zurückliegen und mir der Inhalt meistens nicht mehr so präsent ist. Ich bekomme die fertigen Folgen zugeschickt, ich höre sie auf einer Record-Release-Party, aber das war es dann auch. Ich bin nicht derjenige, der jeden Abend mit seiner eigenen Stimme im Ohr einschläft.

Auch der Film hat sich in der Vergangenheit mit dem Fußball oft schwer getan. Eignet sich das Thema nicht für eine fiktive Erzählung?
Das kann sein. Fußball schaut man gerne, weil es in einem bestimmten Wettbewerb stattfindet. Man will die Spannung nachfühlen. Bei einer Beschreibung von Fußballspielen innerhalb eines Hörspiels geht zwangsläufig der Reiz etwas verloren. Populäre Themen wie Fußball bedeuten nicht automatisch ein spannendes Narrativ.

Oliver Rohrbeck liest einen Artikel aus unserem Bundesliga-Sonderheft >>

Aktuell böten sich allerdings einige interessante Fälle für die drei Detektive bei der Fifa oder beim DFB an.
Das ist richtig. Da müsste man die Drei wirklich mal losschicken, das wären typische Fälle. Zumal wir immer auf der Suche nach neuen Themen sind.

Tatsächlich?
Wir haben generell keine Leichen, keine Verletzten in unserer Serie. Da wird es nach 185 Fällen schon schwierig, neue Themen aufzutun. Wir suchen oft nach verlorenen Katzen oder Stimmen aus der Wand. So viele Schlösser und Operndiven wie in den Folgen in Rocky Beach und Malibu kann es in der realen Welt gar nicht geben.

Ist Ihre Figur Justus Jonas Fußballfan?
Eher nicht. Zu trivial. Ihm steht der Sinn nach anderen Dingen.

Und wie ist es mit Ihnen? 
Ich werde oft gefragt, ob Justus und ich Gemeinsamkeiten haben. Dazu kann ich nur sagen: Ich finde es großartig, ihn zu sprechen, aber sonst haben wir nicht viele Gemeinsamkeiten. Ich glaube jedenfalls nicht, dass er mit mir auf Punkkonzerte gehen würde, er hätte da andere Dinge zu erledigen. Ich gehe außerdem sehr gerne zum Fußball, schreie auch gerne Fäkalworte laut auf den Platz und schone meine Stimme nicht.

Haben die Produzenten der Serie keine Sorge, dass Ihnen die Stimme reißt?
Ich achte darauf, dass ich nicht vollkommen heiser aus dem Stadion gehe. Da hilft mir auch meine klassische Schauspielausbildung. Im Theater lernt man, mit dem Zwerchfell zu sprechen und zu schreien. Und: Man muss die langen »Ooooohs« weglassen, das geht total auf die Stimme. Und wenn du doch heiser wirst, musst du einfach ein Bier nachkippen.