David Jarolim über den tschechischen Fußball

»Ich denke oft daran, nach Hamburg zurück zu kommen«

2014 beendeten Sie mit 35 Jahren Ihre aktive Karriere in Mlada Boleslav. Sie wurden Sportdirektor, heute sind Sie Co-Trainer. Kitzelt es zwei Jahre nach dem Karriereende noch ab und an im Fuß?
Es ist immer besser, sich zu bewegen, als an der Seite zu stehen und zuzusehen. Wenn wir im Training nicht genug sind, mische ich ab und zu mit. Wenn man so lange gespielt hat, freut man sich in meinem Alter jedes Mal, wenn man mitspielen kann. Schließlich musste ich wegen meines Knies aufhören. Das hat lange durchgehalten. Ich war immer fit, aber am Ende ging es nicht mehr.

Die letzten drei Jahre landete Mlada Boleslav immer unter den ersten vier, aktuell sind Sie auf Platz zwei. Starten Sie den Angriff auf die beiden Top-Klubs aus Pilsen und Prag?
In diesem Jahr ist alles möglich. Wir wollen uns nicht verstecken, aber auch gleichzeitig keine zu großen Töne spucken. Trotzdem wollen wir natürlich vorne bleiben. Wenn man Letzter ist, kann man nur nach oben schauen, und wenn man oben ist, will man so lange wie möglich dort bleiben. Man hat in England letztes Jahr gesehen, dass Wunder passieren können. Man muss immer bescheiden bleiben und im Training gut arbeiten.

Bevor Sie in Mlada Boleslav landeten, wurde ihre Zeit beim HSV nach neun Jahren relativ abrupt beendet. Trotzdem sprachen Sie damals davon, beim HSV Ihre Trainerkarriere beginnen zu wollen. Was ist aus den HSV-Plänen geworden?
Es gab damals einen Anschlussvertrag. Aber die Leute, die diesen Vertrag mit mir gemacht haben, waren dann nicht mehr da. Es braucht vielleicht noch etwas Zeit. Aber ich spiele sehr oft mit dem Gedanken, nach Hamburg zurück zu kommen. Dafür muss aber natürlich auch die andere Seite bereit sein, Gespräche aufzunehmen.

Wie bewerten Sie generell die Entwicklung des HSV?
Mir ist es natürlich lieber, wenn der HSV vorne mit spielt. Fakt ist, dass sie nur einen Punkt haben. Ein guter Start in eine Saison ist immer sehr wichtig, und das haben sie wieder nicht geschafft. Die Mannschaft hat genug Qualität. Nur muss man sich immer wieder neu finden. Jetzt kam wieder ein neuer Trainer, der bringt wieder neue Ideen mit. Und auch der braucht wieder Zeit.