einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
jemand die Printausgabe des Kicker

Noch nicht.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Hm, überall ist nun von einer 5er-Liga zu hören. Auch meine Haus- und Hofzeitung berichtet darüber:

Gestern Abend traf sich Hans-Ludwig Meyer, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes, in Kiel mit Vertretern des VfB (Präsidiumsmitglied Uwe Walter war anwesend), von Holstein und der SH-Liga, um deren Meinung einzuholen. Kurz vor dem DFB-Bundestag (21./22. Oktober in Essen) läuft alles auf ein 5er-Modell hinaus. Die Regionalligen sollen in die Hoheit der Regionalverbände übergehen. Ob damit mehr Fans in die Stadien strömen, ist fraglich.

Das würde sich dann in Nord, Ost, West, Süd uns Südwest gliedern? Und der Aufstieg? Oder doch eine separate Reservestaffel dabei ;-)? Dass die Spielklasse den Landesverbänden in die Hände fällt, ist zu begrüßen. Damit dürfte in Sachen Zulassungskriterien deutlich mehr Spielraum hinzukommen. Also: Es bewegt sich durchaus etwas. Ich tippe allerdings auf eine Kommission - in der dann munter weiter gefeilscht wird.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Im shz steht's etwas ausführlicher, auch in Bezug auf die Staffeleinteilung und SHFV-Präses Meyer plaudert noch ein wenig aus dem Nähkästchen. Hört sich ganz nach einem "Trick mit den Nachwuchsleistungszentrem an". Tendenziell bewegt sich das für mich aber alles in die richtige Richtung. (http://www.shz.de/artikel/article//reform-mehr-staffeln-oder-vertagung.h...)
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Danke für die Info, Orangeat und Sukkade. Wenn der Trick funktioniert, soll's mir recht sein. Sollte sich die Vermutung des Artikels aus Deinem Link bestätigen und Westen und Südwesten würden in einer Staffel zusammengefaßt, habe ich mal gar überhaupt nichts dagegen. So bestünde immerhin die Chance, daß Borussia II öfter mal in meine Nähe kommt. Die Geschichte mit der Reservestaffel scheint ja zunächst mal vom Tisch zu sein.

Daß die Fernsehgelder wegfallen finde ich schon schade. Was wäre eigentlich schlecht daran, wenn es einen Finanztransfer aus den phantastischen Summen, mit denen sie mittlerweile im Profifußball hantieren zu den Amateuren gäbe?

Auch sollte man jetzt ernsthaft über TV-Vermarktung über diverse lokale Kanäle und das Internet nachdenken, wie sie der 4. Blinde angeregt hat. Vielleicht hilft es ja, daß die Regionalverbände nun die Organisation der Regionalligen übernehmen sollen — können sie sich über so etwas auch gleich mal den Kopf zerbrechen.
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Ergänzend (http://www.11freunde.de/newsticker/133418/regionalliga_bekommt_wohl_neue...) noch ein paar ergänzende Links.

Fürs große Ganze die (http://www.faz.net/s/RubFB1F9CD53135470AA600A7D04B278528/Doc~EB414BF9DB7.... A. Z.) Über das Ego von Dr. Theo Zwanziger die (http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1055857Süddeutsche) . Knackig zusammengefaßt und mit Ausblick: der (http://www.amateurkick.de/regionalliga_west/Regionalliga-West-Fuenf-Staf...) . Für den Glamour (http://www.derwesten.de/sport/lokalsport/essen/Fussball-Nation-blickt-na... Westen) .

Ich bin etwas enttäuscht, daß man die Möglichkeit, gemeinsam eine nachhaltige Lösung zu zimmern, offenbar nicht wahrnehmen will. Stattdessen, wird's wohl ein inhaltlich belangloser Promiauflauf mit ein paar Auszeichnungen, viel Nationalmannschaft und Frauen-WM und wenig Amateurfußball. Höhepunkt: Wiederwahl des Präsidenten ohne Gegenkandidat. Für mich an sich schon ein Grund zu größter Traurigkeit.
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
So heut abend geht's ja los. Hatte eigentlich vor, die Anträge noch einmal kurz zusammenzufassen und gegenüberzustellen, aber hat sich ja jetzt erledigt, da ja alles entlang der Rauballschen gepunkteten Linie verläuft. Wen die obsoleten Kampfanträge von BFV, WFLV und DFL noch interessieren — PDF-Dokument (650 K) gibt's direkt (http://www.dfb.de/uploads/media/Antraege_Bundestag_01.pdfhier) . Rauball-Vorschlag ist da natürlich noch nicht aufgenommen, das Dokument ist vom 12. Oktober.

Sonst ist auf der DFB-Website zwar der Bundestag gleich zu finden, aber nichts zur Reform der Regionalligen. In einem — wie immer von der ihm eigenen Bescheidenheit geprägten — Interview mit Dr. Th. Zwanziger (auch gleich auf Seite eins von ‹dfb.de›) kann man sehen, woran der DFB stattdessen denkt: Nationalmannschaft, Frauenfußball, »Nachhaltigkeit« (?) und, ganz neu, Umweltschutz.

Zwanziger erzählt leutselig von seinem guten Verhältnis zur Kanzlerin, und überhaupt drängt sich mir der Eindruck auf, daß es ausschließlich diese Sphären sind, in denen sich die findigen kleinen Gedanken des unglaublichen Demagogen DFB-Präsidenten bewegen. Statt der versprochenen Demission gibt's jetzt also die Wiederwahl, und zwar ungetrübt vom Gestreit der Amateure.

Den Livestream zum DFB-Bundestag gibt's heute ab 16h und morgen ab 10h15 (http://tv.dfb.de/hier) .
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
(http://www.11freunde.de/newsticker/133443Link.) — Na, Gott sei dank! Muß ich Abbitte leisten? Wenigstens hat man jetzt mehr Zeit, noch eine vernünftigere Lösung zu finden.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Hier mal die Reaktion auf die Rauball'schen Pläne aus der [Pro-2012-Eckeurl=http://www.fankreis-vfb-hl.de/sonstige-aktionen/134-pro-regionalliga-ref...)

