Alexander Zorniger über den VfB-Neustart

»Der Einzige, der euch helfen kann, bin ich«

Wie kommen Sie eigentlich mit Robin Dutt zurecht? Er gilt als eher distanzierter Typ, sie als Mensch mit ausgeprägter Streitkultur.
Aber das ist doch kein Hindernis für sehr fruchtbare Diskussionen. Er hat viel Erfahrung als Trainer, so dass er mir etwa bei der Zusammenstellung des Trainerteams schon wertvolle Tipps geben konnte.

Wie genau ist die Arbeitsteilung zwischen Ihnen?
Ich habe gleich zu Beginn zu meinen Spielern gesagt: »Der Einzige, der euch helfen kann, bin ich. Ich stelle euch auf und sonst niemand.« Für die Spieler bin ich zuständig. Gleichzeitig rede ich Robin nicht in irgendwelche Transferangelegenheiten rein. Wenn die Berater ein Anliegen haben, regelt Robin das. Und wenn ein Spieler Gesprächsbedarf hat, bin ich die Ansprechstation.

Wie groß ist der Druck, den Sie bei Ihrem ersten Engagement in der Bundesliga verspüren?
Ich habe keinen Druck. Ich habe eine Idee von Fußball. Diesen Weg will ich hier gehen – ohne Wenn und Aber.

Ach, kommen Sie, einer wie Sie hat doch den unbedingten Erfolgsanspruch an sich selbst.
Wissen Sie, als ich Trainer wurde, glaubte ich, wenn ich alles hundertprozentig richtig mache, kann ich nur erfolgreich sein. Ein Trugschluss! Das Glück spielt in diesem Job eine gewichtige Rolle. Ich mache mir keine Gedanken, was in zwei, in fünf oder zehn Jahren ist. Ich bin in diesem Geschäft bislang gut über die Runden gekommen, ich habe eine durchschnittliche Intelligenz, zivilisierte Umgangsformen und ein funktionierendes Netzwerk. Wenn ich keinen Erfolg mehr habe, überlege ich neu. Wissen Sie, was wirklich schlimm wäre?

Wir sind gespannt.
Wenn ich einmal sagen müsste: ›Alex, Du hast alles ganz anders gemacht, als du es dir vorgenommen hast – und jetzt bist Du entlassen.‹ Das könnte ich mir nie verzeihen.

--------

11FREUNDE #165 ist ab Donnerstag, 22.07. im Handel erhältlich. Zum Inhalt geht es hier --->