Veltinsbauch Eufi Offline
Dabei seit: 14.04.2008
Ich war gestern um ca. halb 9 an der Kasse bei Burger King, um mir und meiner Freundin eine Stärkung für den Film "Deep Impact" zu holen.

Auf einmal merkte ich, wie mein Handy vibrierte. Ich dachte mir nichts bei. Wird wohl ein Freund sein, mit dem ich vorher noch getextet habe. Er wars auch, aber seine Nachricht hatte es in sich: Robert Enke ist tot !

Mir wurde schlagartig schlecht von einem Moment auf den anderen. Mir fiel sofort seine Viruserkrankung ein. Ich hab mich gefragt, ob es einen Rückfall gegeben haben kann. An einen Selbstmord habe ich nicht eine Sekunde gedacht.

Als ich dann durch die TV - Sender zappte und im Internet auf mehreren Seiten recherchierte, wurde klar, dass es Selbstmord gewesen sein muss.

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Mich hat noch nie der Tod einer Person, die ich persönlich nicht kenne, so bewegt und traurig gemacht.

Robert Enke war für mich DER SYMPATHISCHTE SPIELER in der Nationalelf. Er hat nie Ansprüche gestellt, große Reden geschwungen im Gegensatz zu einem Lehmann oder Kahn.

Mein Mitgefühl gilt auch Teresa Enke, den Angehörigen und Freunden von Robert.

Ich hoffe mal, dass das Spiel am SA abgesagt wird. Alles andere wäre unwürdig in dieser traurigen Situation.

Nächste Woche ist Hannover zu Gast auf Schalke. Mich erschaudert es jetzt schon, wenn ich daran denke, dass Robert Enke nicht mehr dabei ist.

Ruhe in Frieden, Robert !
BlacK_arrow Offline
Dabei seit: 11.11.2009
Einfach ein klasse Text, mal nicht das übliche.
Ruhe in Frieden, Robert Enke.
sma Offline
Dabei seit: 28.07.2007
Ja, ein wirklich guter Artikel, der es treffend zusammenfasst.
Eigentlich sogar grossartig.

Bin auch der Meinung, dass Enke aus der Zuschauerperspektive betrachtet einer der sympathischsten Spieler war. Stimme aber auch dem Stinkebär zu: darf man nicht machen. Hoffentlich wird dies trotz Medienhype differenziert.
schaafhueter Offline
Dabei seit: 24.03.2009
"Selten hat mich der Tod eines Menschen, den ich persönlich nie kennengelernt habe, so getroffen."

- geht mir genauso....


Danke Dirk fuer die richtigen Worte.....
Gast (nicht überprüft)
ach menno, robert...iss schon bescheuert, dass grad du einem vor augen führen musst, wie differenziert man den tod eines menschen auf grund seiner sympathie betrachtet. hätteste nich machen müssen. und erst recht nicht so mit zug und so. und auch nicht, weil ich dachte, du seist irgendwie stark. du mochtest tiere und du mochtest kinder. beides keine so schlechten charaktereigenschaften. und du warst kein lautsprecher und bei dir musste ich nicht einmal denken "der nu wieder, halt doch mal die fress" und das kann ich eigentlich bei kaum einem spieler deines formats sagen.
alder, ich fand dich großartig. und andere auch. hätteste dir das nich nochmal überlegen können!?

ruhe in frieden und selbigen sollen seine angehörigen und das zugpersonal finden. irgendwann.
nickelchen Offline
Dabei seit: 25.08.2009
man denkt immer man wisse etwas über andere menschen.
man denkt immer sie seien stark.
man denkt immer sie seien glücklich, sie seien zufrieden.
man denkt immer idole seien unsterblich.

und dann merkt man,
dass das alles gar nicht stimmt,
dass man eigentlich gar keine ahnung hat,
dass man doch nicht merkt, wenn es anderen beschissen geht,
dass man so viel trubel um nichts macht.

alles gute der familie.
alles gute den zugführern.
alles gute ihnen, herr enke.
Schumiego Offline
Dabei seit: 11.11.2009
Unfassbar schockiert über diese Nachricht war ich gestern abend...Habe Enke des öfteren auf der Bielefelder Alm live sehen können...ein absolut untadeliger Sportsmann, kein Showtorwart, sonern ein nüchterner Meister seines Faches!
Und es macht die Sache umso unfassbarer, wenn so ein nüchterner, bodenständiger Mensch zu sowas in der Lage ist..kein Spinner wie sie zuhauf in der Bundesliga rumrennen...was muss in ihm vorgegangen sein?
Umso heftiger finde ich die Vorstellung, dass er noch am Sonntag im 96-Tor gestanden hat und wahrscheinlich innerlich schon für sich wusste, das nächste Spiel in der Bundesliga wird ohne ihn stattfinden...ganz schlimm...

