Benedikt Höwedes interviewt die Beatsteaks

»Papa, ist doch jar nüscht passiert!«

Benedikt Höwedes besuchte mit uns ein Konzert der Beatsteaks und traf im Anschluss Sänger Arnim Teutoburg-Weiß und Schlagzeuger Thomas Götz zum Interview. Ein Gespräch über volle Blasen, WM-Helden und Helene Fischer

imago
Heft: #
157

Arnim und Thomas, was ist wohl anstrengender: 90 Minuten Bühnenshow oder 90 Minuten Fußball?
Arnim Teutoburg-Weiß: Ganz klar die 90 Minuten Fußball! Weil wir die Zeit auf der Bühne viel mehr genießen können als ihr auf dem Rasen. Die Fans kommen ja, um zu feiern. Fußballer müssen für die Party erst mal Tore schießen. Parallelen erkenne ich allerdings im Teamwork. Das muss stimmen. Ob innerhalb der Mannschaft oder innerhalb der Band.


Wie macht sich das bemerkbar?
Arnim: Wir merken sofort, ob sich einer verspielt hat. Das kriegen die Zuschauer vielleicht nicht mit, aber für die Chemie auf der Bühne ist das sehr wichtig.
Thomas Götz: Grundsätzlich glaube ich aber, dass wir in der Vorbereitung und während des Spiels leichte Vorteile genießen. (Lacht.)
Arnim: Wenn ich nach 15 Minuten merke, dass wir die Menge im Griff haben, habe ich den Rest des Abends ein riesiges Grinsen auf dem Gesicht. Wenn du das machst, fragen sich die Leute: Ist der Höwedes bescheuert?


Ach, beim Stand von 5:0 im WM-Halbfinale gegen Brasilien konnte ich auch nicht mehr aufhören, wie irre zu grinsen. 
Arnim: Vollkommen verständlich! Das war ja auch ein magischer Abend, wo die halbe Welt vor der Glotze
saß und sich dachte: Was geht denn hier bitteschön ab?


Uns Spieler übrigens eingeschlossen. Gibt es als Musiker ähnliche positive Schockerlebnisse?
Thomas: Oh, solche Brasilien-Momente habe ich ganz oft! Dann nämlich, wenn ich als Zuschauer bei Rockkonzerten bin und mich eine mir bis dahin eher unbekannte Band umhaut wie mit einem Vorschlaghammer. Zum Beispiel bei den Hot Snakes im Knaack-Club in Berlin. Da stand ich mit Arnim und Peter in der ersten Reihe. Nach dem ersten Song sahen wir uns entgeistert an. Die Hot Snakes führten gerade mit 7:1 gegen Brasilien. (Lacht.)


Wie wichtig ist die körperliche Fitness für eine erfolgreiche Band?
Thomas: Bis ich 35 war, habe ich darauf komplett geschissen. Dann habe ich gemerkt: Wenn du jetzt so weitermachst, stehst du die Konzerte und Touren nicht mehr durch.
Arnim: Wir sind keine Fitness-Gurus, aber jeder sucht sich eine Möglichkeit, um fit und gesund zu bleiben. Im nächsten Jahr feiern wir unser 20. Bandjubiläum, nur noch saufen und rauchen geht da nicht.


Obwohl es ja einige Bands geben soll, wo genau das zum Fitnessprogramm gehört.
Arnim: Stimmt. Zum Beispiel bei uns früher. (Lacht.)