Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Sehe gerade der Eberl-Link funzt nicht. Deshalbt hier nochmals im Klartext für copy & paste:

http://www.borussia.de/de/aktuelles-termine/news/borussia-news/news-deta...
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Vorab mal, es wurden, nach meinem Kenntnisstand, 3 Vorschläge eingereicht. Der WLFV favorisiert das 2+1-Modell, der BFV die Abschaffung der Regionalligen und 8 neue Oberligen, die DFL möchte alles beim Alten lassen und ein bisschen an den Zulassungskriterien herumschrauben. Inwieweit besteht da eigentlich noch Kompromissbereitschaft oder müssen wir uns auf eines dieser drei Szenarien gefasst machen?

Das Problem bei diesen bunten Vorschlägen, sehe ich in erster Linie, dass es jeweils immer nur einer Sache gerecht wird. Wenn ich mich nicht täusche, ist es bereits beschlossene Sache, dass TV-Gelder für die vierten Klassen ab 2012 wegfallen werden. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege. Eine zweigeteilte Regionalliga wäre die Blaupause einer waschechten Profi-Liga, machen wir uns da nichts vor. Ein gewisses Fanaufkommen würde gewisse Sicherheitsauflagen zur Pflicht machen. Größtenteils sogar gerechtfertigt. Wenn jedoch die Fernseheinnahmen noch gänzlich wegfallen, wie soll sich das für neuaufkommende Vereine noch lohnen?

Der 2+1-Vorschlag, ja, er wäre mit einiger Sicherheit das bessere Modell zum jetzigen. Aber an seiner Struktur wird sichtbar, es handelt sich um einen Vorschlag der alten Regionalliga-Granden. Hier wird eine Traditionsliga befeuert. Das ist nett und schön, eine solche Liga will ich auch haben, aber ich setze mich für optimale Transparenz ein und ich möchte in erster Linie einen Durchlauf auch von unten nach oben garantiert wissen. Das dürfte im Vergleich zur aktuellen Struktur nochmals schwieriger daherkommen.

Eine Mannschaft, die in die Regionalliga aufsteigt, also der obersten Amateurklasse, sollte wenig investieren müssen, um dort mitspielen zu können. Das ist aber heute nicht der Fall und mit dem 2+1-Modell ebenso nicht (meine ich, jedenfalls wird's genauso schwierig wie gerechtfertigt möglicherweise). Die 3. Liga müsse gestärkt und als endgültiges Ziel Profi-Fußball zementiert werden, um sie rentabler zu gestalten, in dem Sinne dass Investitionen in die Vereinsstruktur Ertrag abwerfen, und auch um sie dem gemeinen Zuschauer attraktiver zu servieren.

Es ist doch ein Irrsinn, dass ein "neuer" Verein in diesem Geschäft - wie letztes Jahr der Goslarer SC - alles Menschenmögliche in Gang setzen muss, um die Finanzierung und Struktur für die Regionalliga Nord mitzubringen, was letztlich sogar derart an der Substanz knabbert, dass am Ende der Saison der sang- und klanglose Abstieg bevorsteht. Respekt nach Goslar, dass man davor nicht zurückscheute, aber wie sich das mittelfristig auf den Verein auswirken wird, ist nicht abzuschätzen. Möglicherweise haben sich die Harzer damit keinen Gefallen getan, auch wenn sie's allen recht machen wollten. Aber um den Anschluss zu schaffen, bereits in der ersten überregionalen Liga ein Wörtchen mitzureden, um bundesweit bzw. überregional dann doch nicht Beachtung zu finden, bzw. neue Gelder zu akquirieren, ist mir das ein viel zu hoher Einsatz. Und eben auch Gift, aufstrebende Standorte mit dem Aufstieg in die höhere Klasse zu belohnen. Denn das sollte, so weit wie möglich, unabhängig von externen Geldgebern gewährleistet sein.

Was man braucht ist also ein Kompromiss, der soweit alle Lager bedient. Wie der ausschaut, das habe ich ja bereits angedeutet. Entweder fächern wir die Ligen etwas auf, damit auch den kleineren Standorten und den finanzschwächeren Vereinen eine Teilnahme bis zur ersten Profi-Liga garantiert wird. Hier spielt es natürlich eien Rolle, wie viele oder ob Plätze durch Zweitteams blockiert werden. Ohne Zweitteams hielte ich maximal eine viergleisige Liga-Aufteilung für eine gute Wahl. Mit den Zweiten möglicherweise 6 Staffeln, evtl. inkl. Begrenzung (was wohl nur für die Weststaffel infrage käme).

Ein anderer Vorschlag - dessen Umsetzung freilich zu früh käme - wäre die Einführung einer 4. Bundesliga. Damit würde sich das System an das englische angleichen. Eine vierte Bundesliga und darunter ein gesundes Oberliga-System. Bevor ich mit Tomaten beworfen werde: Ich weiß jetzt auch nicht, was ich von dieser Idee halten soll. Aber Vorschläge, so habe ich gehört, sind hier ja durchaus willkommen ;-).
Unter Umständen, ließe sich eine 4. Liga zusammen mit der 3. Liga vermarkten, in einer 20er-Liga würde sich - die jetzigen Regionalliga-TV-Gelder als Grundlage - auch ein einigermaßen Sümmchen für die betreffenden Vereine zusammenbringen, so dass eine recht attraktive Liga entstünde, die ihre Vereine mit höheren Einnahmen als es jetzt der Fall ist versorgt. Darunter dann vlt. die acht BFV-Vorschlags-Oberligen. Wie man es mit den 2. Mannschaften handhabt, da bin ich mir unschlüssig, eine Verbannung bekäme man nicht durch. Vielleicht jeweils eine Begrenzung auf vier Teams, die restlichen Zweiten dürften sich dann allesamt in den 5. Oberligen wiederfinden.

Diese Idee finde ich gar nicht schlecht, damit wäre der Profi-Fußball und der ambitionierte Amateurfußball unter einen Hut gebracht. Nach zwei Jahren genießt die 3. Liga noch immer annähernd Welpenschutz und ich glaube schon, dass der DFB seine höchste Spielklasse weiterhin profilieren will. Eine Konkurrenzliga mit ähnlichem Profil, käme daher zu früh. Meine Meinung. Trotzdem denke ich, in fünf bis zehn Jahren wird es auf diesen Vorshclag hinauslaufen.

Das ist das eine. Die Haltung der Bundesligisten das andere. Ich will da nicht zu weit ausholen. Mein Standpunkt ist bekannt. Zwar setze ich mich natürlich für den Amateurfußball ein, was kein Geheimnis ist, aber auch ich gehöre seit jeher einem Bundesligisten an. Das sollte bei dieser Debatte aber zurückstehen. Wie gesagt, bevor noch holländische Verhältnisse in Bezug auf die Profi-Ligen hier entstehen, nehme ich es gerne in Kauf, dass meine favorisierten Bundesligisten schnell mal bis in die vierte Liga absteigen können.

