Alex Manninger übers Angeln und England

»Mein dickster Fang? 40 Pfund«

Alex Manninger, Torwart des FC Augsburg, ist begeisterter Angler. Jetzt wechselt er zum FC Liverpool und wirft seine Rute in den Mersey River aus.

sport-in-augsburg.de
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Alexander Manninger wechselt überraschend vom FC Augsburg zum FC Liverpool. Für unsere Serie »Mal was anderes – Fußballer auf Abwegen« (11FREUNDE #174; bei uns im Shop erhältlich) sprachen wir mit ihm vor einigen Wochen übers Angeln in Deutschland und England.

Alex Manninger, wie und wann sind Sie zum Angeln gekommen?
Ich muss sieben oder acht Jahre alt gewesen sein. Mein Vater hatte einen Arbeitskollegen, der verrückt nach Fischen war. Wir sind öfters mit ihm zum See gegangen. Da ist der Funke schnell auf mich übergesprungen.

Sie haben in Ihrer Karriere bereits für viele Vereine in diversen Ländern gespielt. Wo konnten Sie dem Fischen am besten nachgehen?
Wahnsinniges Glück hatte ich in England, da das Hobby Fischen dort weitverbreitet ist. Als ich bei Juventus Turin gespielt habe, hatte ich einen Privatsee direkt in der Nähe meines Hauses, der voller Kapitale war.

Voller Kapitale?
So nennen wir Fischer ein Gewässer, in dem noch richtig große Fische sind. Das ließ mein Fischer-Herz natürlich höher schlagen.


»David Seaman war ein Riesen-Fischer« (Bild: www.sport-in-augsburg.de)

Haben Sie vor einem möglichen Wechsel dann auch immer mit einem Auge geschaut, ob Sie Ihrer Leidenschaft in der jeweiligen Region nachgehen können?
Auf alle Fälle. Auch als ich nach Augsburg kam, habe ich geschaut, ob das passt.

Haben Sie Ihre Leidenschaft während der Karriere mit Mannschaftskollegen teilen können?
Gerade in England ging das wunderbar, obwohl ich zu meiner Zeit bei Arsenal einer der Jüngsten im Kader war. David Seaman war ein Riesen-Fischer. Als wir uns kennenlernten, dauerte es nicht lange, bis wir zusammen das erste Mal richtig fischen gingen.

Sehen Sie Parallelen zwischen dem Angelsport und dem Fußball?
Ich bin Torwart. Da ist jede Menge Geduld gefragt, weil ich nicht direkt ins Spiel eingebunden bin. Beim Fischen ist es nicht anders. Wenn man an einem schweren Gewässer sitzt, kann es vorkommen, dass man Stunden, wenn nicht Tage auf einen Zupfer wartet. Umso schöner ist es, wenn man den Fisch dann irgendwann an der Angel und somit das Gewässer geknackt hat.

Und wie knackt man das Wasser?
Du musst herausfinden, wo der Fisch steht, was er frisst und wie er sich verhält.


»Du musst herausfinden, wo der Fisch steht« (Bild: www.sport-in-augsburg.de)

Was war Ihr bisher dickster Fang?
Ein 40 Pfund schwerer Schuppenkarpfen. Die größeren Fische nehme ich erst nach meiner Karriere in Angriff.

Was macht das Angeln genau für Sie aus?
Am oder auf dem See zu sitzen, niemanden zu treffen und tagelang alleine oder mit Freunden zu sein, das macht das Fischen für mich so einzigartig. So lerne ich mich am besten kennen, was selbst mit fast 40 Jahren immer wieder eine tolle Erfahrung ist.

Dann mal Petri Heil.
Petri Dank.