Auf der einen Seite find ich's gut, dass man so auf den eigenen Plänen beharrt. Andererseits, öffnet sich auch diese Initiative nicht anderen Strömen. Das 2+1-Modell ist soll das einzig Wahre sein - die Profis schotten sich ab? Ja, meine Herren Kapu-Träger: Mit der 2+1-Lösung schotten sich die etablierten Regionalligisten auch ab! Gerade die Regionalligisten sollten sich nach unten öffnen. Hoffentlich gibt's die Kommission (wo bleibt eigtl. der Bundestags-Liveticker!?).

Eine 5er-Liga, ich hab' mich dazu ja schon geäußert. Aber: Die RL West unverändert zu lassen, im Gegenzug die Bayernliga zur Regionalliga zu befördern, ginge mal gar nicht. Memmingen (Aufsteiger) und Weiden (Letzter) sind dort die einzigen Nicht-Reservisten aus Weißbierbrezelleberkäsland. Die RL West hingegen, ist so unattraktiv wie selten zuvor - gerade hier böte sich eine Neuordnung mit Nominierungen so einiger NRW-Ligisten an.

Herrje: Überlasst die Reform den Stammtischen dieser Nation, möchte man da beinahe ausrufen!
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Den ersten Absatz nochma':

Hier mal die Reaktion auf die Rauball'schen Pläne aus der Pro-2012-Ecke: (Hier mal die Reaktion auf die Rauball'schen Pläne aus der [Pro-2012-EckeLink)
Hattrick Offline
Dabei seit: 25.01.2009
Ich glaubs nicht. Jetzt ist es also schon beschlossen.
5 Staffeln - der größte Mist ist das.
Das heißt im Klartext - nach Liga 3 ist Niemandsland.

5 Staffelsieger und die Zweiten spielen den Aufstieg unter sich aus.
Da bleiben also mindestens 2 Staffeln auf der Strecke.
Mit Amateuren und Kleinen Mannschaften zum Auffüllen ist damit das Ende von viel (Traditions)Mannschaften besiegelt.

Gute Spieler sind nicht mehr zu halten, viele Derbys und Amateure bedeuten mehr Polizei und mehr leere Stadion.

Für wirtschaftlich Schwache Regionen ist dass das entgültige Aus vom Profifußball-Traum.

Wenn es hier überhaupt Spannung gibt dann bei denn Dorfsclubs im Abstiegskampf und um Platz acht (Beste nicht 2. Mannschaft)

Mit Entlastung hat das nichts zu tun. Weniger Kosten vielleicht, weniger Einnahmen bestimmt, größeres Minus definitiv.

Es ist überdeutlich zu spüren das hier nur das Interesse der aktuellen Bundesligisten mit ihren "Überteuren" Nachwuchsleistungszentren berücksichtigt wurde.

3 Aufsteiger bei 5 Staffeln - ich kann das immer noch nicht verstehen.
Da ist ja das aktuelle Format eine echte Traumliga.

Und dabei gab es eine wirklich gute Lösung auf dem Silbertablett - Reform 2+1

Dank lieber DFB seit heute ist mir entgültig klar das die Meinung der echten Fans nichts mehr wert ist. Aber keine Angst ich werde mich bestimmt nicht anpassen und Woche für Woche auf einer nummerierten und überdachten Sitzschale Platz nehmen.

Macht gut, ich gehe erst mal kotzen
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Hier Offizielles aus der DFB-Ecke: (http://www.dfb.de/index.php?id=510158&tx_dfbnews_pi1[showUid=25239&tx_df...)

So, damit wären die letzten Irritationen rund um die West- und Südweststaffel auch beigelegt. Der Südwesten wird sich demnach also über eine sehr aufgeblähte Liga und zwei potentielle Aufsteiger freuen.

Heißt also: Die RL Nord wird aufgeteilt in eine NOFV-Gruppe und HH/SH/HB/NDS-Gruppe. NRW und Bayern stellen eigene Regionalligen, der Rest - Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland - werden in eine Regionalliga mit zwei Aufstiegsplätzen zusammengepfercht.

Wie schon vorher gesagt: Keine Reserveliga = große Scheiße.

Ich war dafür, die Regionalligen aufzustocken. Und fünf Staffeln sehe ich als einigermaßen guten Kompromiss an. Dass Bayern eine eigene Staffel bekommt - "etwas" lächerlich. Aber ändert jetzt so viel an der ganzen Geschichte auch nicht. Die Übertragung auf die Landesverbände war notwendig. Die noch zu besetzenden rund 40 Plätze werden die -Oberliga-Spitzenteams einnehmen. Das ist beim 5er-Modell zumindest etwas. Das Niveau wird nicht derart in die Breite gehen, wie es so mancher prophezeit. Jedenfalls sehe ich die jeweils Ersten der HH-, SH- und Bremen-Liga nicht als sonderliches "Fallobst" an (oder auch im NOFV-Bereich, bzw. NRW-Liga. Im Süden kenn ich mich njet so gut aus). Und wäre es mit rechten Dingen zugegangen - dann wären Bremerhaven, Neumünster und Victoria schon längst in der Regionalliga vertreten.

Dadurch dass NRW nun auch eine eigene Staffel bekommt, wird es umso schwerer werden, eine Liga mit Zweitvertretungen zu fluten. Wermutstropfen ist die Aufstiegsrunde. Dafür habe ich allerdings Verständnis. Ich will mal stark hoffen und die Regionalligen stellen 4 Aufsteiger...

___

Zur persönlichen Situation: Damit ist der VfB (Lübeck) mit einem Mal wieder RL-Spitzenteam. Denn aus dem NFV-Bereich ist nur WOB II so wirklich über Lübeck einzuordnen. Mit den Bundesliga-Zweiten und Kiel gibt es gute Konkurrenz in der Spitze. Dass Teams we Wilhelmshaven, Neumünster oder Oldenburg mit einer guten Saison in die 3. Liga hineinschnuppern, ist bei einer NFV-RL-Nord sehr viel eher gewährleistet. Zumindest auf diesem Sektor gibt es eine Verbesserung.