Demnach halte ich nicht viel von Maxi Eberls Aussagen und vom Rest der DFL. Was ich übrigens auch immer recht ulkig finde, ist das Argument England in seiner Gesamtheit. Ich frage mich, weshalb es in den Jahren 2000-2010 derart viele Jung-Profis auf die Insel zog. Immer wieder mit der Begründung, dort würde die Jugendarbeit groß geschrieben, die Professionalisierung in Sachen Nachwuchs bei den Profi-Teams wäre eine ganz andere, der eigenen Entwicklung würde dies einen enormen Schub verleihen etc. Ich weiß nicht, ob dies richtig ist. Fakt jedoch ist, dass es viele, viele Teenie-Hoffnungen auf die Insel zog und dieser Aspekt - ja möglicherweise liegt's auch einfach an dem vielen Geld, das man schon als Nachwuchskraft in England verdient, davon habe ich aber keine Kenntnis - und das Argument "durch bessere Struktur im Ausland gehen uns die Spitzenkräfte verloren" (vergleiche die Argumentationsstruktur mit solch Sendungen wie "Die Auswanderer", sozusagen von Bielefeld in die schöne Mallorca-Welt :-)) niemals zu Wort kommt. Wie oft haben unsere 16-jährigen Nachwuchshoffnungen in England das ganze Gefüge der Nachwuchsarbeit dort gelobt, schon in jungen Jahren mit Drogba und Essien mittrainieren zu dürfen. Mit Verlaub, das viele Geld ist das eine, aber die Struktur der englischen Nachwuchsförderung hat man landauf, landab über den grünen Klee gelobt.

Bei der Diskussion Reserveliga mahnt man jedoch wöchentlich die schlechte Durchlässigkeit von unten nach oben in England an. Also, für meinen Geschmack läuft bei dieser Debatte irgendetwas gründlich falsch. Ist das nicht irgendwo ein prima Beleg, dass eine hervorragende Basis- und Jugendarbeit einen Scheiß wert ist, solange die Profi-Mannschaften mit halbjährigen Trainerentlassungen und externen Zukäufen en masse die Durchlässigkeit auch innerhalb des Profi-Teams behindern?
Das liefert einen sehr faden Beigeschmack und insgesamt stufe ich die Bedenken der DFL-Vertreter als überaus halbgar ein. Der Fisch stinkt immer vom Kopf. Und ein Verein, der wie verrückt auf dem internationalen Transfermarkt wildert, bei dem der Trainer nach zwei Niederlagen in der Schusslinie steht, weil wirklich alles hinterfragt wird, der wird auf Dauer auch nicht viele Eigengewächse einbauen können. Egal, ob die sich ihre Sporen in der 2./3. Bundesliga oder in einer Reserveliga verdient haben.

Da kann ich jetzt noch fünfzehn Absätze schreiben, ohne Kompromissbereitschaft, dem Mute zu Veränderungen und Nachsicht gegenüber den Nicht-DFL-Vertretern, wird man niemals irgendwelche Belege finden können. Die DFL macht's sich daher sehr schön bequem und spielt mit den Totengeistern, die in letzter Konsequenz mal die Nationalmannschaft erreichen können und erhält - gerade nach der tollen WM - sicherlich Rückhalt in der Bevölkerung. Es ist der viel beschriebene Kampf gegen Windmühlen. Aber wie man das händeln soll, weiß ich auch nicht. Klar ist jedoch, mit dieser Sturheit, gerade was die DFL momentan befolgt, erreicht man gar nichts. Ich erwarte keinen Konsens, sondern einen fruchtbaren Kompromiss, der beide Seiten bedient. Mit dem Vorschlag der Profis "alles dabei zu belassen", ist nur den DFL-Vertretern geholfen. Das geht jawohl mal gar nicht und das sieht der Blinde mit dem Krückstock. Hier geht es ja weniger um Ideologie, sondern um Fairness und Transparenz, das sollten Fußball-Funktionäre aller Klassen jawohl mal hinbekommen...
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Wow, als hätte ich das vom Bruchhagen vorher gelesen!

(http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1034995Link)
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Wow — auf Orangeat und Sukkade ist Verlaß! Du bist ja wohl der leidenschaftlichste Anhänger des unterklassigen Fußballs auf diesen Seiten. Auch die beachtenswerten Einwände und -würfe Deines letzten Posts habe ich gerne gelesen.

Ich hoffe mal sehr, das beinahe unverschämt standhafte Säbelrasseln der DFL-Vereine bedeutet nur, daß man mit einem möglichst hohem Gebot in die Verhandlungen eintreten will. (Des Hinweises bedarf es wohl nicht, aber trotzdem: natürlich entspricht nicht alles, was ich in der obenstehenden Zusammenfassung wiedergegeben habe meiner persönlichen Meinung. Ich wollte lediglich im Vorfeld der heutigen Ligamanagertagung mit Matthias Sammer mal den Stand der Dinge vorstellen.)

Wenn beide Seiten weiterhin vom Spielbetrieb in Klasse drei und abwärts profitieren wollen, wird es einen Kompromiß geben müssen. Ich kann's nicht oft genug sagen, angesichts von zehn zweiten Mannschaften in der Staffel West (der De-facto-Reserveliga) besteht Handlungsbedarf, egal wie man zu dieser Frage steht. Eine Wir-weichen-keinen-Meter-Mentalität der DFL hilft da niemandem.

Daher glaube ich auch, daß da mehr drin ist für die ersten Mannschaften. Geminderte Lizensierungsauflagen, niedrigere Altersbeschränkung bei den jetzigen U23-Mannschaften, Verteilung der Fernsehgelder an die ersten Mannschaften über 2012 hinaus und eine Begrenzung der Anzahl von Zweitvertretungen sollten da schon mindestens drin sein, bei geschickter Verhandlungsführung vielleicht noch mehr. Wenn nicht, wäre ich schon ein wenig enttäuscht von den »Großen«.

Sollte das nicht gehen, halte ich von den aufgelisteten Vorschlägen das 2+1-Modell bisher noch für das vernünftigste. Ich bezweifle aber, daß das durchsetzbar sein wird. Von einer Ausweitung auf fünf oder mehr Staffeln halte ich wie gesagt weniger. Dann lieber eine ordentliche »4th Division« (jaja die guten alten Zeiten vor Barclays und Coca-Cola…) nach englischem Vorbild. Da gebe ich allerdings Orangeat und Sukkade recht. Angesichts der bedrohlichen Lage einiger DFB-Clubs wäre das zu früh. Wäre aber mal eine gute Gelegenheit für eine ordentliche langfristige Planung, wenn die Herren sich zu so etwas zusammenraufen können.

Die Frage »Wie hältst Du's mit den Zweitvertretungen« wird aber auch dann noch bestehen bleiben. Ich bin alles andere als ein Experte zur englischen Jugendausbildung, lese jedoch dieser Tage in englischen Zeitungen nicht viel Gutes darüber. Vielleicht kann der Statistikfreund da noch einmal aushelfen. Unsere Jugendarbeit trägt jedenfalls Früchte derer ich mich auch gerne weiterhin erfreuen würde. Da wachsen bei vielen Vereinen sehr gute Spieler heran. (In diesem Zusammenhang begrüße ich auch die wachsende Bereitschaft, die jungen Talente auch in den ersten Mannschaften einzusetzen.)

Ich befürchte auch, daß jede Regelung im Bereich der Jugendmannschaften (Reserveliga oder gemischt), die versucht ohne Abstiegsgefahr auszukommen, verfehlt wäre; eben diesen Konkurrenzdruck braucht es für die Entwicklung nachhaltiger Qualität. Kann man nicht frü genug verinnerlichen. (Meines Erachtens ist dies bspw. das zentrale Defizit des US-amerikanischen Systems.)

Als Leitbild für die bevorstehende Auseinandersetzung sollte dienen, was Orangeat und Sukkade ausgeführt hat, kurz: Aufstieg muß sich wieder lohnen.

p.s. Der Herr Bruchhagen ist schon sehr »nicht schlecht«. Da hat die Eintracht Glück.
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Fehlt mindestens ein »h« — kein Wunder, so kurz nach dem Früstuck.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Danke, Andreas Blenke!