Gespannt bin ich auf die Reaktion der nun betroffenen Trauergemeinde..was wird am WE?? Kann man unter solchen Umständen ein Länderspiel stattfinden lassen?? jeder normal tickende mensch mit einem gewissen Maß an Anstand, kann sowas glaube nicht gut heißen...
Aber ich denke, die DFB-Mafia wie ich sie immer so schön nenne, wird versammelt dastehen, ein paar medienwirksame Trauermienen aufsetzen, salbende Worte erzählen und es geht dann weiter unter dem Motto The Show Must Go On..argumentiert mit solchen Sachen wie: Wichtiger WM-Test, Robert hätte es so gewollt und die Fans haben schon Tickets...
Und genau da kommt die ganze Krankheit unsrer Gesellschaft zum Ausdruck..Hauptsache die Kohle stimmt....
Hotte80 Offline
Dabei seit: 11.07.2007
Was soll dieses blöde Gelaber, das er das nicht hätte tun dürfen? Das er es nicht hätte so tun dürfen. Aus diese Art und Weise?
Ein junger, körperlich gesunder Mensch ist gestorben. Er hat das an sich Unvorstellbare getan. Weil er keinen Ausweg aus einer verzweifelten Lage wusste. Und ihr verurteilt ihn, weil er sich vor einen Zug warf, weil nun auch der Lokführer und möglicherweise auch noch andere Personen gezeichnet sind.
Um eines vorwegzunehmen: Mit ist klar, das vor allem der Lokführer schwer an diesem Geschehen zu tragen haben wird. Ich möchte so etwas nicht erleben müssen. Nie, nie, nie möchte ich direkt am Tod eines Menschen beteiligt sein. Niemals. Eine Horrorvorstellung, z.B. als Fahrer eines Wagens einen anderen Menschen zu Tode zu fahren, unter welchen Umständen auch immer.
Auch ich wünsche dem Lokführer und allen anderen Personen, die mit dem Geschehen konfrontiert wurden, alle Kraft um das Erlebte verarbeiten zu können.
Aber das Robert Enke noch nachzurufen, finde ich unanständig.
Hat irgend jemand eine Ahnung, wie es in ihm ausgesehen hat?
Hat irgend jemand eine Vorstellung davon, wie sehr man Gefangener seiner eigenen Gedanken sein muss, um nur noch diesen einen Wunsch zu haben, nämlich aus dem Leben zu scheiden?
Glaubt ihr wirklich, das so ein Mensch noch zu rationellen Denken fähig ist und überhaupt darüber nachdenken kann, wie sehr er anderen Menschen mit in Abgründe reisst?
Was ist denn die „richtige“ Art, seinem Leben ein Ende zu setzen?

Robert, so sehr ich fest daran glaube, das es etwas gibt nach dem Leben, so sehr wünsche ich Dir, das Du den Frieden findest, den Du im Leben offenbar nicht gefunden hast.
HomerJay Offline
Dabei seit: 20.03.2004
Kann mich nicht erinnern, dass mich der Tod eines Menschen, den nicht einmal persönlich kannte, so mitgenommen hat.

Wünsche den Hinterbliebenen viel Kraft. Und vor allem einigermaßen Ruhe vor den Medien.
ode Offline
Dabei seit: 27.06.2006
@uczen: Ups... Ich kenn es leider nur daher... Danke für die Aufklärung!
auchda Offline
Dabei seit: 11.11.2009
Im DSF redet sich Hobby-Psychologe Thomas Hermann um Kopf und Kragen.

"Worüber man nicht reden kann, darüber muss man schweigen."
Mr Pylz Offline
Dabei seit: 08.10.2009
Mit diesem Artikel ist dann jetzt alles gesagt was uns Außenstehende angeht und was uns interessieren sollte.
suppenhuhn Offline
Dabei seit: 06.08.2009
Dunkle Novembertage können nicht trauriger aufhören und wieder anfangen, als diese, die wir gerade erleben.

Großes Mitgefühl für alle die Robert Enke zurückgelassen hat.

