Cantonas Kung-Fu-Tritt

»Er hat mein Leben ruiniert!«

Vor 23 Jahren streckte Eric Cantona den Crystal-Palace-Fan Matthew Simmons mit einem Kung-Fu-Tritt nieder. Wir haben mit Simmons gesprochen.

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Spezial-Nr. 3

Matthew Simmons, wie erklären Sie sich, was am 25. Januar 1995 im Selhurst Park geschah?
Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort.

Haben Sie auch das Falsche getan?
Ich hätte nicht so nah am Spielfeldrand stehen sollen, dann hätte er mich nicht erwischt.

Eric Cantona behauptet, Sie hätten ihn und seine Mutter aufs Übelste beleidigt.
Das habe ich nicht! Und selbst wenn: Wie hätte er das hören sollen, in einem Stadion voller Menschen? Er war gerade eben vom Platz geflogen, die Leuten johlten, es war ohrenbetäubend. Und da will er ausgerechnet mich gehört haben? Verdammte Lüge!

Sie sagen, die Menge habe gejohlt. Und Sie selbst wollen gar nichts gesagt haben?
Nicht viel jedenfalls. Es war so belanglos, dass ich mich nicht mehr daran erinnern kann. Nichts, was den Angriff gerechtfertigt hätte.

Tat der Tritt eigentlich weh?
Es geht. Nicht so weh wie alles, was danach kam. Ich verlor meinen Job, den Kontakt zu vielen meiner Freunde und Verwandten. Cantona hat mein Leben ruiniert!



Mit einem Exklusiv-Interview, das Sie der Boulevardzeitung »The Sun« gaben, sollen Sie immerhin Geld gemacht haben.
Viel war es nicht. Ich wollte bloß sagen, wie ich die Dinge sehe. Aber diese Journalisten haben mir das Wort im Mund umgedreht. Es war wohl ein Fehler, mit ihnen zu sprechen. Ich bereue das.

Würden Sie eine Entschuldigung von Eric Cantona annehmen?
Es ist nie zu spät. Er müsste sich nicht mal öffentlich entschuldigen. Es würde reichen, wenn er zu mir kommt und wir das unter vier Augen klären. Nur er und ich.

Allerdings sagte er unlängst, der Tritt sei der größte Moment seiner Karriere gewesen. Er bereue überhaupt nichts.
Ach! Cantona ist und bleibt ein Dreckskerl.