Ich finde, man lügt sich in die eigene Tasche, wenn man oberhalb der Regionalliga für paradiesische Verhältnisse sorgt, den Mannschaften darunter aber den Hahn abdreht. Es wird niemals eine feste Startplatzverteilung in den Ligen geben, also sollte das jeden Verein interessieren, wie denn nun die Struktur im dt. Fußball aufgebaut ist. Unabhängig davon, ob ich nun den und den Amateruverein dufte finde. :-)

Ansonsten möchte ich mich diesen Absätzen anschließen:

Wenn beide Seiten weiterhin vom Spielbetrieb in Klasse drei und abwärts profitieren wollen, wird es einen Kompromiß geben müssen. Ich kann's nicht oft genug sagen, angesichts von zehn zweiten Mannschaften in der Staffel West (der De-facto-Reserveliga) besteht Handlungsbedarf, egal wie man zu dieser Frage steht. Eine Wir-weichen-keinen-Meter-Mentalität der DFL hilft da niemandem.

Ich befürchte auch, daß jede Regelung im Bereich der Jugendmannschaften (Reserveliga oder gemischt), die versucht ohne Abstiegsgefahr auszukommen, verfehlt wäre; eben diesen Konkurrenzdruck braucht es für die Entwicklung nachhaltiger Qualität. Kann man nicht frü genug verinnerlichen. (Meines Erachtens ist dies bspw. das zentrale Defizit des US-amerikanischen Systems.)

Und zu deinen Jungfohlen möchte ich abschließend auch mal was sagen. Ich sah vor ca. einem halben Jahr ein Bundesliga-Spiel: Borussia Mönchengladbach - VfL Bochum. Überraschend führten die Gäste vom VfL mit 2:0 als zwei Fohlen debütierten (?). Fabian Bäcker und Patrick Herrmann. Nach ein paar Minuten flankt Herrmann auf Bäcker - 1:2. Woooow, dachte ich mir da, was kommt denn da auf uns zu? Der Bäcker schien danach in Ungnade gefallen zu sein, beim Frontzeck (ich glaube da gab es auch irgendwie einen Vertragsknatsch oder so...).

Der Kamerad Herrmann hingegen fand in der Folge Woche für Woche zumindest seinen Platz im 18er-Kader und kam auf Spielminuten. Meine Augen waren also fortan auf diesen jungen Herrmann gerichtet. Und ja, bei dem was ich so mitbekam: dynamischer Bursche, gute Ballbehandlung und das, was man immer so als unbekümmert aussprechen möchte (was ist eigentlich aus Michael Kümmerle, dem ehemaligen Fürther Talent, geworden, frage ich mich da gerade?). Ich dachte mir außerdem: Oho, gebt dem Jungen Einsatzzeiten, warum sollte er nicht das schaffen, was andere Platzhalter nicht schaffen?

Und siehe da: Herrmann spielt erstmals (?) von Beginn an in der Bundesliga und sorgt u.a. für das Ergebnis, das jetzt so schön neben deinem Usernamen aufbereitet ist. Ich will mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Aber war das nicht schon in der vergangenen Rückrunde ersichtlich, was da für ein Talent im Fohlenstall schlummert? Und schau mal an: Die Zweite von den Borussen hätte in die NRW-Liga gemusst, hätte es nicht Essen, Mannheim und Bonn erwischt...
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
(http://www.kicker.de/news/fussball/regionalliga/rlwest/regionalliga-west... du die Zwoten oben sehen, musst du die Tabelle drehen.)

Bislang jedenfalls. Erfreuliche Entwicklung bislang - von Schalke mal abgesehen, aber die brauchen in Zukunft ja einen starken Unterbau für *hust* alles, was da kommen mag. Also alles zu heiß gekocht?

Klares JEIN!

Die Sache mit der Spielpraxis ist doch eine Frage der Perspektive.

Einerseits: Warum müssen die Jungens in der Zwoten spielen, warum können Sie nicht auch an... sagen wir mal völlig willkürlich... an Preußen Münster ausgeliehne werden, dann zwei Jahr spielen und wieder zurück kommen? Das doch mal echt ein Geschäft für beide Seiten - wenn nicht der Spieler X dann so gut wird, dass er nicht mehr weg zu denken ist aus dem "Farm-Team" Preußen Münster.

Andererseits:
Das ist dann wieder schlecht für Münster wegen der fehlenden Planungssicherheit. Fällt ja alles zusammen.

Aber:
Auch wieder Quatsch, wenn man bedenkt, dass das Eigengewächs genauso schnell (oder noch schneller) weg sein kann. Wenigstens hätten die Preußen zwei Jahre lang Sicherheit gehabt, der Verein (vielleicht) besser und vor (noch) mehr Zuschauern gespielt, sich so eine neue Reputation aufgebaut und würden (paradoxerweise ja durch Spieler X) an das Tor zur nächsten Liga anklopfen.

Kann ich mich entscheiden?

Ja. Zu wenig Zuschauer, zu unattraktive Namen, mangelnde Chancengleichheit (allein die Nutzung der vorhandenen Infrastrukturen der Profis bei den Vertretungen!) und Kahns Aussage von 78 oder so (sinngemäß): "Mimimi... bei uns ist ja schon das Training härter als bei den Ligaspielen..." ja dann: Bleibt's halt im Training und pfeift doch auf die Spielpraxis, Qualität wird sich schon durchsetzen!

Und wenn, ja, wenn die Zweitvertretungen so geil wären/werden, dann werden sie sicher auch "unter sich" genug Zugkraft entwickeln. Und wenn's die nicht braucht, dann doch eben auch drauf geschissen.
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Hallo Orangeat und Sukkade, hallo Rudi,

tut sich ja gerade nicht viel. Die Fronten scheinen einigermaßen verhärtet, es sei den hinter den Kulissen wird hart geschachert. Diesmal würde man sich das fast wünschen. Hab so ein Gefühl am Ende läuft's darauf hinaus, daß alles so bleibt, wie's ist und die großen den Kleinen einige Zugeständnisse machen. Man kann nur hoffen, daß da möglichst viel herausgeschlagen wird.

Zum Thema Patrick Herrmann/Fabian Bäcker – jaaa, das war ein schönes Tor. So lange ist der Bäcker noch gar nicht bei uns; der kam 2008 vom FC Saarbrücken. Hat nicht lange gebraucht, einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Fabian Bäcker ist ein Jahr älter als Herrmann aber schon vier Jahre länger beim VfL. Es gab da wohl letzte Saison einige Unstimmigkeiten über die Laufzeit des Vertrages, aber das hat unsere Herren nicht gehindert, ihn in den Kader aufzunehmen.

Ich behaupte, wenn er da gute Leistungen zeigt, wird auch verlängert. Alles andere wäre sinnlos, weil sein aktueller Vertrag nur bis 2011 läuft, Transfererlös ist also nicht drin. Gespannt sind die Borussen auch auf die weitere Entwicklung von Marc-André ter Stegen (ja, so kann man heißen), den der Verein als »eines der größten Torwarttalente im deutschen Fußball« bezeichnet. Der soll offenbar als zukünftige Nr. 1 aufgebaut werden und steht auch bereits im Profikader.

Ich befürworte sehr, daß man diesen jungen Spielern Chancen gibt, und hoffe, daß sich möglichst viele durchsetzen werden. Erstmal erhöht das den Identifikationsfaktor ungemein, und zum anderen trauer' ich ja immer noch dem Herrn Polanski hinterher (der mal der kommende Mittelfeldstratege bei uns war).

