Chemie Leipzig gegen den DFB und Sky

»Es krankt an vielen Stellen«

Als Chemie Leipzig am »Finaltag der Amateure« unter den Augen von DFB-Präsident Reinhard Grindel den Landespokal gewann, gab es warme Worte fürs Amateurwesen und Ehrenamt. Aber kann man sich das Profi-Business DFB-Pokal als Amateurverein überhaupt leisten?
Für viele Amateurvereine ist das eine Riesenherausforderung. Im DFB-Pokal wird deutlich, welche Welten zwischen Profis und Amateuren liegen. Der DFB muss aufpassen, dass diese Schere nicht weiter auseinandergeht. Wir haben das selbst zu spüren bekommen, als wir in diesem Sommer den Regionalliga-Klassenverbleib sportlich zwar geschafft haben, wegen der Misswirtschaft und Insolvenzen von Chemnitz und Erfurt aber absteigen mussten. Der DFB darf nicht zulassen, dass sich Profis auf Kosten von Amateuren finanziell sanieren.

Wie kann der DFB Amateurvereine besser unterstützen?
Der DFB muss viel stärker in die Vereine reinhören. Es krankt ja an vielen Stellen. Viele Dorfmannschaften haben ihre Mühe, elf Spieler zusammenzukriegen. Und ohne Geld geht selbst in den untersten Ligen nichts. Auch die Schiris werden immer teurer. Das führt dazu, dass die Basis allmählich wegbricht. Das wird sich irgendwann bei den Profis rächen.

Bis zum nächsten DFB-Pokalauftritt sind es noch acht Wochen. Was erwartet Gegner Paderborn?
Für uns wird es ein verdammt schweres Spiel, auch wenn wir gegen Jahn Regensburg bewiesen haben, spielerisch mit einem Zweitligisten mithalten zu können. Unsere Spieler werden wieder bis zum Umfallen kämpfen, Fans und Mannschaft sich gegenseitig einheizen. Das wird der Gegner von der ersten Minute an spüren. In Leutzsch ist das Spielfeld klein, die Zuschauer sind ganz nah dran. Im Alfred-Kunze-Sportpark fühlen sich 5.000 Zuschauer an wie 80.000. Das ist ein Kessel! In der Mannschaft setzt das besondere Kräfte frei. Bei uns läuft alles über Einstellung, Kampf und Leidenschaft. Davor hat jeder Gegner Angst.