Und große Anerkennung für den Umgang mit dem Geschehenen. Schon gestern Abend wurde durch die Nachricht, dass es Selbstmord war, sämtlichen pietät- und würdelosen Spekulationen schon im Vorfeld der Boden entzogen. Auch bei der Pressekonferenz mit der mutigen, bewundernswerten Frau Enke, haben alle Beteiligten ihren großen Respekt gegenüber Robert Enke, meines Erachtens, durch ihre Ehrlichkeit und Offenheit unter Beweis gestellt.

Robert Enke hinterlässt eine große Leere und unendliche Trauer. Möge er seine Ruhe finden.
J_m_k Offline
Dabei seit: 11.11.2009
Hier und heute kommt das 11Freunde-Trainingsjacken-Hornbrillen-Milieu doch an seine Grenzen. Selbstbeweihräucherung und halbgebildetes Zitieren von Wittgenstein-Sätzen. Tja, der Pöbel will mal wieder nicht so, wie sich das ewige Studenten ausdenken und guckt Live-Sendungen auf N-TV. In Wahrheit passiert gerade etwas Schönes: Am Fernseher entwickelt ein notwendigerweise extrem ausdifferenziertest Land so etwas wie ein kurzzeitiges kollektives Gefühl. Und ihr labert über Mainstream und Kommerz und stellt euch als moralisch höherwertige Menschen dar. So war das immer schon: Hornbrillen-Milieu rümpft die Nase über das Volk und seine Mediengewohnheiten. Alles nur eine völlig ungerechtfertige Selbsterhöhung. Über den Tod eines prominenten Menschen kann man sehr wohl sprechen. Und es nützt sogar, wenn man damit Missstände beheben kann, die Depressionen begünstigen können. Dämliches, altkluges Geschleime vom Autor.
GTEvo Offline
Dabei seit: 14.10.2008
"Für heute, für morgen, wer weiß, wie lange, geht uns das nichts an. Wir müssen berichten, irgendwie. Aber wie weit darf das öffentliche Interesse gehen? An diesem Abend spüren wir die Grenzen aufs Deutlichste. Worüber man nicht reden kann, darüber muss man schweigen."

Respekt Dirk Gieselmann!


Ruhe in Frieden RobertEnke
Holger
monsieurfischer Offline
Dabei seit: 11.11.2009
stellt euch doch mal die frage, inwiefern wir als gesellschaft am tod von robert enke mitschuld sind...? und verantwortlich für all die selbsttötungen tag für tag...

hier ein paar gedanken zum thema robert enke und suizid:

http://www.monsieurfischer.ch/2009/11/wir-sind-schuld-am-tod-von-robert-...
monsieurfischer Offline
Dabei seit: 11.11.2009
stellt euch doch mal die frage, inwiefern wir als gesellschaft am tod von robert enke mitschuld sind...? und verantwortlich für all die selbsttötungen tag für tag...

hier ein paar gedanken zum thema robert enke und suizid:

(http://www.monsieurfischer.ch/2009/11/wir-sind-schuld-am-tod-von-robert-... Link)
hoffe Offline
Dabei seit: 11.11.2009
man muss sich doch mal fragen, wie unsere gesellschaft mit psychisch kranken umgeht. weshalb wird es einem unmöglich gemacht, offen über seine probleme zu reden, anderen mitzuteilen, was in und mit einem vorgeht? fragt sich überhaupt irgendjemand, weshalb es robert enke unmöglich gemacht worden war seine vermeintliche "schwäche" öffentlich zu benennen. man denke an sebastian deisler, der zur schwulen "deislerin" gemacht wurde, als er mit seinen depressionen an die öffentlichkeit ging. was für ein beschissenes, mittelalterliches macho-männerbild kursiert hier eigentlich in meinem lieblingssport und in der gesellschaft überhaupt, dass ein kranker mensch offensichtlich so verschüchtert ist, sich nicht offen zu seiner krankheit äußern zu können? hier hat unsere gesellschaft noch viel arbeit zu leisten, denn die zahl psychischer erkrankungen ist nachweislich nicht im sinken begriffen. psychisch kranke erfordern ein ganz anderes maß an verständnis und gesprächsbereitschaft, als dies bei "gesunden" menschen der fall ist. ein "reiß dich halt zusammen" ist hier äußerst unproduktiv, denn diese menschen reißen sich schon mehr zusammen, als die meisten gesunden es jemals könnten. verständnis, verständnis und noch mal verständnis, empathie, die kunst die den menschen zum menschen macht ist hier vonnöten. solange wir nicht dazu bereit sind ihnen das zu geben, werden wir sie weiter über die klinge springen lassen. robert enke war einer von ihnen.
p.s.: das verständnis sollte sich auch bis nach dem tod hinaus erstrecken. dass ein suizidant nicht in der lage ist, die folgen seiner handlung für angehörige und beteiligte zu berücksichtigen, ist nachvollziehbar, wenn man sich einfach mal die tragweite dieser handlung für den betroffen SELBST vor augen führt. er wird sein leben verlieren, alles was er hat, seine existenz beenden und er WÜNSCHT sich dies sogar, da die schmerzen des alltäglichen lebens nicht mehr erträglich sind. in solchen momenten, so leid es mir tut, würde niemand mehr an lokführer oder angehörige denken. wer das gegenteil behauptet, leidet an einer anmassung, die seinem bescheidenen kenntnisstand in bezug auf psychische erkrankungen widerspiegelt.
nochmals: ich betrauere robert enke, meine gedanken sind bei ihm und seiner familie.
ColePorter Offline
Dabei seit: 16.09.2005
@ Monsieur:

Zugegeben, guter Artikel, aber diese Eigenwerbung und Selbstbeweihräucherung deines Blogs stinkt.

"Täglich neu erfahren Sie hier Geschichten aus dem globalen Mikrokosmos des frankophilen Eidgenossen Monsieur Fischer. Sein angestrebtes Ziel ist es - neben der Weltherrschaft - diesen Blog einmal unter der wärmenden Sonne der französischen Provence betreuen zu können. Umgeben von Pinienbäumen, zirpenden Grillen, Lavendelgeruch und einem Glas Pastis in der Hand."
Jaja, der kulturbeflissene, "frankophile" Lebemann...*gähn*
J_m_k Offline
Dabei seit: 11.11.2009
Die größte Pietätlosigkeit besteht darin, einen triefenden Text zu verfassen, der so tut als sei Robert Enke der beste Kumpel von Herrn Gieselmann gewesen. So liest sich das. Eine Geschmackslosigkeit. Der ganze Text trieft, ein ungeheurer Kitsch. Möge der sogenannte Herr Gieselmann sich an sein eigenes Schweigegebot halten, ehe es noch peinlicher wird.
volker_hh Offline
Dabei seit: 27.01.2006
Sorry Leute, aber ich kann nur verständnislos den Kopf darüber schütteln, was hier teils veranstaltet wird.

Gut und richtig, zu diskutieren, wie die Medien damit umgehen bzw. umgehen sollten usw. - aber doch bitte zu gegebener Zeit. Sich heute darüber so derart an die Köppe zu kriegen bzw. aus dem Fenster zu lehnen, ist mir unverständlich. Ist das Ignoranz gegenüber dem Geschehenen oder sind es gar ungelenke Profilierungsversuche? Ich hoffe nicht.

Ich für meinen Teil habe heute Mittag die PK aus Hannover im TV gesehen, ja, und ich bin immer noch völlig fertig. An Arbeit ist nicht mehr zu denken, stattdessen möchte ich meine Gedanken nach der PK auch an dieser Stelle nochmal loswerden.

Das Alles ist unfassbar und eine grosse Tragödie. Versagensängste und das Gefühl, sich nicht offenbaren zu dürfen, weil man ihm und seiner Frau dann vielleicht die Adoptivtochter wieder wegnimmt. Und im Hintergrund die Tatsache, schon das erste Kind nach langem Kampf verloren zu haben. Dazu die Angst, dadurch auch im Fußballgeschäft "durchzufallen", von der Fußballfamilie ausgeschlossen zu werden. Unvorstellbar, welch riesigen Druck er da in sich aufgestaut haben muss.

Verfluchte Anforderungsmuster und Erwartungshaltungen! Scheiss Gesellschaft, scheiss Maschine Profifussball, in denen es anscheinend nicht ansatzweise gelingt, Menschen mit Problemen vorbehaltlos dazu zu ermuntern, sich zu offenbaren und helfen zu lassen!

Und dann sitzt seine Frau keine 24 Std. danach in der PK und spricht darüber in der Öffentlichkeit. Spricht auch darüber, wie sie selbst immer wieder versucht hat, Robert seine Ängste zu nehmen und ihm den Glauben an die gemeinsamen Perspektiven trotz aller Probleme wiederzugeben. Mein allergößter Respekt gilt dieser Frau, ebenso meine Anteilnahme. Ich wünsche ihr und ihrem Kind von ganzem Herzem, dass sie es schafft, die Zukunft trotz dieser Tragik zu meistern und irgendwann doch wieder ein fröhliches, glückliches Leben führen zu können.