Der (beinahe erfolgte) Abstieg hat mich ehrlich gesagt ein wenig überrascht, zeigte aber auch (wenn man die Tabelle wieder hervorkramt), wie eng in der RL West alle zusammen sind. Bin mal gespannt (und schon wieder am Zittern), was wohl diese Saison passiert. Nicht daß der neue Trainer auch gleich wieder gehen muß. Diesen jungen Mannschaften, fällt es halt bisweilen noch schwer gegen gestandene »Herren« konstante Leistungen abzuliefern, besonders, sobald die körperlich ein bißchen kompromißloser zu Werke gehen (und das entspricht ja dem Argument der DFL-Clubs für den Verbleib in der RL).

Davon abgesehen, daß die Reform früher oder später stattfinden muß, noch mal eine Frage am Rande. Die ganzen Vereine, die die Regionalliga am liebsten ganz für sich alleine hätten, haben doch selbst zweite Mannschaften in tieferen Liegen am Start. Weiß einer von Euch, ob da eine ähnliche Diskussion geführt wird?

Mir geht's wie Rudi Thömmes, ich kann mich schwer entscheiden, was das Beste wäre. Ob das mit der Ausleihe klappen würde, bezweifle ich allerdings immer noch, weil ich — wie schon ganz weit oben beschrieben – neue Abhängigkeitsverhältnisse zwischen DFL- und DFB-Clubs befürchte, die sich negativer auf die Chancengleichheit auswirken würden als das aktuelle System.
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Hoppla, ich meinte natürlich: »So lange ist der Hermann noch gar nicht bei uns.«
Veltinsbauch Eufi Offline
Dabei seit: 14.04.2008
Ich kann mich noch an Rot Weiss Essen gegen VfL Bochum II erinnern vor zwei Jahren. Das Spiel war Sonntags und zeitgleich trat die erste Mannschaft des VfL in der Bundesliga an. Folglich blieb der Gästeblock leer...

Nicht gerade attraktiv gegen solche Zweitvertretungen kicken zu müssen, da sind wir uns ja einig...
ColePorter Offline
Dabei seit: 16.09.2005
Ich dachte, du hasst RWE?!
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Also, tut sich doch weiterhin was:

(http://www.vfb-luebeck.de/newsarticle/items/presseerklaerung-der-ig-regi...)

So ist's recht. Jemanden, dem man die Pistole auf die Brust hält, der wird sich im Zweifel auch wehren und seinen eigenen Colt zücken. Die Teams in der Regionalliga und die Regionalliga-gewillten Teams in der Oberliga jedenfalls, stehen mit dem Rücken zur Wand. Was von den DFL-Teams nicht zu behaupten ist...
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
Janu, steht so ziemlich auf jeder HP der Ligisten, nech.

Die Frage ist, ob dit 2:1 Modell denn überhaupt das langfristig richtige ist, so unter allen Gesichtpunkten? Die 2 RLs... also die DFL kann mit hohen Anforderungen an Stadion, Umfeld und Co die kleinen Vereine auch weiterhin nach 1-2 Saisons kaputt spielen.

Spielt doch letztlich keine Rolle, ob in der dritten, Regio oder Oberliga, wenn du nich zahlen kannst, kannst du nich zahlen.

Nur der SVE!

PS: Heute im Stadion Rote Erde "Risikospiel" gegen Dortmund II.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Eben! So sehe ich das auch. Das ist zu kurz gedacht. So eine Reform muss allen Vereinen dienlich sein. Und halt nicht nur den Tonangebern in der momentanen Liga. Klar, für Lübeck, Münster, Chemnitz wäre das ein Upgrade. Und zur momentanen Situation auch ganz gewiss. Je nach dem, ob so eine neue Liga sehr viel mehr angenommen werden würde, könnte sie das auch für Klubs und Vereine werden, die sich aktuell aus finanziellen Gründen für die Liga nicht qualifizieren könnten.

Ohne Fernsehgelder wird da aber nichts zu bestellen sein. Ich favorisiere daher auch seit Beginn der Diskussion, die aufgefächterte Variante, d.h.: 4 oder 6 Staffeln. Und ich glaube auch, dass das Niveau nicht derart in die Breite gehen würde. Zumal ich es auch als okay empfinde, in dann 6 Staffeln fünf oder sechs Reservisten zuzulassen.

So, auf geht's nach Eichede zum SH-Liga-Knüller! :D
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
SV Elversberg? ;-)
Karlsquell Offline
Dabei seit: 15.06.2010
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
Schönen Dank. Viel romantischer Schiss drinn aber...

"Ohne gesunde Basis gibt es keine Spitze"
"Nachwuchsförderung gibt es nur bei den Amateuren"
"Es ist ein Machtkampf"

Wenn es denn wahr wäre, würde ich das sofort unterschreiben. Isses aber nicht.

"Der Profifußball schottet sich immer mehr ab" hingegen stimmt.

Tut er.

Und er braucht die Basis seit den fetten Fernsehverträgen nicht mehr. Spätestens seit der CL. Da geht schon lange nichts mehr auf Augenhöhe (zwischen der DFL und den Verbänden). Die einzige Motivation für eine Zustimmung der DFL (zu 2+1 oder einer Abschaffung) wäre mehr Kohle, mehr Professionalität und ein noch geileres Produkt wie "Die besten 4.en Ligen aller Zeiten" oder so.

Und Abkapseln vom Verband und ein erfolgreiches Parallelprogramm aufbauen? Wohl eher nicht, dafür ist die Ware Bundesliga 1 und 2 schin zu sehr "am Markt" etabliert.

Gibt mittelfristig nur eine Chance, solide wirtschaften, besser spielen, dit Nadelöhr der drei Aufsteiger aus drei Ligen zu passieren und oben bleiben, egal wie sie den Kompromiss nennen werden, es wird einer bleiben

Klingt wie Sieg oder Spielabbruch, irgendwie.
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Ich darf mich Rudis Einschätzung anschließen. Die Romantisierung der Probleme in der vierten Liga und abwärts nervt mich je prominenter das Thema in den Vordergrund rückt. Ausgerechnet RWE und den SVW als Beispiel anzuführen ist schon ein starkes Stück. Deren Probleme entstanden zur Hauptsache nicht durch die Regionalliga und schon gar nicht durch die reformierte, die erst seit zwei Jahren am Start ist. Aber das hatten wir hier an anderer Stelle schon.

Auch das Argument der Wettbewerbsverzerrung durch rekonvaleszente Bundesligaprofis, die in den zweiten Mannschaften eingesetzt werden, nehme ich nicht an. Die sind meistens keine echte Verstärkung, sondern Fremdkörper in einer Mannschaft, die dadurch durchaus auch mal ihren Rhythmus verlieren kann. Außerdem muß einem DFL-Profi, der eingesetzt wird, regelmäßig eine Stütze der Ausbildungsmannschaften weichen, um das Altersquota einzuhalten.

Auch daß nur wenige Jungprofis aus der vierten Liga den Sprung in die Profiligen schaffen, kann man so nicht stehen lassen. Tatsächlich werden die gerade immer mehr. Das Ausbildungskonzept von DFB und DFL ist ja so alt noch nicht, und es beginnt nun gerade erst Früchte zu tragen.

Bei allem Respekt vor den ehrlich besorgten Anhängern der Traditionsvereine, die Masse an Unterstützern der Unterschriftenaktion beeindruckt mich nicht. Die meisten kaufen einfach diese Gechichtchen, die für manchen Verein nebenbei bequem die eigenen Sünden übertünchen (immer recht praktisch, wenn andere schuld sind). Mir sind schon genug Anhänger des Vorschlags der Faninitiative begegnet, die sich nicht im mindesten mit dem Problem befaßt hatten, die Teilnehmer dieses Threads natürlich ausdrücklich ausgenommen.