TV-Gelder fallen weg. Wie der DFB die Regionalligen "am Leben" halten will, was bzgl. der Nachwuchsleistungszentren nun Sache ist, weiß ich nicht. Ich denke aber, aus dieser Ecke wird noch was kommen. Fahrtkosten und Lizenzbedingungen dürften sinken. Ein fairer Wettbewerb eher stattfinden. Für die Nord-Ecke hätte es meiner Meinung nach sehr viel schlimmer kommen können. Dennoch maulen noch viele herum.

Ohne Reserveliga, wird man bzgl. des "wahrhaftigen" Amateursports, immer faulige Kompromisse eingehen müssen. Nehmt die Tomaten von den Augen! Für eine Reserveliga würde ich nackt nach Marokko laufen. Jetzt und sofort. Allein - selbst dieser Einsatz wäre umsonst. Er fände kein Gehör. Wenigstens ist damit nun ein offener Wettbewerb ansatzweise geschaffen - anschließend gibt's halt nochmal eine Aufstiegslotterie. C'est la vie!
Hattrick Offline
Dabei seit: 25.01.2009
Ich packs nicht!

Je mehr man zu dem Thema ließt und umso offizieller es wird umso bekloppt wird die ganze Sache.

Wird hier wirklich Bayern mit dem Gebiet der neuen Bundesländer gleichgestellt.
Die Amateure dürfen rumgereicht werden um ihre 35 (es gibt 36 Bundesligisten) Startplätze voll auszuschöpfen.

Also das heißt, ein Bundesliga armes Gebiet, muss (darf) Asyl bieten für Amateure anderer Länder. Somit wird es für die Region also noch schwerer eine Mannschaft nach oben zu bekommen.

Das ist absolute Fan-Verarsche - keiner will die Amateur - nicht mal die Fans der jeweiligen Ersten.

Sorry liebe Herrn beim DFB aber ich muss es fragen - habt ihr es gemerkt als man euch ins Gehirn geschissen hat?
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Zitiere mich selbst: »Muß ich Abbitte leisten?« Leider nicht.

Der DFB-Bundestag erinnert mit seiner irrationalen Angst vor Diskurs und Diskussion in lächerlicher Weise an die Volkskammern stalinistischen Zuschnitts: Dr. Zwanziger einstimmig wiedergewählt, eine Auseinandersetzung mit dem Thema Regionalligareform abgewürgt. Friede, Freude — Pustekuchen: Harmonie statt Demokratie.

Mit überraschend großer Mehrheit (223 von 255) hat der Bundestag gestern beschlossen, die vierte Spielklasse mit fünf Staffeln neu zu ordnen. Die neuen regionalen Ligen werden dann von den Regionalverbänden organisiert werden.

Die Regionalverbände Nord, Nordost und West führen je eine Liga, eine aufgeblähte Liga Süd/Südwest wird aus dem RV Südwest und den LV Baden, Hessen, Südbaden und Württemberg bestehen. Bayern erhält eine eigene Staffel. Die Meister der fünf Ligen und der Vizemeister der großen Süd/Südwest-Staffel spielen in einer Relegationsrunde die Aufsteiger in die dritte Liga aus.

Die Reform ist in vielerlei Hinsicht ein Rückschritt, wenigen Gewinnern, stehen viele Verlierer gegenüber. Statt alle Betroffenen an einen Tisch zu bringen, klüngelten die üblichen Verdächtigen einen faulen Kompromiß unter sich aus.

Dr. Rauball hat verstanden, durch beherztes Eingreifen die Pfründe seines Verbandes zu bewahren. Die DFL bringt nun alle ihre zweiten Mannschaften in den dritten und vierten Spielklassen unter. Dr. Koch hat den Vorteil seiner Doppelfunktion als DFB-Vizepräsident und Chef des bayerischen Verbandes offenbar zu nutzen gewußt und seinen Vorschlag letztlich durchdrücken können. Auseinandersetzungen, die das schöne Feierbild des Bundestages hätten trüben können, wurden unter den Teppich gekehrt.

Eigentlich egal, ob man dies jetzt als eine Abschaffung der Regional- oder Oberligen sieht, die Amateure leiden in jedem Falle, weil der sportliche Leistungsunterschied größer werden wird. Das Aufstiegsnadelöhr verschiebt sich nun nur eine Klasse höher, womit eine deutliche Trennung in eingleisige Profiligen und mehrgleisigen Amateurklassen entsteht.

Gerade für die semi- oder quasiprofessionellen Vereine wie z. B. Preußen Münster, Chemnitz oder Hessen Kassel ein herber Schlag. Daß Rauball und Koch nun gerade in Zusammenhang mit dieser »Lösung« »Die Einheit des Fußballs« beschwören, klingt wie Hohn.

Doch zunächst zum (eingeschränkt) Positiven: Die Anzahl der zweiten Mannschaften pro Staffel wird auf sieben begrenzt, eine Regelung die maßgeblich auf Betreiben des Westdeutschen Fußballverbandes zustande kam — meiner Ansicht nach immer noch zu viele, doch ein Schritt in die richtige Richtung.

Die Auswirkungen auf die Reisekosten kann ich noch nicht ermessen, aber zumindest in den zwei Nordstaffeln und in Bayern werden sie wohl sinken (für die merkwürdige Südwest-Konstruktion, zu der auch Hessen gehören soll, wird sich dagegen nichts ändern).

Wenn auch nicht fürs Große soll doch wenigstens für den Kleinkram noch eine Kommission eingesetzt werden, die sich hoffentlich intensiv mit den Rahmenbedingungen der Vereine beschäftigt. Zwanziger, der sich ansonsten herzlich wenig mit dem Thema befaßt zu haben scheint, signalisierte ja schon die Möglichkeit finanzieller Hilfen für Vereine bei der Jugendförderung.

Das Thema Leistungszentren bei den DFB-Vereinen ist also noch nicht vom Tisch. Vielleicht gesteht der DFB den Clubs damit auch das Recht zu begabten Nachwuchsspielern Förderverträge anzubieten; die könnten so leichter gehalten werden oder brächten beim Verkauf immerhin eine Ausbildungsentschädigung. Auch die z. T. unsinnigen Lizenzauflagen werden wohl entschärft werden.

