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11Freunde spielen Kiebitz (12) - 5 Dinge über Energie Cottbus
Tito66 Offline
Dabei seit: 09.08.2008
Als ansonsten begeisterter 11Freunde-Stammleser erlaube ich es mir mal, jetzt
kein Lob auszusprechen. Der Artikel ist im Großen und Ganzen gut geschrieben
aber gerade aus „Fankultur-Sicht“ ist er echt zum Gähnen und spiegelt
Desinteresse wider. Es ist immer wieder fraglich, wie sich Journalisten eine
Meinung über die Stellung des Fußballs in der Lausitz und die angeblich
mangelnde Identifikation der Menschen mit Ihrem Verein bilden.
 
Da hat der Autor wohl mal kurz BILD und Co quergelesen und sich von Herrn
Beckmann erzählen lassen, dass ein Zuschauerschnitt von 16.500 mäßig sei.
Demographische Aspekte und Einzugsgebiet schieben wir wieder mal unter den
Teppich. Und fertig war der Part über die „Fußbalkultur“ in der Lausitz
- Herzlichen Glückwunsch.
 
Im Stadion der Freundschaft (was für ein kulturloser Name) haben schon
Assauer, Hoeneß und Co. Gift und Galle gespuckt aufgrund der Athmosphäre -
der Autor ist herzlich eingeladen. Schreibt mal schön weiter über den Kult
auf St. Pauli und die giftige Stimmung in Aachen, wie im letzten Sonderheft.
 
Des Weiteren fällt mir auf, wie heuchlerisch immer und immer wieder mit dem
großen Ausländeranteil bei Energie umgegangen wird (Gähhhn!). Gab es vor
ein paar Jahren nicht in der Bundesliga mal eine Kampagne „Mein Freund ist
Ausländer“? Akzeptiert es einfach, dass sich die Fans in Cottbus mit 11
Ausländern identifizieren und dies integraler und ein innovativer
Bestandteil der Vereinsphilosophie ist. Das immer wieder darüber geschrieben
und gelabert wird, zeigt wohl nur, dass eher andere, als die Menschen in der
Lausitz „Probleme“ mit Ausländern haben. Willkommen im modernen,
vereinigten Europa. Es hat Eurerseits nur noch eine Anekdote über
problematische, ausländerfeindliche Cottbuser Fußballfans gefehlt.
 
Aber alles halb so schlimm, die Menschen dort haben seit Jahrzehnten ganz gut
gelernt, mit medialen Täuschungen umzugehen und diese in Motivation zu
wandeln. Nichts für ungut, ich werde trotzdem weiter eure Zeitschrift lesen,
ich gebe ja die Hoffnung nicht auf, dass Ihr mal einen tiefergründig
recherchierten Artikel über diesen Verein verfasst und Euch damit von den
anderen Medien abhebt. Anekdoten gibt es zu Haufe.