Delmenhorsts sportlicher Leiter über das »Jahrhundertspiel«

»Boah, diese große Kiste«

Nach dem Neustart in der Kreisklasse trifft Atlas Delmenhorst im DFB-Pokal heute im Weserstadion auf den großen Nachbarn aus Bremen. Bastian Fuhrken, sportlicher Leiter, über organisatorischen Horror und eine Prophezeiung von Florian Kohfeldt.

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Bastian Fuhrken, hätten Sie sich ein besseres Los als den SV Werder Bremen für die erste Runde im DFB-Pokal vorstellen können?
Wir haben uns einen Traditionsklub aus der Bundesliga gewünscht und einen der ältesten bekommen. Werder Bremen ist natürlich ein perfektes Los. Dass wir das Spiel dann noch mit einem vollen Weserstadion vergolden können, das hätte ich nie gedacht.

Der Austragungsort war lange ungewiss. Wie kam es letztendlich dazu, dass im Weserstadion gespielt wird?
Vor der Auslosung muss man für den DFB gewisse Unterlagen ausfüllen und drei mögliche Spielorte vorschlagen. Da unser Stadion noch nicht einmal regionalligatauglich ist, habe ich noch Oldenburg und das Bremer Weserstadion angegeben. Beim letzten war mir aber schon ein bisschen mulmig im Bauch, weil ich dachte: »Boah, diese große Kiste, ob wir da wirklich spielen können.« Dass es letztlich wirklich das Weserstadion geworden ist, liegt daran, dass der DFB in der Spielordnung einen Zusatz hat: Wenn die beiden Mannschaften, die aufeinander treffen, zufällig die gleiche Spielstätte angegeben haben, kann dem auch stattgegeben werden.

So kam es dann ja auch.
Genau. Wenn man als Amateurverein so ein großes Los zieht, weiß man nicht, was auf einen zukommt. Man freut sich und feiert ein ganzes Wochenende durch. Wenn man dann die ersten Unterlagen vom DFB bekommt und diese 110 Seiten durchliest, weiß man auf der vierten Seite: Es wird der Horror, das zu organisieren.

Heute Abend gibt es die Belohnung dafür. Was dürfen wir im Weserstadion erwarten?
Eine geballte Power von den Rängen. Wir erwarten eine volle Hütte, eine Stimmung, die wir als Oberligist gar nicht kennen. 4.000 Zuschauer hatten wir mal bei einem Relegationsspiel. Das war Rekord. Und jetzt kommt da noch ’ne Null hinter.

Sie haben kürzlich mit der Mannschaft eine Führung durch das Stadion gemacht. Worauf freuen Sie sich besonders?
Für mich sind die Flutlichtmasten im Weserstadion die schönsten in ganz Deutschland. Ich werde beim Spiel natürlich unten auf der Bank sitzen. Für mich ist das noch ganz weit weg. Das selbst am Rasen zu erleben - das wird mich brutal treffen. Ich habe vor kurzem noch mit Florian Kohfeldt gesprochen. Er ist auch Delmenhorster, wir kennen uns durch unseren ehemaligen Heimatverein, den TV Jahn Delmenhorst.