Die Bayern sind der große Sieger der gestern beschlossenen Flickschusterei Reform. Folgerichtig bejubelt der BFV die neue Regelung uneingechränkt. Die Bayernliga wird zur vierten Spielklasse aufgewertet. Wir begrüßen also vielleicht demnächst den SV Schalding-Heining und den TSV Buchbach in Liga vier. Der große Verlierer dagegen sind wohl die Vereine der künftigen RL West, für die anderen dürfte sich zumindest nicht viel verbessert haben, womit wir auch schon bei den Nachteilen angelangt sind.

Tatsächlich ist die Aufstockung auf fünf Staffeln weder für die DFB- noch für die DFL-Vereine ein Fortschritt, denn das sportliche Niveau wird in der vierten Liga sinken. Das kann auch den Vereinen, die dort ihre zweiten Mannschaften reifen lassen wollen, nicht recht sein.

Am meisten leiden aber unter dem vergrößerten Abstand zur dritten Liga Vereine wie Preußen Münster, die man eigentlich nicht mehr als Amateure bezeichnen kann. Die dürfen finanziell demnächst noch kleinere Brötchen backen als bisher und dürfen zukünftig gegen noch uninteressantere Gegner spielen. Die Fernsehgelder fallen weg und auf kleinerer Bühne werden auch die Sponsorengelder sinken — für den Etat der Amateure mangels TV-Einnahmen und großer Zuschauerzahlen noch problematischer als für die Profis.

Der Aufstieg wird zudem durch die Relegationsrunde weiter erschwert. Anstatt den zweiten Platz der Ligen aufzuwerten, nimmt man nun den Meistern das garantierte Aufstiegsrecht. Carsten Gockel wies schon vor dem Bundestag auf diese Misere hin: »Ab März haben viele Partien in der Staffel Freundschaftsspielcharakter.«

Daß Ligaverband und DFB die Reform der Amateurklassen unter sich ausgemacht haben, ohne dabei die zuvorderst betroffenen Amateurvereine anzuhören (mit Ausnahme der durch ihren Verbandschef gut vertretenen Bayern), darf man als beschämend bezeichnen. Wenn sie nun auch in der Kommission aus Verbands- und Ligavertretern, die in den nächsten zwei Jahren Detailfragen zu klären hat, nicht angemessen vertreten wären, würde diese Schande nur noch größer.

Statt die Amateurfrage einer Lösung zuzuführen, wurde die Antwort aufgeschoben, schlimmer noch — die Probleme wurden durch Herabsetzung der Amateurligen eher verschlimmert. Ich hoffe deshalb sehr, daß die IG Regionalliga bestehen bleibt und ihre Lobbyarbeit beim DFB verstärkt. Mit diesem in zwei, drei Tagen zusammengekloppten Mist darf das letzte Wort noch nicht gesprochen sein.

__________

Dem Beispiel des geschätzten Vorredners Orangeat und Sukkade folgend nun auch noch ein persönliches Wort. Daß meine Borussia ihre zweite Mannschaft nun nicht mehr nach Rheinland-Pfalz senden wird, stimmt mich aus zwei Gründen traurig. Erstmal natürlich, weil ich sie dann nicht mehr oft sehen werde, zum andern aber auch, weil damit das alte Rheinland wieder in zwei Staffeln auseinandergerissen wird. Das darf jemandem, der sich Borusse nennt, selbstredend nicht gefallen.

Bei aller Uneinigkeit, die wir über den Verbleib der Reservemannschaften in den regulären Ligen hatten, behaupte ich trotzdem, mein Vorschlag wäre zumindest besser als das nun Beschlossene: Drei Staffeln, nur sechs Zweite pro Staffel (dafür kräftig Geld von oben nach unten), zwei Aufstiegsplätze pro Staffel, Aufstockung der 3. Liga auf 24 Mannschaften und selbstverständlich Abschaffung unsinniger Lizenzauflagen und Einführung großzügiger Fristen zur Umsetzung.

An den Herrn Hattrick eine Bitte: Nur weil ich das 2+1-Modell nicht unterstütze, darfst Du mich nicht aus dem Kreis der »echten Fans« ausschließen. Außerdem ist es unsinnig, daß gerade jene, die den Profis Abschottung vorwerfen, solche imaginären Eliten bilden wollen.
Hattrick Offline
Dabei seit: 25.01.2009
Hi Andreas Blenke,

da haste was falsch verstanden, ich messe den Titel "echter Fußballfan" doch nicht an seiner Meinung zum Thema 2+1.

Ich weiß das man die sog. echten Fans von Sitzschale über maroden Stehplatz bis zu Wald und Wiesen Plätzen überalle finden kann. (FC Bayern(?) Okaj - da möcht ich mich jetzt nicht festlegen)

Deinem Artikel kann ich soweit nur voll zustimmen. Also sind wir ja quasi der gleichen Meinung.

Und ich lauf jetzt auch nicht gleich Amok nur weil nicht der 2+1 Vorschlag gewählt wurde. Aber so wie jetzt geht halt garnicht.

Der 2+1 Vorschlag war eine Idee vieler Aktueller Regionalligisten und wurde vom großteil der Fans unterstützt.

Aber der DFB hat nicht mal ein Bruchteil davon übernommen -also die Meinung der Betroffenen komplett ignoriert.

Es zeigt mehr als deutlich das man alles unter Liga 3 als Freizeitkick abtut - und nicht erkannt wird wie viele ambitionierte Vereine damit meilenweit zurückgeworfen werden.

Ich Betrachte diese Reform im Besonderen als Anhänger des Chemnitzer FC - einem Verein der voll zu den Betroffenen zählen kann.

Friede, Freude — Pustekuchen: Harmonie statt Demokratie.
Andi - besser hätte man es nicht ausdrücken können.
Angie Merkel als Gast, der wunderbare WM-Platz 3 noch im Hinterkopf, Starplatz 4 für die Championsleague dicht vor Augen, usw. - wer will sich da schon lange mit Kleinigkeiten Abtun
(Hand hoch; 1-2-viele; Genehmigt; worum ging es überhaupt? kursiv formatierter Text
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Dann bin ich ja mehr als beruhigt, diese Diskussionen, wer'n echter Fan sei und wer nicht, gehen mir nämlich öfter mal auf den Geist. War ich wahrscheinlich zu empfindlich.