Trotzdem gut, daß der Beitrag hier gepostet wurde, denn er enthält endlich auch mal ein paar konkrete und legitime Forderungen der Regionalligisten. Die meisten kann ich unterstützen:

(1) Die Reservemannschaften bringen keine Zuschauer mit

Das stimmt. Ich bin mal bewußt zugunsten der DFB-Vereine unrealistisch und behaupte, ein Traditionsverein bringt 1000 Gäste mit, eine Zweitvertretung gar keine. Darüber hinaus behaupte ich für die Dauer dieser Rechnung mal, die wollen alle sitzen und zahlen für den Sitzplatz € 15. Das wären dann bei zehn Reserveteams in der RL West in einer Saison pro Verein 10 × 1000 × € 15 = € 150 000.

Es sollte doch bei vernünftiger Argumentation und geschicktem Verhandeln möglich sein, diese Summe den DFL-Mannschaften aus den Rippen zu leiern. In diese Richtung wurde ja schon Bereitschaft signalisiert. Ich wäre sehr dafür. Ferner sollte die Zahlung der Fernsehgelder nicht auslaufen.

(2) Ein zusätzlicher Aufstiegsplatz

Habe ich gar nichts dagegen. Das Nadelöhr ist zu klein. Ich persönlich finde sogar, daß vier immer noch sehr wenige Aufsteiger sind. Was hieltet ihr von folgender Idee (ich spinn mal wieder rum): Aus jeder der drei Regioanlligastaffeln steigen zwei Mannschaften auf (also drei mehr als bisher). Man könnte sich überlegen, ob man als begleitende Maßnahme die dritte Liga von 20 auf 22 Teilnehmer aufstockt (willkommener Nebeneffekt: mehr Spiele — höhere Einnahmen).

Was nur wenige wissen, die bisher geltende Beschränkung auf vier zweite Mannschaften in der dritten Liga wird versuchsweise ausgesetzt. Ich finde, man sollte eine Beschränkung auf sechs Reserveteams beibehalten. Gerade wenn man die dritte Liga aufstockt, müssen so die Fernsehgelder nicht auf zu viele Vereine verteilt werden. Die zweiten Mannschaften sollten meines Erachtens weder in der dritten noch in der vierten Liga Fernsehgelder erhalten. (Zur Anzahl der zweiten Mannschaften in der Regionalliga, komm ich noch.)

(3) Die für eine Lizenz erforderlichen Investitionen in Stadionbauten sind zu hoch

Das habe ich schon zuvor bemängelt. Hier sollte man intensiv über eine Lockerung der Lizenzauflagen (der DFB zeigt sich da offenbar zugänglich) und über die Einführung von Fristen nachdenken (derart, daß erst nach mehreren Jahren Verbleib in der Liga nach einem Aufstieg bestimmte Investitionen fällig werden —, das gäbe Planungssicherheit und minderte das Risiko von Verlusten, sollte man sich nicht in der Liga halten).

(4) Beschränkung der Anzahl zweiter Mannschaften

Muß kommen. Alles andere wäre widersinnig, und zwar für beide Seiten. Zehn Reserveteams in der RL West? Klingt eher nach einer Reserveliga als nach dem »Stahlbad« Regionalliga. Die Anzahl sollte auf sechs Mannschaften (meinetwegen auch auf fünf) begrenzt werden, und die sollten selbstverständlich nicht im DFB-Pokal antreten.

Herr Korfmacher befürwortet anscheinend einen solchen Vorstoß. Die zweiten Mannschaften von z. B. SC Preußen Münster und SC Paderborn (die einzigen beiden in der Westfalenliga) werden ja (soweit ich weiß) klaglos geduldet, weil sich deren Anzahl in den betreffenden Ligen in Grenzen hält.

Den Vorschlag des Bayerischen Verbandes halte ich für nicht zielführend. Fernsehgelder müßten bei so vielen Staffeln auf zu viele hungrige Mäuler verteilt werden, und die Schere zwischen dritter und vierter Spielklasse ginge immer weiter auseinander. Sollten noch mehr direkte Duelle von Traditionsmannschaften gewünscht werden, könnte man auch bei den Regionalligen über eine Aufstockung auf 20 Mannschaften reden.

Abschließend: Was auch immer beschlossen wird, der Gedanke an die »gesunde Basis« sollte dabei im Vordergrund stehen. Ich sage, das ist auch im Sinne der Proficlubs. Wenn sich die Parteien unter der Vermittlung des DFB auf einen Kompromiß wie den dargelegten (oder einen ähnlichen) einigen könnten, würde jede Seite langfristig Vorteile daraus ziehen.
misterkite Offline
Dabei seit: 14.06.2004
möchte mal anmerken, dass dies einer der besten und zivilisiertesten threads hier ist,danke!
prince boapeng Offline
Dabei seit: 08.06.2010
Was mich an der ganzen Sache nachdenklich stimmt ist die Tatsache, dass die Amateure es nicht gebacken bekommen als eine Einheit (und somit geschlossen) aufzutreten.
Und genau daran wird vieles, wenn nicht sogar alles, scheitern!

Meine Vermutung.
misterkite Offline
Dabei seit: 14.06.2004
weil das politisch parteiliches geschacher ist,dieamateure im dfb sind die größte macht, was da an kungelei und filz läuft will ich gar nicht wiessen.schließlich ist das ein "amt". als deligierter im dfb parteitag sitzen ist doch genauso gut wie abgeordneter oder bekleider eines öffentlichen amtes sprich beamter.
M37 Offline
Dabei seit: 24.02.2006
Das Problem der Amateurvereine als Einheit wurde schon mehrfach in diesem Thread angesprochen:
Es gibt keine Einheit der Amateurvereine, weil in Deutschland in der Regionalliga zu unterschiedliche Entwicklungsstadien aufeinanderprallen: Da haben wir auf der einen Seite die "Traditionsvereine" wie Chemnitz, Trier, Münster, Halle, ... mit einer recht großen Anhängerschaft und zumindest Ansatzweise professionellen Strukturen (bzw. das was nach den Abstiegen aus der Vergangenheit davon übrig geblieben ist). Auf der anderen Seite haben wir die "reinen" Amateure, die aus den unteren Ligen nachstreben und die nicht auf eine Vergangenheit in den oberen Spielklassen Deutschlands zurückblicken können.

Ein schönes Beispiel für letztere ist mein Heimatverein Bayern Alzenau, die letztes Jahr als Tabellenletzter direkt wieder aus der Regionalliga abgestiegen sind. Alzenau an sich hat knapp 10.000 Einwohner, ein kleines Leichtathletikstadion mit einer Tribüne und hatte im Schnitt in der Oberliga Hessen ca. 350 Zuschauer. In der Regionalliga waren es dann zu Beginn ein paar mehr, als es dann absehbar war, dass es wieder nach unten geht sogar ein paar weniger...

Wenn man ehrlich ist, bringen solche Vereine den "Traditionsclubs" genauso wenig, wie die Zweitvertretungen der Profimannschaften. Zu den Auswärtsspielen konnte der frisch gegründete "Fanclub" der Alzenauer allerhöchstens mal einen Bus vollbekommen, also um die 50 Mann, im Normalfall sogar weniger...

