Deutsche Studenten im EM-Finale

»Wie 1954 gegen Ungarn«

Studenten der Ruhr-Universität Bochum stehen im Finale der Uni-EM in Kroatien. Kurz vor dem Finale gegen Russland sprachen wir mit Kapitän Christian Mengert.

Privat

Christian Mengert, schon nervös?
Es hält sich in Grenzen. Wir kennen unseren Gegner ja.

Heute um 19 Uhr Ortszeit spielen Sie mit der RUB11, der universitären Fußball-Mannschaft der Ruhr-Universität Bochum im Finale der Uni-Europameisterschaften in Kroatien gegen Russland. Gegen die es in der Gruppenphase eine 0:3-Klatsche setzte. Wie stehen die Chancen fürs Endspiel?
Wir fühlen uns wie die Deutschen 1954 gegen Ungarn (lacht). Und sollte das Spiel so ähnlich laufen, wären wir darüber nicht unbedingt enttäuscht. Die Russen haben eine richtig starke Mannschaft, gerade auf den Außenbahnen spielen Jungs, die sicherlich über Drittliga-Niveau verfügen. Und die Auswahl hat ganz andere Möglichkeiten als wir: der russische Staat hat die Mannschaft mit 120.000 Euro gesponsert, für den Finalsieg würde jeder Spieler 1000 Euro Prämie bekommen.

Was bekommen sie für den Titel?
Ruhm und Ehre und eine sicherlich unvergessliche Partynacht. Mehr ist nicht drin, aber als Student ist man ja bekanntlich genügsam (lacht).

Wie müssen wir uns so ein Uni-Turnier vorstellen? Leicht angetrunkene Geisteswissenschaftler und Jura-Erstsemester, die sich schon morgens um 8 Uhr warm laufen?
Wir bringen schon ein gewisses Niveau mit. Einige Spieler, so wie meine Wenigkeit (FC Kray, d. Red.), spielen in der Regionalliga West und unterhalb der Westfalenliga spielt bei uns niemand.

Wie gut organisiert ist der deutsche Uni-Fußball?
Wir erhoffen uns, mit unserem Auftritt bei diesem Turnier den hiesigen Studentenfußball etwas populärer zu machen. Dafür haben wir uns vor dem Turnier um Sponsoren bemüht und eine eigene Homepage auf die Beine gestellt. Das war alles relativ stressig, hat sich aber gelohnt.

Müssen nur noch die Russen bezwungen werden.
Dafür feilt unser Trainer Adam Fritz gerade noch an der richtigen Taktik. Wir werden gleich von Beginn an voll draufgehen und den Gegner am besten nicht ins Spiel kommen lassen. Dann haben wir tatsächlich eine Chance.

Vielleicht setzen sie einfach wieder aufs Elfmeterschießen?
Gute Idee! Im Viertelfinale gegen die Türkei (6:5) und im Halbfinale gegen Frankreich (4:1) sind wir dem deutschen Elfmeter-Klischee jedenfalls schon mal gerecht geworden.

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