Ärgerlich, daß die, die sich offenbar am meisten um eine Lösung bemüht haben, außen vor blieben. Die IG hat ja, als mit der Reservestaffel nicht durchkommen, gleich nach neuen Ideen gesucht. Vielleicht sollten wir uns da mal als hauptamtliche Lobbyisten bewerben?

Chemnitz hat allerdings, so wie's momentan aussieht, gute Karten, dem Problem Regionalliga durch Aufstieg aus dem Weg zu gehen. Gönnen könnte man's ihnen.
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
Gut, dass mich das nächste Saison ja nich mehr tangiert.

Ich würd' nen neuen Verband gründen, wenn's mein Ding wäre. So wie im Boxen, hat dem Sport ja da auch nicht geschadet... ehem.
Statistikfreund Offline
Dabei seit: 18.06.2009
@15.10.2010 09:48:38 von Andreas Blenke
»Da gab es doch mal so ein Amateur-Fußball-Online-TV-Projekt welches dann von DFL, DFB, OCB oder wem auch immer weggeklagt wurde.«

Meinst Du die Hartplatzhelden? Die gibt es noch.

Hallo Andreas,

neues zu den Hartplatzhelden: Sieg vor dem BGH am 28.10.10, (http://www.hartplatzhelden.de/kommentiert von den Hartplatzhelden selbst)

(http://www.indirekter-freistoss.de/2010/10/29/auswartssieg-in-karlsruhe/ein Blogreview)

(http://www.sportschau.de/sp/fussball/news201010/28/hartplatzhelden.jspdie sportschau)

Ich fasse mal zusammen: Solange die Vereine nichts verbieten (Stichwort Hausrecht), darf gefilmt werden, ein Verband ist nicht vertretungsberechtigt-solange er seinerseits keine entsprechende mediale Präsentation anbietet, sprich sein berechtigtes Interesse nicht nutzt.

Noch kürzer: Solange die Vereine es vor Ort erlauben und sich nicht zu einer medialen Gesamtvermarktung zusammenschließen -wie z.B. die DFL oder der DFB bei 3. und Regionalliga-solange darf gefilmt werden und auch mit diesen Filmen "Geld verdient werden".
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Danke, lieber Statistikfreund! Das sind wahrlich mal gute Nachrichten; und Du warst deutlich schneller als die 11 Freunde. Jetzt darf man hoffen, daß die Vereine das nicht geschlossen ablehnen (und unterbinden), sondern viel eher die Chance wahrnehmen, eigene Aufnahmen auf diesem Wege an die Öffentlichkeit zu bringen.
Statistikfreund Offline
Dabei seit: 18.06.2009
So, mal etwas sarkastische Lästerei: Jetzt haben es die BuLi Vereine ja fast geschafft, die Regionnalligen frei von anderen Mannschaften zu bekommen, so dass ihre Zweiten nächstes Jahr ja dann unter sich sein können und die Regionalliga mit ihrem Glanz verzaubern können.

In der Regionalliga West spielt eh schon fast kein Team außer den Zweiten mehr und im Süden geht es fröhlich weiter mit den Insolvenzen: (http://www.nordbayern.de/sport/amateurfussball/regionalligist-weiden-ste... Weiden) und wohl jetzt auch (http://www.nordbayern.de/sport/amateurfussball/regionalligist-ssv-ulm-be...) . Na dann: Hurra.
MarcRamone Offline
Dabei seit: 11.03.2009
Ich wusste nicht, dass selbst so ein großer Verein wie der SSV Ulm auch davon betroffen ist. Das meine ich jetzt ncht ironisch. Die haben, soweit ich das mitbekommen habe, ziemlich viele Mitglieder und sind defintiv eine regionale Größe.

Hier ein allgemeiner und aktueller Artikel über die Problematik der Regionalliga.

(http://www.zeit.de/sport/2010-12/insolvenz-amateurfussball-dfb-weiden-sa... Zeit - Wenn Traditionsvereine sterben)
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Gestern standen bei uns in der Zeitung 6 oder 7 Punkte zur Regionalliga-Reform. Alle krieg ich jetzt wohl nicht mehr detailgetreu zusammen, aber ich versuch's mal - und sage vorab: Es geht in die richtige Richtung!

- zum Aufstiegsmodus hat man sich zwar nicht geäußert, aber klar Stellung bezogen, dass es insgesamt um vier Aufsteiger geht. Sowieso ein Muss in meinen Augen!

- Zweitvertretungen von Drittligisten demnächst nicht mehr zulässig. Ja, okay. Klar - der zukünftigen Attraktivität nicht abträglich. Nur, mit welchem Beschluss will man denn sowas durchboxen? Dürfen dann Reservemannschaften von Zweitligisten auch nicht mehr in die 3. Liga aufsteigen? In der Süd- oder Weststaffel gibt es durchaus Kandidaten dafür.

Irgendwie muss man den Kreis der zweiten Mannschaften einengen, keine Frage. Auch in den zukünftigen Regionalligen, werden die sich wieder einnisten wie Läuse auf den Köpfen schulpflichtiger Kinder. Besser verteilt, aber präsent wie eh und je.

- gelb- und rotgesperrte Profis nicht mehr einsatzbereit in den Ligen der zweiten Mannschaften. Klingt einleuchtend, hat jetzt mit der eigentlichen Strukturreform aber nicht viel am Hut.

Ansonsten halt noch die Klassiker von wegen verringerte Stadionauflagen. Ach nee: Es war von einer DFB-Pokal-Direkt-Qualifikation der in den Aufstiegsspielen gescheiterten Vereine zu hören. Das gelte auch für die Klubs, die die wirtschaftlichen Bedingungen der 3. Liga nicht erfüllen und trotz Meisterschaft auf einen Aufstieg verzichten. Manchmal haben sie ja doch gute Vorschläge, die Gipsköppe aus Frankfurt. Da sind wir ja auch noch nicht drauf gekommen. Riecht aber irgendwie nach einer fixen DFB-Pokal-Qualifikation für alle 3.-Ligisten zukünftig (fragt mich jetzt nicht, inwiefern man die Landespokal dafür reformieren müsste...).