Wie alle Anderen hier, kannte ich Robert Enke natürlich nicht persönlich, dennoch geht es mir sehr Nahe, da auch ich ihn immer als einen der ganz wenigen Fußballer wahrgenommen habe, hinter dem nicht nur ein -im Bezug auf Können und Fairness- herausragender Sportler steckt, sondern auch ein kluger, sensibler Mensch. Letztlich genau das, was ich als vorbildlichen Sportsmann verstehe. Und genau als das werde ich mich, als Mensch und Fussballfan, sicher noch lange an Robert Enke erinnern.
DOM_Brussels Offline
Dabei seit: 22.05.2008
Wunderbarer, gefühlvoller Beitrag Herr Gieselmann. Es gibt Momente im Leben, in denen sollte man schweigen, einfach schweigen. Aus Mitgefühl, aus Respekt, aus Taktgefühl. All dies scheint dem heute vorherrschenden Medienzirkus abzugehen, welche Nachrichtensendung man auch einschaltete, überall liefen diese scheusslichen Bilder von dem Bahnübergang, an welchem das Unglück geschah. Ich brauche so etwas nicht, ich WILL so etwas gar nicht sehen.

Mein ganzes Mitgefühl gilt seiner Frau, seinem Kind, dem Rest seiner Familie und denjenigen, die in das Unglück involviert waren.
Robert Enke war für mich einer der sympathischsten Fussballer der Gegenwart. Es ist natürlich schwer dies zu beurteilen, wenn man ihn nie persönlich gekannt hat und man selbst, wenn man mit einem engen Kontakt hatte, nie wissen kann, wie es in einem Menschen aussieht. Doch er war in dem Sinne nie anmassend, hat sich nie überflüssig in die Öffentlichkeit gedrängt und schien im Gegensatz zu manchem Kollegen überaus freundlich, bescheiden und zurückhaltend.

Requiescat In Pacem, Robert Enke
heenzketchup Offline
Dabei seit: 11.11.2009
Macht Euch doch nichts vor. Jeder der gestern vom Tod Robert Enkes erfahren hat, hat sich doch irgendwelcher Medien bedient, um mehr darüber zu erfahren. Natürlich ist es lobenswert, daß 11Freunde sich auch in diesem Fall von allen anderen abhebt und sehr angemessenen und seriösen Journalismus betreibt. Trotz aller Trauer und Fassungslosigkeit finde ich es aber heuchlerisch alle anderen Medien pauschal zu verurteilen. Der Presserummel war zu erwarten und das keiner der letzte am Tatort sein will ist auch klar. Es bringt nichts aus Verzweiflung auf Reportern rumzuhacken, die nicht mehr als ihren Job machen. Einen Menschen wie Robert Enke muß man heute im Profisport wirklich suchen. Auch ich bin sehr traurig,daß er diesen Weg gegangen ist.
goise Offline
Dabei seit: 25.05.2009
@ j m k :
hm..wenn es bei dem kollektiven gefühl traurigkeit bleiben würde..dazu brauch ich aber nicht wissen wie schnell der Zug fuhr, ob der abschiedsbrief in enkes haus oder seinem auto lag, was im einzelnen die gründe für seinen selbstmord waren..gestern nicht und heute auch noch nicht..auch ich habe die allgemeine berichterstattung verfolgt und gemerkt: moment, dass möchte ich gerade gar nicht! ich möchte erstmal traurig sein dürfen..das ging mir einfach zu schnell..fakt ist: ein mensch ist so verzweifelt gewesen, dass er sich das leben genommen hat..darüber bin ich traurig und das braucht zeit..

und ich fühle mich angegriffen von dem was du schreibst. denn ich schätze dieses magazin und die (meisten) artikel darin und zähle mich insofern auch zum "11Freunde-Trainingsjacken-Hornbrillen-Milieu". hab keine lust von dir abgewertet zu werden. ist die frage, ob du dich in dem kommentar nicht selbst abgewertet hast, anstatt "wir" uns erhöht... jede fremdabwertung ist ne selbstabwertung..hm..nun dann..ciao
GTEvo Offline
Dabei seit: 14.10.2008
Selbst mit polemisch vorverurteilter Attitüde schaffe ich es nicht dem Beitrag den Anflug von Pietätlosigkeit und Geschmacklosigkeit zu unterstellen.