Nur mal so ein Überblick über die Vereine, die momentan in den Oberligen auf den Aufstiegsrängen stehen:
SV Seligenporten, FC Nöttingen, SG Betzdorf, Bayern Alzenau, RW Essen, Germania Windeck, Budissa Bautzen, Berlin Ankaraspor Külübü, OSC Bremerhaven, BV Cloppenburg, FC St. Pauli II, SV Eichede.
Zugegeben, zu einem solch frühen Saisonzeitpunkt nur bedingt aussagkräftig aber dennoch: überlegt mal zu welcher Kategorie ihr die meisten dieser Clubs zählen würdet…
Der Punkt ist nämlich, dass es in den meisten Regionen (z. B. in Hessen, im Südwesten, in Bremen [wofür es eine eigene Bremenliga gibt ist mir sowieso ein Rätsel oder in Schleswig-Holstein) gar nicht mehr so viele „Traditionsclubs“ gibt, die nicht schon in den ersten drei Ligen spielen, weshalb aus den Oberligen auch eher kleinere Clubs aufsteigen müssen. Die Regionalliga ist einfach in so wie die Ligenstruktur sich im Moment darstellt die Liga in der der „reine Amateurfußball“ auf zumindest „semiprofessionellen“ Fußball trifft. Dass es da in manchmal Reibungen gibt ist unvermeidlich.

Anfänglich war ich auch ein großer Verfechter der 2+1-Regelung, je länger ich aber über das Problem nachdenke, desto mehr erscheint mir das aber nicht wirklich praktikabel. Denn eine Aufteilung in RL-Süd und RL-Nord würde zu einer Erhöhung der laufenden Kosten führen (weitere Anfahrten, häufigere Übernachtungen) ohne jedoch die Einnahmen nachhaltig zu erhöhen. Das wäre für die "Traditionsvereine" sicherlich machbar, für die Kleinvereine jedoch noch schwerer zu schultern als bisher schon (s. Goslar, Alzenau, Bonner SC, Eintracht Bamberg). Außerdem wird man es auch kaum gegen den Willen der DFL durchsetzen können. Voraussetzung für eine Reform ist aber, dass man die DFL mit ins Boot holt, da man einfach ohne sie nicht kann. Dafür hat sie zu viel Einfluss auf den DFB und de facto ist die DFL die einzige Instanz, die durch Finanzspritzen eine auf lange Sicht überlebensfähige Regionalliga etablieren kann. Ich denke diese Mitfinanzierung kann man schon durchsetzen, wenn man als IG Regionalliga geschickt auftritt (da wären wir wieder beim Thema Einheit), da ja auch die Zweitvertretungen ein Interesse an einer geregelten, spielstarken Konkurrenz haben.

Nun zum einem weiteren Streitpunkt: Dem Thema "Nadelöhr":
Ich weiß nicht, was gegen einen vierten Aufstiegsplatz in die 3. Liga sprechen sollte. Bei einem zwanziger Feld erscheint mir eine Anzahl von vier Absteigern in keinem Fall als zu hoch. Um den vierten Aufsteiger zu ermitteln böte sich eine Relegation in Hin- und Rückspiel zwischen den drei zweiten der Regionalliga an. Denn was gibt es denn spannenderes als eine solche Relegation. Da kann man Fans mobilisieren (--> weitere Einnahmen) und man bekommt überregionales Medieninteresse. Außerdem erscheint mir eine Anzahl von sechs Spielen (vier Partien für jede Mannschaft gerade noch vertretbar, um sie in den recht engen Terminkalender nach der Saison unterzubringen. Alternativ (falls die dritte Liga keinen weitern direkten Absteiger zulassen will), könnten auch der 17. der 3. Liga und die drei Zweitplatzierten der Regionalligen im K.O.-System (Halbfinale und Finale auf neutralem Platz) einen Startplatz für die 3. Liga ausspielen.

Wenn ich auf dem kommenden DFB-Bundestag etwas zu sagen hätte, würden meine Vorschläge wie folgt lauten:

• Begrenzung der Zweitvertretungen pro Regionalliga auf
maximal 6 bis 8 (als Kompromiss)
• Lockerung der Zulassungskriterien für Aufsteiger bzw.
Erlaubinis der schrittweisen Anpassung an die Erfordernisse
im Zuge von Saisonvorgaben (wie bereits im vorherigen
Post von Andreas Blenke erwähnt)
• Einführung eines vierten Aufstiegsplatzes in die 3. Liga
• Ermittlung des vierten Aufsteigers durch Relegation
zwischen den Zweitplatzierten (Dreier-Gruppe; evtl.
Hinzunahme des Tabellen-17. der 3. Liga, dann KO-System)
• mehr Präsenz der Regionalliga in den öffentlich-rechtlichen
Regionalsendern anstreben
Statistikfreund Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Heute 13:31:12 von M37
Danke für den interessanten Post. Zu Deinen Vorschlägen möchte ich folgendes anmerken:

• Einführung eines vierten Aufstiegsplatzes in die 3. Liga
Ich denke die drei Abstiegsplätze waren zur besseren Konsolidierung der 3. Liga gedacht. Ich finde Deinen Vorschlag aber sehr gut. Da ich aber für das 2+1 Modell, wenn es denn schon 2.Mannschaften geben muss, plädierte, würden sich 2 Relegationen ergeben.

• Begrenzung der Zweitvertretungen pro Regionalliga auf
maximal 6 bis 8 (als Kompromiss)
Lehne ich nach wie vor ab. Denn es sind nicht nur die fehlenden Auswärtsfans-da zöge Dein Bayern Alzenau Argument- Es ist auch so, dass die eigenen Fans gegen die Zweiten häufiger daheim bleiben-schau Dir die Zuschauertabellen an, wieviel Alzenau in die Auswärtsstadien zog und wieviel die Zweiten.

• Lockerung der Zulassungskriterien für Aufsteiger bzw.
Erlaubinis der schrittweisen Anpassung an die Erfordernisse
im Zuge von Saisonvorgaben (wie bereits im vorherigen
Post von Andreas Blenke erwähnt)
In der Tat hatte das der kenntnisreiche Andreas Blenke vollkommen richtig bemerkt, schließlich ist das für die EinSaisoner Alzenau, Goslar, usw. überlebenswichtig. Und wir Fans wollen den sportlichen Aufsteiger und nicht den finanziell-stärksten Aufsteiger sehen.

Dazu in Beispiel aus der NOFV-Oberliga Ost, Staffel Süd: Hier bequemte sich dann nach langem Überreden mit Gotha der 5Platzierte der Thüringenliga in diese Liga aufzusteigen. Es wurde gemunkelt, dass es wohl auch sportlich momentan nicht so attraktiv sei dort zu spielen, als dass die Mehrkosten wieder reinkämen...die nächsten Baustellen?

• mehr Präsenz der Regionalliga in den öffentlich-rechtlichen
Regionalsendern anstreben
Exakt, wenngleich sich die Ostvereine nicht beklagen können. Diese werden seit Jahr und Tag vom mdr tapfer begleitet-nur schaut die Amateuroberliga etwas in die Röhre momentan.

So dann ein dickes sorry an ANdreas Blenke, der mitverantwortlich ist, dass dieser Thread hier zu den informativsten und besten der 11freunde.de gehört:
03.09.2010 02:23:31 von Andreas Blenke
Noch mal für den Statistikfreund:

Wenn Du schon die Heimspiele von Huddersfield anschaust, besuchst Du dann auch mal ein Spiel der Giants,
-aus Zeitgründen selten live, so 2-3mal in der Saison. Allerdings verfolge ich die Rugby-WM und die Spiele der englischen Nationalmannschaft immer, interessiere mich also durchaus dafür. Nur bei Aussi-Rugby bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, ob das cool ist. Andererseits ist es schon sehr dynamisch...bei uns im Pub ist Rugby immer auch Thema. Erinnert mich ein wenig an den Frühshoppen von früher, wohin ich meinen Opa mitunter begleitete: 30minuten DDR-Liga, 1,5h BuLi. In meiner Pubrunde: 30min Rugby, 1h Premierleague, 2,5h die Terrier-das ist dann auc emotional wie ein Steigerungslauf.

