Benedikt Höwedes über Schnurrbärte und den »Movember«

»Eigentlich nie glatt rasiert«

»Movember«-Botschafter Benedikt Höwedes über den Kampf gegen Männerkrankheiten und den Oliba von Jürgen Kohler.

Christian Perl

»Movember« heißt die Stiftung, die sich bereits seit Jahren aktiv für die Bekämpfung von so genannten Männerkrankheiten wie Hodenkrebs oder Prostatakrebs einsetzt. In Deutschland setzen sich seit geraumer Zeit auch Fußballer für den »Movember« ein, lassen einen Bart wachsen als Zeichen der Solidarität, spenden oder setzen sich als Botschafter aktiv für die Stiftung ein. Wie der Schalker Weltmeister Benedikt Höwedes.

Benedikt Höwedes, in diesem Jahr fungieren Sie als offizieller Botschafter der »Movember«-Stiftung, die Spenden und mediale Aufmerksamkeit für die Bekämpfung von Männerkrankheiten sammelt. Warum dieses Engagement?
Vor einigen Jahren hat mich Tranquillo Barnetta auf die Sache aufmerksam gemacht. Ich fand dieses Projekt auf Anhieb sehr cool. Auf der einen Seite die visuelle Geschichte mit dem Schnurrbart und auf der anderen Seite, dass dahinter ein wirklich ernstes Thema angesprochen wird. Und zwar auf die häufigsten Krebsarten Prostata- und Hodenkrebs aufmerksam zu machen, die vor allem auch junge Männer betreffen. Dieses Jahr habe ich mit einigen Schalker Kollegen das Team Schalker MoBros gegründet, um so noch mehr Leute zu erreichen. Ich hoffe, dass sich viele Leute auf Movember.com registrieren und sich meinem Team anschließen. Je mehr Schnurrbärte wir wachsen lassen, desto besser. Im Vordergrund steht dabei immer, Spaß zu haben, und damit auch noch etwas Gutes zu tun.

Sie sprachen die Krankheiten an – haben Sie selbst im Freundes- oder Familienkreis so schlimme Erfahrungen machen müssen?
Glücklicherweise habe ich in meinem Umfeld keine Erfahrungen mit solchen Krankheiten gehabt. Aber aufgrund der Tatsache, dass diese Erkrankungen sehr häufig vorkommen, möchte ich gemeinsam mit meinem Team alle Fans dazu aufrufen sich einen Schnurrbart wachsen zu lassen und somit in ihrem  Umfeld auf das Thema Männergesundheit aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln. Damit spreche ich insbesondere die Schalker Fans an – aber es soll ja auch Fans von anderen Vereinen geben, die gerne ein eigenes Team gründen können und sich in der Movember Fußball Challenge gegen meine Schalker Mo Bros messen können. Mal sehen, wer am Ende die meisten Spenden sammelt.

Wie sehr ist das Thema Gesundheit Gesprächsthema in der Kabine?
Für uns als Fußballprofi ist die Gesundheit natürlich allgegenwärtig und das Thema ist auch neben den üblichen Sportverletzungen für uns immens wichtig und deshalb auch häufig Gesprächsthema.



Was macht Ihrer Meinung nach mehr Sinn: Geld zu spenden oder aktiv die eigene Popularität zu nutzen?
Beides. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich durch meine Bekanntheit mehr Aufmerksamkeit für diverse Themen erzeugen und ich Fans und anderen Leuten eine Orientierung an der Sache bzw. Information darüber liefern kann. Darum nehme ich auch bei Movember teil und unterstütze diese Aktion. Aber wichtig ist natürlich auch, dass man nicht nur sein Gesicht und seinen Namen hergibt, sondern auch einen finanziellen Beitrag leistet, den ich selbstverständlich auch gerne gebe.

Welcher Spieler hatte früher den schönsten Schnurrbart im Panini-Album?
Ganz spontan fällt mir da Jürgen Kohler ein! Ein toller Fußballer, Weltmeister – und großartiger Schnurrbartträger.

Wie sieht es bei Ihnen in Sachen Bartwuchs aus?
Eigentlich bin ich selten richtig glatt rasiert, daher stehen immer ein paar Stoppeln in meinem Gesicht. Den Schnurrbart alleine lasse ich aber wirklich nur zu der Aktion von Movember stehen.

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