Na ja. Ich bleibe dabei: Das wird dem Spitzen-Amateursport eher gerecht als es momentan der Fall ist. Der Bayernstaffel wird noch ordentlich Eiswind ins Gesicht wehen, gerade wenn die Zusammenstellung der Südwest-Staffel fix ist und aus den Oberligen kaum Vereine nachrücken, während Großbardorf, Seligenporten und Buchbach unter Umständen Viertligisten stellen werden, Reutlingen/Mannheim/Ulm aber auf der Strecke bleiben. Herzlichen Glückwunsch, ist ein hausgemachtes Problem, sach ich da nur. (mein Vorschlag: Den Bayernligisten die überschüssigen Reservemannschaften auf's Auge drücken)

Vier Aufsteiger in einem 1x6- oder 2x3-Modus finde ich in Ordnung. Das ist eine ordentliche Aufgabe und von einer Aufstiegslotterie kann da nicht die Rede sein. Zudem winken dem Zuschauer spannende Spiele und Nord-Süd-Vergleiche etc. Das Problem mit den Zweiten, wenigstens ist man bemüht, ist halt auch ein pikantes Thema. Nun ja, ich werd's weiter beobachten und freue mich sogar schon ein bisschen auf die erste Saison 2012/13.
Karlsquell Offline
Dabei seit: 15.06.2010
Ich kann nur sagen, die Reform wird sich verheerend auf die Fußball Landschaft auswirken. Jeder Verein der dann aus der 3. Liga absteigt ist quasi tot.
Das bedeutet auch, das es nur noch mit einem Modell Hopp oder Energy-drink möglich sein wird unterhalb der 3. Liga wirklich etwas aufzubauen. Abgeschnitten von jeglicher Medienpräsens, Bedeutung und Aufstiegsperspektive kann man halbwegs vernünftige Fußballer nur noch mit überdurchschnittlicher Bezahlung holen.
Der Unterschied zwischen der 3.Liga und den 5 neuen Ligen wird einfach zu groß sein.
Leider fällt mein Fazit daher so aus wie es sich zwischendrin schon andeutete. Meine Preußen werden es diese Saison schaffen da raus zu kommen, dann nur nie wieder absteigen. Nach uns die Sintflut, traurig aber wahr.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Kann man so sehen oder kann man so sehen.

Es gab auch mal eine Zeit, in der der Unterbau noch sehr viel aufgefächerter daherkam. Gut, da waren sehr viel weniger Summen im Spiel. Wenn man danach geht, ist die 3. Liga das Grundübel. Kann ich mich mit anfreunden.

Was jetzt stattfinden wird, ab 2012/13, ist sozusagen die strikte Abtrennung zwischen Profi- und Amateursport. Denn anders zu erklärung ist die Streichung der TV-Gelder nicht. Und ich mahne auch davor, dass der Fall für gewisse Vereine schlichtweg zu heftig werden wird.

Kommen wir zum nächsten Punkt: Und das sind nunmal die Zweitteams. So lange die Profis hier keine Abstriche in Kauf nehmen, die Reserveliga ablehnen, ist jeder Vorschlag, das Leistungsnveau mittels Liga-Verknappung zu erhöhen völlig für'n Arsch. Denn von den rund 40 Zweitteams haben wenigstens 3/4 das Zeug in den jetzigen vierten Ligen auf einem Platz in der oberen Tabellenhälfte zu landen. Ergo: Real existierende Reserveliga mit ein paar aufgeschreckten Traditionsteams.

Die Wurzel ist die DFL, die sich kaum kompromissbereit zeigt. Und der DFB, der unterhalb der Zweiten Liga einen auf Premium-Produkt macht. So lange dies nicht mit einer vernünftigen Opposition anzufechten ist, wird man keine Lösung finden, die dem sportlichen Prinzip in allen Linien gerecht wird.

Die Regionalliga 2012 wird den Vorteil mitbringen, eben weniger Reserveliga mit exklusiven Sparringspartnern zu sein, wird dadurch ihrem Status als höchste Amateurliga eher gerecht. Die Schnittstelle zum Profi-Fußball spitzt sich damit sehr zu. Das ist die Kröte, die man schlucken muss. Da hilft momentan nur: Augen zu und durch!

Mein VfB Lübeck hat schwere Jahre hinter sich. Mittlerweile ist man glücklich, nichts mehr auf Pump finanzieren zu müssen, die 3. Liga nicht als zwangsläufiges Ziel auszugeben. Das is' 'ne super Entwicklung, muss ich zugeben. Hätte man die Garantie, dass es überall so laufen wird - ich wär sofort dabei!

So wird es nicht kommen. Immerhin verbleiben vier Aufstiegsplätze. Und damit die Sicherheit, dass es den einen oder anderen Verein mit gewachsener Basis erwischen wird, der Kompromiss-Liga RL zu entfleuchen, um sich für wenigstens ein Jahr in der Dritten Liga eine gesunde Bräune abzuholen.
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Servus, Orangeat und Sukkade,

kann Dir leider nur weitgehend recht geben; ich befürchte folgendes:

(1) Die Kluft zwischen Amateuren und Profis wird immer größer werden. Woher sollen denn die Kleinen bald noch Einnahmen nehmen? Die Ausgaben im Spieltagsbetrieb werden ja kaum sinken können. Und welche finanzkräftigen Sponsoren interessieren sich für den Sport im medialen Abseits? Die Idee einer semiprofessionellen Übergangsliga zwischen Amateuren und Profis wäre ganz schön gewesen. Mit einem durchdachten Konzept hätte man die Regionalligen gut in eine solche Richtung entwickeln können. Dafür hätten natürlich die Bundesligavereine Bereitschaft zum Verzicht aufbringen und der DFB sich zum Anwalt der Schwachen aufschwingen müssen. Beides geschah und geschieht leider nicht.