Und die Lads sind doch in Essex, oder irre ich mich, und es gibt noch andere?
Das führt etwas in die Irre. "Lads" ist mehr oder weniger der Spitzname aller Frauenfußballteams hier auf der Insel als Kürzel/ Slang zu Ladies. Die Teams, die sowohl Männer-, als auch Frauenteams stellen übernahmen meist den Namen des Männerteams und hängten ein "Ladies Club" oder vgl. hinten an. Daraus entwickelte sich dann die Bezeichnung Lads, bis hin zum Frauenfußballnationalteam.

Ist ja auch nicht der nächste Weg von Huddersfield/Leeds.
Ja, Essex ist nen Stück: 4h in den Südosten auf der A1/ M1.

03.09.2010 02:17:50 von Andreas Blenke
Ich verstehe Dich so, daß Du eine Reserveliga auch für die »großen« Clubs der ersten und zweiten Liga sogar als vorteilhaft erachtest.
Ja, exakt so sehe ich das. Oder anders: Reglementiert, d.h. Zweitemannschaftenfrei bis in die Verbandsliga, darunter freies Spiel. Was die DFL und der DFB dann für die höherklassigen Teams organisieren: deren Ding.

Jedenfalls müßte man da was besseres auf die Beine stellen, als bei den Reserverunden der 80er und 90er. Sonst wird's dürftig.
Da hast Du Recht. Aber wie gesagt: deren Ding.

Ich verwehre mich aber mal vorsorglich gegen den möglicherweise bei einigen vorherrschenden Eindruck, die Nachwuchsmannschaften zögen die Regionalligen auf ein sportlich niedrigeres Niveau.
Ich denke, so hat Dich keiner verstanden. Natürlich ist das auch nicht so. Auch zu England schrieb ich Dir ja, dass die Reserveteams der meisten Premierleaguisten locker lässig in Liga 4 sowieso, auch in Liga 3, mansche auch in Liga 2 mithalten könnten.

(1) Der Vorschlag der Initiative »Pro Regionalligareform 2012« sieht vor, die drei Regionalligen durch zwei (Nord und Süd) zu ersetzen.
Dieser Vorschlag erscheint mir momentan der realistischte zu sein, da er letztlich nur die 3 ersten Ligen reglementiert-die sollen sie langfristig als die drei Profiligen gelten eine Horde an Zweite Mannschaften nicht gebrauchen können-und den BuLi Teams Raum für ihre zweiten Mannschaften lässt.

Der bayerische Vorschlag hat den Charme der Regionalität und die Tatsache, dass eine Liga wegfiele, die auch schwierig für die Vereine ist-die Amateuroberligen. Aber die Reglementierung erscheint hier schwierig...wobei 5 Staffeln mit maximal a 6 Reserveteams, den Erste BuLi Teams zumindest eine adäquate Klasse anbietet.

Es zu belassen, wie es derzeit ist, halte ich für einen großen Fehler, auch wenn man Max Eberls Arbeit nicht deshalb in Frage stellen sollte. Es entsünde eine sehr große Exklusivität. Nun kannst Du natürlich sagen, ja aber die Fluktuation in 100 und mehr Jahren League Footbal in England und Schottland sind auch nicht gerade ein Muster an Fluktuation, dazu der Skandal um den AFC Wimbledon und die Uerdinger Englands, die Dons. Mag alles sein: aber eben ohne zweite Mannschaften, aber es bleibt kompliziert.

Der bisher öffentlich am wenigsten diskutierte Vorschlag wurde in der Printausgabe des Kicker vorgestellt und wurde von der »Helmut-Kalthoff-Stiftung« ausgearbeitet.
Ehrlich: Verdammen möchte ich diesen Vorschlag auch nicht, aber um den zu verstehen, muss man ja promoviert haben...also für mich: viel zu komplex. Der Fan muss mittels blauer und roter Linien sofort sehen können, wer aufsteigt, wer relegiert und wer absteigt. Wenn dann nach der Saison nochmal das ganze durchschüttelt, bevor feststeht wer was wie und so weiter: ich denke eher nein. Dazu unterhalb der Oberligen, wie von Dir korrekt bemerkt welche die derzeitige 4.Liga de facto abschafft, noch eine 5.Liga unter Obhut des DFB...was soll das für eine Klasse werden außerhalb NRW`s?

Eines aus dem Vorschlag: Unter der 4. Liga sieht das HKS-Modell sechs Regionalligen vor, in denen nur erste Mannschaften von DFB-Vereinen spielen dürfen. Auf dieser Ebene können dann die regionalen Rivalitäten aufblühen. . Hier spielen „Gleiche unter Gleichen“ um den Einstieg in den Profibereich. ändert nichts daran, was Du auch kritisierst: zu klein klein und auch zu wenig Rundfunkpräsenz. Dazu wäre kaum noch ein Fußballfan in der Lage, das "Profigeschehen" und die AUfstiege dazu zu überblicken.

Wir werden sehen, was auf dem DFB Tag herauskommen wird. Ich glaube nicht daran, dass es eine "Zweite Mannschafts Freie" Liga 1-4 geben wird, die ich befürworten würde. Da man auch zu Kompromissen bereit sein sollte, befürworte ich nach wie vor den Vorschlag der Faninitiative »Pro Regionalligareform 2012«
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
@ M37

Gut beaobachtet. Den Hinweis darauf, daß es auch nach einem Rückzug der zweiten Mannschaften aus den Regionalligen noch lange nicht rosig aussähe, halte ich für sehr wichtig. Da muß so oder so (also ob die Reservemannschaften nun bleiben oder nicht) noch viel mehr passieren.

@ Statistikfreund

Vielen Dank für die schönen Blumen. Du hast Deinerseits keinen Grund, Dich zu entschuldigen, auf Deine Posts warte ich gerne auch mal etwas länger — es lohnt sich immer.

Ich kann mich immer noch nicht mit dem Gedanken an eine reine Reserveliga anfreunden, gebe aber zu, daß das auch sehr an meinem konservativen Beharrungsvermögen und der damit einhergehenden Skepsis gegenüber allem Neuen liegt (bin ja jetzt auch schon 40).

Sollte sich die IG Regionalliga mit ihrem Vorschlag durchsetzten (womit ich allerdings realistischerweise nicht rechne), wäre es eine folgerichtige Entscheidung, deren Umsetzung ich dann natürlich mit großer Vorfreude entgegensähe. Immerhin gäbe es ja dann die aus den Profiligen bekannten und geschätzten Duelle in doppelter Ausführung. Dem könnte ich durchaus auch etwas abgewinnen.

Wie man die Durchlässigkeit nach oben und nach unten erhöhen kann, sollte man sich unabhängig vom Ausgang des Streites um die zweiten Mannschaften mal fragen. Ich meine, zusätzliche Aufstiegsplätze wären ohnehin eine gute Idee. Auch eine Vergrößerung der Liga könnte mit oder ohne Reserveteams positiv wirken: Einerseits könnte man so leichter neue Aufstiegsplätze bereitstellen, andererseits würde durch eine größere Liga die Gefahr für einige Vereine zur Fahrstuhlmannschaft zu werden gleichzeitig verringert, da so auch das Mitteldfeld der Liga stabiler werden kann.