Inhaltlich hat sich DirkGieselmann höchst diplomatisch in einer "Ausnahmesituation" als investigativ bemühter Journalist präsentiert.
Auch der Vorwurf dass sein Beitrag suggeriert er wäre mit RobertEnke befreundet entbehrt jeglicher Grundlage, inhaltlich wie strukturell.
Falls er individuell effekthäscherisch interpretiert wird ist das zu tolerieren, aber macht ihn ganz sicher nicht pietätlos.

Das ZielgruppenManagement(Hornbrillenträger^^)der 11Freunde Redaktion wird leider nur suggestiv zweckorientiert angewandt um sich als Insider zu profilieren.
Die Botschaft ist angekommen und kann hier ac acta gelegt werden.

Gerne würde ich dir, J_m_k, an anderer Stelle folgen um über gesellschaftliche Missstände in der Scheingesellschaft Profifußball diskutieren.


In diesem Sinne
11x2
GTEvo Offline
Dabei seit: 14.10.2008
tausche cee gegen dee
QuadDamage Offline
Dabei seit: 11.11.2009
es ist einfach nur scheisse, scheisse, scheisse und nochmals scheisse, dass es Herrn Enke nicht mehr gibt.......

tut mir leid für die wortwahl, aber mir kullern die ganze zeit die tränen und das sind die ehrlichsten Worte, die mir nach diesem wirklich schönen und vor allem einfühlsamen artikel gekommen sind.......

danke an alles was du in deinem leben gutes tun konntest Robert!


wir werden dich nie vergessen........
Donaldo Offline
Dabei seit: 03.06.2009
Ihr werdet es nicht glauben: ich habe von dem Tod Robert Enke's erst vor ca 2h,5 erfahren, da ich beruflich im Ausland unterwegs war und eben im Flieger erst die Schlagzeile von seinem Tod las.

Habe mich jetzt eingeloggt, um hier etwas mehr zu lesen, um mit der für mich absolut neuen und frischen Information umgehen zu können.

Überflüssig zu erwähnen, daß mein ganzes Mitgefühl dieser leidgeprüften Famile gilt.

Aber ich empfinde ein anderes, ganz schräges Gefühl: einen gewissen Stolz, dieser Community anzugehören.

Diese weitesgehend sensiblen, stilvollen und beeindruckenden Beiträge, die ich hier gerade las, geben einen veränderten Blickwinkel. Ich meine nicht alle Beiträge und nicht jeden einzelnen Satz, aber im großen und ganzen bin ich sehr beeindruckt von dieser Gemeinde hier.



Ach ja, Dirk: spät, aber dennoch: Mein ganzer Respekt. Ich bin 42 Jahre alt und deine Worte trieben mir Tränen in die Augen. Ein Paradebeispiel für Pietät.
diskostu Offline
Dabei seit: 19.10.2008
Danke für diesen Text.

Das sind genau die richtigen Worte.
lebowski Offline
Dabei seit: 09.01.2004
Eigentlich kann dieses Medium und speziell ein Fußball-Forum an dieser Stelle nur versagen. Denn hier ist es nur ein kleiner Schritt von der aufrichtigen Beileidsbekundungen zur virtuellen Masturbation, zu altklugem Geblogge und dem Anzetteln von vor Kitsch, Dummheit oder Anmaßung triefenden Diskussionen. Dass ein Magazin wie 11Freunde sich dieses Themas annehmen muss, steht für mich außer Frage. Und ich finde es in Ordnung, wie sie es in Form des Gieselmannschen Artikels taten. Aber vielleicht ist es jetzt an uns Usern, auch einfach mal die Fresse zu halten. Robert Enke hat sich umgebracht, vermutlich weil er krank war. So krank, wie es viele, viele Menschen sind. Auch Menschen, die wir zu kennen glauben. Vor allem aber Menschen, die für sich selbst Entscheidungen treffen. Entscheidungen, die wir, die wir in diesem Fall so weit weg sind, niemals nachvollziehen können und es auch nicht versuchen sollten. Und deshalb ist jeder Beitrag, der in einem Online-Forum mehr sagt als "mein Beileid" in meinen Augen eine bodenlose Frechheit. Jedes "der war aber symphatisch", jedes "ich war grad am Kacken, als mein Handy klingelte" und jedes "die Gesellschaft ist schuld!" ist mir persönlich höchst unangenehm. Ich habe lange überlegt, ob ich hier überhaupt etwas posten soll. Heute Mittag tat ich es dann – und mit etwas Abstand muss ich sagen, dass ich es bereue.

Seiten