(2) Ich fürchte, auch wenn sich die zweiten Mannschaften besser verteilen werden, stehen sie trotzdem aufstrebenden Mannschaften im Wege. Denn die zweiten Mannschaften werden nach wie vor aus dem vollen schöpfen, während die anderen in ihren Entwicklungsmöglichkeiten beschnitten werden. Diese sog. Reform geht gewaltig nach hinten los.

(3) Da sich schon jetzt außer dem harten Kern von Fans der Amateurvereine kaum jemand um diese Themata geschert hat, werden sie nun noch mehr in den Hintergrund rücken — aus den Augen aus dem Sinn. Wir gucken Bundesliga, WM und manche verfolgen womöglich noch Spiele ausländischer Topligen — den Amateuren will niemand mehr beim Lehmkratzen am Wochenende zuschauen; die fernsehaffine Auffächerung der Spieltage wird ein übriges tun. Für den DFB als Verband ein Armutszeugnis.

Bin dieser Tage eher nicht mit hoffnungsfrohen Gedanken gesegnet, sieht man mal von meiner grimmigen Vorfreude auf die zweite Liga ab.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Moinsen, Andreas Blenke, laaaange nicht mehr gelesen hier - freut mich!

Muss dir ebenso in jedem Punkt Recht einräumen. Will das ganze aber mal mit dem Hinweis garnieren: Kommt drauf an, was man daraus macht!

Es ist irgendwo ein großer Treppenwitz, dass man gerade die 3. Liga geschaffen hat, mit dem Hinweis: So eine Liga ist wichtig, die Zweitliga-Absteiger werden fortan nicht mehr ins Bodenlose fallen! Genau das gleiche passiert nun aber mit den Drittliga-Absteigern. Ja, sogar noch viel krasser! Das Dumme an der Sache: Die fehlende Lobby der Babelsberger, Aalener und Sandhäuser. Allein dieser Umstand würde mich schon vom regelmäßigen Premier-League-Gucken abhalten. Fußball ist eben nicht nur Sternenhimmel, sondern war tatsächlich mal ein durchsichtiger, breitaufgestellter Sport - und die Möglichkeit bestand, als Bengel vom Dörpen sich in der Amateur-Oberliga für höhere Aufgaben zu empfehlen. So lange das nicht wieder ansatzweise hergestellt ist, werden die Bundesligen bei mir immer einen faden Beigeschmack behalten. Dass ich "einigen" höherklassigen Mannschaften eigentlich die Treue halte, muss man hinnehmen. Alles andere finde ich verlogen.

Auf der anderen Seite muss man das akzeptieren, dass es für diese Thematik offensichtlich keine Öffentlichkeit gibt. Das ist bitter und vor allem der oberflächlichen Popularität der Nationalmannschaft geschuldet. Da hilft nur der Zusammenschluss der, nun ja, Eingeweihten, sag ich mal. Also, was bleibt uns anderes übrig als: Pöbeln, pöbeln, pöbeln! Madig machen, madig machen, madig machen! Immerhin hat diese kleine Front schon wieder eine verfrühte Reform auf den Weg gebracht. Da wurden trotz der Aufregung jetzt, einige Dinge verbessert. Auch wenn's ein fauler Kompromiss bleibt.

Vielleicht wird's ja noch besser werden? Die baden-württembergischen Oberligisten planen übrigens die Bayern-Regionalliga zu kippen, wie ich gelesen habe, jedenfalls plant man einen internen Zusammenschluss, um dagegen zu protestieren. Ja, sehe ich genauso. Das kann nicht schaden. Kommt aber etwas zu spät. Welcher Verbandspräsident hat sich da eigentlich wieder schmieren lassen?
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
Ja gut, aber die Idee mit der 3. Liga deswegen zu verteufeln? Da fällt ja quasie dann irgendwann jueder irgendwie in irgendwas Bodenloses, wenn du das immer weiter runterreichst?

Und:
Auf der anderen Seite muss man das akzeptieren, dass es für diese Thematik offensichtlich keine Öffentlichkeit gibt.

ist ja genau wegen

Dass ich "einigen" höherklassigen Mannschaften eigentlich die Treue halte, muss man hinnehmen. Alles andere finde ich verlogen.

so, ne? Ich bin auch nicht gerade Allesfahrer bei meinem Verein und lebe jetz seit über 10 Jahren in Düsseldorf, also gehe ich auch mal DA hin und find's irgendwann gut. ABER: Es gibt (gäbe) wahrscheinlich auch eine Öffentlichkeit in den "kleinen" Fußballstädten, wenn die Manschaften auch mal erfolgreich spielen WÜRDEN, Tun sie aber nicht und wird über die Jahrzehnte zementierten Verhältnisse auch immer schwieriger, an den Etablierten der Bundesligen vorbeizuziehen. Dieses Jahr in der ersten ja mal im kleinen (Hannover unter den ersten drei, weite Teile der Saison von Mainz und Freiburg) - paradoxerweise könnte so die erste mal Hoffnungsträger für die dritten, vierten und fünften Ligen sein.

Zwei Sachen an deinem Posting hab ich nich verstanden:

Das ist bitter und vor allem der oberflächlichen Popularität der Nationalmannschaft geschuldet.

Nationalmannschaften werden aber doch nicht aus den Oberligen bestückt jetz? Und, welcher Verbandspräsident bei welcher Entscheidung was und wie und hab ich was verpasst?
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Okelidokeli, Rudi.

Das mit der Treue halten... ja, mach ich irgendwo immer noch, zieh mir dann und wann noch über's Netz illegal die Spiele rein, gehe nur noch sehr selten zur Bundesliga. Die Vereine, denen ich ich seit Kindesbeinen die Treue gehalten hab - vor allem Bochum, ferner Bremen, irgendwann kam noch RW Oberhausen dazu -, stehe ich schon in den letzten Jahren nur noch sehr abgemildert zur Seite. Das ist das Produkt der fußballerischen Gesamtentwicklung in Deutschland. Also, ich glaube, das Gegenteil dessen, was du da rausgelesen hast (war mir auch der schlechten Formulierung bewusst). Klar, beim Profi-Fußball bin ich immer noch dabei, aber mein Herz hab ich irgendwo zwischen Bochum und Bremen verloren...

