André Golke über den FC St. Pauli, Kiezpartys und Eric Cantona

»So ein alter Dicker in der Mitte«

Nach dem Intermezzo in Stuttgart gingen Sie zurück nach Nürnberg und anschließend zum VfB Lübeck. Dort mussten Sie Ihre Karriere beenden, weil ein Tumor Ihre Niere befallen hatte. Wie gingen Sie damit um?
Ich habe die Diagnose damals erst nicht realisieren können. Ich hatte Riesenglück, weil der Krebs nicht gestreut hatte. Der Tumor war zwar faustgroß, aber nur auf die eine Niere beschränkt. Die Ärzte, übrigens alles St. Pauli-Fans, sagten mir damals: »Du hast Glück gehabt. Wir schneiden das Ding raus, und dann ist alles schick.« So kam es, und danach habe ich ganz normal weitergelebt.
 
Und sogar wieder Fußball gespielt. Sie gaben Ihr Comeback mit über 40 Jahren beim VfL Maschen in der Landesliga. Ein Freundschaftsdienst für den Spielertrainer Dirk Zander?
Nein, ich habe nach meiner Genesung 2002 bei Maschen in der Alten Herren angefangen, aber auch bei anderen Mannschaften im Verein ausgeholfen. So kam es, dass mich manchmal der Trainer von der zweiten Herren anrief und sagte: »Golle, kannst du nicht mal? Du brauchst auch nicht so viel laufen, aber wenn da so ein alter Dicker in der Mitte steht und die Jungs ein bisschen hin- und herschiebt, hilft das schon.« Das habe ich dann gemacht.
 
Sie waren in Hamburg ja Nachbar von Dirk Zander, haben Sie auch abseits des Fußballplatzes viel unternommen?
Ohne Frage, ich werde nie vergessen, wie wir 1989 gegen Borussia Dortmund gespielt haben. Das Spiel wurde wegen der TV-Liveübertragung von Samstag auf Donnerstag vorverlegt, aber wir hatten schon lange für Dienstag einen Mannschaftsabend geplant.
 
Und der wurde nicht verschoben?
Auf keinen Fall! Am längsten waren ein gewisser André Golke und Dirk Zander unterwegs, aber die haben beim 2:1 auch die Tore gemacht.