Was Deine übrigen Schilderungen betrifft: Schon manches Mal wünsche ich mir, ich würde auch in England leben. Deine Erzählungen aus dem gelobten Land des Fußballs, sind deswegen immer sehr willkommen. Schließlich habe ich meine ersten englischen Wörter quasi auf einem Bolzplatz in Lancashire zu ersten rudimentären Sinngruppen zusammengebastelt.

Lads = Ladies — wieder was gelernt, obwohl ich froh bin, daß unsere Frauenmannschaft nun nicht mehr »Borussia-Ladies« heißt. Im Deutschen hat das einfach denselben dämlichen Klang wie die ewigen »Girls« und »Boys« aus der Bravo und dem Bundeswehrfreizeitblatt Praline.
Statistikfreund Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Gestern 11:47:27 von Andreas Blenke
Ich kann mich immer noch nicht mit dem Gedanken an eine reine Reserveliga anfreunden, gebe aber zu, daß das auch sehr an meinem konservativen Beharrungsvermögen und der damit einhergehenden Skepsis gegenüber allem Neuen liegt (bin ja jetzt auch schon 40).
Ich schrieb ja, dass ich da zu Kompromissen bereit bin, und wohl auch sein muss. Auch wollte ich auf gar keinen Fall mit einer "englischen" Brille auf diese in Deutschland verankerte Problematik schauen. ABer überlegen wir uns bitte folgendes Szenario: Es gibt eine Reeserveliga Süd und Nord, darunter noch eine zweite Klasse für die Zweit- und Drittligisten. Produziert wird das Ganze von der DFL, gesendet von Sport 1 (Sendezeit ist ja genug da)-so ähnlich wie bei den U-Spielen, die dort ja auch übertragen werden. Ich denke, da würde der ein oder andere durchaus mal reinzappen. Dazu dürfte dann der jeweilige Staffelsieger im DFB-Pokal ran, um hier zusätzliche Attraktivität rein zu bringen.

Dafür senden dann die Dritten der ARD Liga 3 und 4...wäre das so ein schlechtes Szenario?

...obwohl ich froh bin, daß unsere Frauenmannschaft nun nicht mehr »Borussia-Ladies« heißt.
Diesen pin-up Klang hat es hier nicht.
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
Süd und Nord, darunter noch eine zweite Klasse für die Zweit- und Drittligisten

Wieso denn darunter?

Und wieso Sport1? Was ist denn mit diesen ganzen öffentlichen Dritten, die haben doch DIE Infrastruktur für sowas. Oder... ah... meinst du so, ne. Sport1 die Reserveliga ("die stärkste Reserveliga aller Zeiten") und die Dritten 3 und 4 (was ja dann RL wäre). Nu, wenn's passt, wäre das so ein Kompromiss, mit dem man mal nen Business Case (muss ja) aufstellen könnte.
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Nun ist meine diffuse Zaghaftigkeit gegenüber der Reserveliga nicht die einzige Ursache, warum ich die »gemischte« Regionallige gerne erhalten will, wenn auch nicht in der aktuellen Form. Die mit harten Argumenten zu unterfütternden Gründe, habe ich ja schon dargelegt.

Das aber muß uns jedenfalls klar sein: Eine Reform alleine — egal welche Idee sich durchsetzt — wird die Vereine der Regionalligen nicht retten. Um Geld in die Kassen und Zuschauer auf die Tribünen der Vereine zu spülen, bedarf es umfangreicher Propagandamaßnahmen (Werbung, PR, Marketing, Medienpräsenz…). Die Frage ist auch nicht, bei welchem Sender die Regionalliga am besten aufgehoben sei, sondern, wie sie möglichst in allen Kanälen sichtbar wird.

D. h. die unteren Ligen (derer es ja viele gibt) gehören in die öffentlich-rechtlichen Sender (die sich besonders gut für die Berichterstattung mit regionalem Bezug eignen), in Sport eins (da muß dann halt eines dieser unsäglichen Pokerturniere weichen, die ohnehin ins Home-Order-TV gehören), Eurosport (»Die Talenteliga — Das sind die neuen Özils!«) und vor allem auch in die Sportseiten der Tageszeitungen und ihrer Onlineausgaben.

Man fragt sich zwar, wie viele Leute man noch zum Stadionbesuch und Fußballabo mobilisieren kann, da man ja nicht nur gegen die Profiligen sondern auch gegen fußballspielende Frauen und immer populärere Jugendauswahlen des DFB antreten muß, jedoch kann man von dem ausgeweiteten Interesse mit den entsprechenden Anstrengungen sicherlich auch profitieren — Achtung, jetzt kommt's —, die Synergieeffekte nutzen.

Um den Anschluß zum Profifußball nicht zu verlieren (bzw. wiederzugewinnen), wird man leider die Regionalligen noch weiter kommerzialisieren müssen, womit noch etwas vom Amateurligacharme verloren gehen wird. Man muß ja nicht gleich die »Foot Locker — Erste Amteurliga« daraus machen, aber den nächsten Schritt in Richtung mehr Investoren — weniger Basis, wird man gehen müssen, sonst wird man bei diesem Rennen auf halber Strecke verhungern.

Sowohl die Gedanken zur Vermarktbarkeit vom Statistikfreund als auch der Hinweis auf einen aufzustellenden Businessplan von Rudi, haben also durchaus Berechtigung.
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
Businessplan ja, aber wie? Bisschen differenzierter halt als Ich denke, da würde der ein oder andere durchaus mal reinzappen. (nicht bös' gemeint, Statistiker, ich denke, ich weiß, wie's gemeint war).

Vielleicht Anstoßzeit ab 23:30 und dann gemischtes Programm mit... naja, dem üblichen auf Sport1 (hab ich gehört!). Dann in der Halbzeit ne Call-In Show und das Team mit den meisten Anrufen kriegt nen, sagen wir, Penalty nach Eishockey-Art? Das würde zur Reserveliga passen wie meine Faust in die Fresse von Anna-Jaqueline und der Suche nach 15 Automarken mit "q".

Mal ehrlich, mit Zuschauer-Einnahmen müssen sich die zweiten der Großen (dazu zähl ich ich in der Regionalliga jetzt auch mal die Vereine der zweiten Liga) doch nich herumschlagen. Die kostet son Spiel doch mehr als es einbringt. Aber andersherum wird ein Schuh draus (und so meinte ICH's). Die Dritten machen nen Bezahlfernsehsenderchen "Regionalspocht" auf und wat meint ihr, wat dat fluppt ("die stärksten Regionalligen aller Zeiten")!
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
»Vielleicht Anstoßzeit ab 23:30 und dann gemischtes Programm mit... naja, dem üblichen auf Sport1 (hab ich gehört!). Dann in der Halbzeit ne Call-In Show und das Team mit den meisten Anrufen kriegt nen, sagen wir, Penalty nach Eishockey-Art?«

Haben sie im (sintemalen) DSF nicht mal sowas in der Art versucht? So'ne Talkrunde während der (nicht übertragenen) Bundesligabegegnungen, wo auch unser Knippi und irgendeine blondbusige Schönheit drinsaßen? Das ging aber wohl ziemlich in die Hose. Ich schlage einen Doppelpaß-Spin-off vor (»Hoppelspaß — der Kleiner-Feigling-Amateurtalk«) ergänzt durch das beliebte (http://einestages.spiegel.de/hund-images/2008/02/20/40/73b40716283d6a49d...) (dieser merkwürdige »DJ Munich« paßt ja doch eher zum Heizdeckenzwangsverkauf auf Kaffeefahrten).

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