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Spieler in den Nationalmannschaften. Wunschtraum oder Belastung für einen Verein?
Seyezon Offline
Dabei seit: 14.06.2015
Servus,
ich muss für mein Seminar das Thema: "Spieler in den Nationalmannschaften.
Wunschtraum oder Belastung für einen Verein?", vorbereiten.

Nun möchte ich euch fragen. Was meint ihr? Warum ist es eine Belastung für
einen Spieler, bzw für einen Verein.
Wenn jemand explizit was über den FC Bayern zu diesem Thema weiß, wäre das
perfekt!

Danke und LG!
Buitre Offline
Dabei seit: 20.09.2014

Hi  Seyezon,

da musst du dich aber jetzt entscheiden: Geht's dir um den Spieler oder den Verein des Spielers?

Denn das macht einen Unterschied. Dass es für den Verein wohl vorwiegend eine Belastung bedeutet, sieht man allein daran, dass sie immer mehr Druck ausüben auf die Spieler, damit sie nicht an solchen Entscheidungsrunden teilnehmen. Aktuell ist RB Leipzig ein Beispiel dafür, die den Kaiserlauterer Kapitän verpflichtet haben und noch einen weiteren, der mir gerade nicht einfällt, und beide im Anschluss die Teilnahme an der U21 Europameisterschaft absagten. Das ist kein Zufall.

Ist aber auch verständlich. Ein Verein, der einen Spieler langjährig verpflichtet, also über eine längere Zeit mit ihm plant, hat nicht daran Interesse, dass der Spieler in dem großen Spotlight einer erfolgreich verlaufenden EM seinen Marktwert so sehr steigert und er internationale Aufmerksamkeit und Begehrlichkeiten erzeugt. Viele Spieler wurden nach einem Wettbewerb mit derarter Beachtung vom Fleck weg gekauft. Große Vereine haben kein Problem damit große Gebote abzugeben. Und wenn ein großer Mäzen wie Abramowitsch erstmal "scharf" auf einen Spieler wird, dann gibt es da finanziell keine Schranken, und so ist leider es, dass Spieler eben in ihrem begrenzten Zeitraum als Profi (ca. 10 hochleistende Jahre) meist keine Bedenken haben bei dem bestbietenden Verein aufzulaufen, egal wie wenig der mit ihren wirklichen Ambitionen zu tun hat.

Wenn der Rubel rollt, rollt er.

Also bringt so eine WM/EM die Spieler eher weg von ihrem sendenden Verein, der evtl. beim Wettbieten nicht Stand halten kann. Oder es verplichten jenen dazu, die Verträge in Dimensionen aufzustocken, auf die sie sich vor der WM/EM nicht eingelassen hatten. Ein Verlustgeschäft so oder so.

Nur sie wollten wirklich jenen Spieler eh schon vorab teuer verkaufen. Ja, dann, wäre das ein Erfolg. Aber Ausbildungsvereine wie Augsburg, Freiburg, Hannover und co. haben eher wenig Spieler bei Nationalmannschaft mit großem Erfolg spielen und meist "lohnenswerte" Spieler mit Klauseln im Vertrag bedacht, um jene überhaupt in ihren Reihen zu halten. Und dann kauft ihnen bpsw. der FC Barcelona die guten Spieler anhand einer Ausstiegsklausel die guten mit 10 Millionen ab. Und daran gewinnen sie dann auch kaum, rechnet man den spielerischen Verlust des Spielers auf.

Der Spieler an sich kann mMn nur gewinnen. Zumindest in jungen Jahren, in denen er noch Prestige gewinnen muss. Er hat die Chance seinen Marktwert zu erhöhen, seine Bekanntheit und sein Können im Vergleich zu anderen guten Spielern unter Beweis zu stellen. Später, wenn er dies alles schon hat, dann wiegt die Verletzungsgefahr vielleicht schwerer, aber davor kann er eigentlich nur gewinnen, so er sich nicht deisler-mäßig verletzt oder den Druck als zu belastend empfindet.

Viel Erfolg.