Das Ding in der Dritten Liga ist ja auch die Masche mit den Reserve-Mannschaften. Im Moment läuft's gut, da geht wohl keiner rauf und es schaut so aus, als wenn zwei Reserven absteigen. Aber das ist ja nicht in Zement gemeißelt. In der Liga gibt es zurzeit nur drei Absteiger und einen riesigen Pool von Zwoten in den Regios, die sich normalerweise massiv um die Plätze in der 3. Liga scheren. Die Zweiten verderben da den Spaß. Es müssen mehr Plätze in den Profi-Ligen her: Bundesliga, Zweit Liga auf 20 aufstocken, auchüber die 3. Liga kann man nachdenken, mindestens vier Aufsteiger in die 3./2. Liga - weg mit der dämlichen Relegation unterhalb der Bundesliga!

Du sagst, es gibt keine Öffentlichkeit, weil bestimmte Vereine nicht erfolgreich spielen. Ich sage: Teilweise werden sie auch daran gehindert, erfolgreich im Liga-Ranking aufzusteigen. Auf der anderen Seite frage ich mich, was es mit dem Begriff "erfolgreich" auf sich hat? Mein semiprofessionell ausgerichteter Verein ist im Moment sehr erfolgreich, wird wahrscheinlich dennoch nicht aufsteigen und weiterhin in Liga vier versauern. Trotzdem gerat ich in Verzückung - weil's einfach ehrlicher Sport ist und die Chance besteht, in Liga 3 aufzusteigen. Mehr will ich doch gar nicht, lasst euch doch nicht immer von der Champions League den Kopf verdrehen! Titel hier, Titel da - ja mei, laufen hier nur noch Olli Kahns herum!?

Die zweiten Mannschaften werden vor allem mit dem Argument am Leben gehalten, dass dort die zukünftigen Super-Talente herangezüchtet werden, für die es ganz wichtig ist, sich gegen Elversberg und Wilhelmshaven das nötige Rüstzeug für die Champions League zu holen. Schau mal in den Foren dieser Welt nach, schau dir das Feedback an - da wirste zu einem großen Teil hören: Wenn wir das System auf das englische umstellen, Reserven verbannen, werden wir uns zukünftig nicht mehr für WMs qualifizieren. So ist das. Und das ist ein Schreckensgespenst. Über die Nationalmannschaft läuft alles. Schlechter Nachwuchs = schlechte Nationalmannschaft = schlechte Bundesliga. So die einfache Kausalkette.

Das ist durchaus was dran, das ist aber niiieeemals der Weisheit letzter Schluss. Das englische Liga-System, finde ich... sehr demütig gegenüber allen Vereinen dort irgendwie. Es wird zumindest dieser großen, weiten Fußball-Kultur dort gerecht. Fußball-Kultur, das bedeutet nämlich: Die große Basis, die viele, viele unterklassige Vereine dort seit Jahrzehnten begleitet, zu bewahren, in dem man auch den Dritt- und Viertligisten eine Plattform und damit Beachtung schenkt. In Deutschland ist es das Gegenteil - keiner geht mehr zum Amateurfußball. Selbst WOB II - H96 II haben letzte Woche sage und schreibe 58 Fans verfolgt. Das ist ein derartiges Armutszeugnis für die höchste Amateurliga, da fällt mir gar nix mehr zu ein. Die Basis bei den breitaufgestellten Traditionsvereinen nimmt auch immer mehr ab. Spitzenspiel in Lübeck gegen Halle, alles geht, alles freut sich - es kommen 2000 Zuschauer und damit ist der Schnitt rückläufig. Das ist sehr traurig und damit beraubt man sich der eigenen Vielfalt und somit Stärke - nur um diese winzige, kleine Spitze zu pushen. Das finde ich verlogen, ja, heuchlerisch irgendwo - zumal wenn man sieht, dass der DFB 6,7 Millionen Mitglieder dienen soll.
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
Ich unterschreibe das meiste ja, vor allem mit der Hinderung der sportlichen Erfolge der kleineren Vereine.

NUR: die oben haben sich das ja auch erarbeitet irgendwann. Will sagen: HEUTE isses eben verdammt schwierig da rein zu kommen, sportlich, wirtschaftlich, alles. Gründe: ja, hammer besprochen. Deswegen bin ich skeptisch, dass man das überhaupt noch mal ändern kann. Und wenn, dann ob mit diesen Methoden.

Zu Lokalnational:

Schau mal in den Foren dieser Welt nach, schau dir das Feedback an - da wirste zu einem großen Teil hören: Wenn wir das System auf das englische umstellen, Reserven verbannen, werden wir uns zukünftig nicht mehr für WMs qualifizieren.

Ich werde mal die Foren der Welt bemühen, vielleicht lasse ich mich überzeugen. Warum das jetz für die DFB-Trainer soviel einfacher sein soll Leverkusen II als, gut, bleiben wir Süden, Elversberg, Roßbachtal oder Reutlingen zu beobachten, versteh ich (derzeit noch) nich ganz.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Erarbeiten is' das eine, in den Schoß gelegt das andere. Vielleicht hätten die Preußen Münster ja auch das Glück gebrauchen können, in den 90ern ihre einzige BL-Saison gespielt zu haben? So war das im Gründungsjahr und der finanzielle Mehrwert gleich null. Also: Erarbeitet schon, aber nicht nur.

Und die Sache mit den Zwoten: Is' doch ganz einfach - je zentralisierter, desto einfacher. Die Bundesligisten haben die Mittel und sie bekommen die Plattform dafür vom DFB zugebilligt - nämlich den Spielbetrieb in der 4./3. Liga - und das geht nunmal auf Kosten der Amateurvereine. Is so. Damit die Spitze versorgt wird mit Spitzentalenten, wenige Vereine. Das hat jawohl in dem Laden mal höchste Priorität? Amateurfußball wirft keinen Gewinn ab, Nationalmannschaft schon. Hab doch schon gesacht: Das is'n Fall fürs Kartellamt oder so!
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
Amatöt fängt wann genau an? Wenn du davon nich leben kannst. Musste noch unter die 4. gehen, sachichjetzmal.

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