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Bundesliga
11freunde Offline
Dabei seit: 19.01.2012
Mönchengladbach - Mit seinem völlig überraschenden Rücktritt hat Lucien
Favre (Schweiz/57) Borussia Mönchengladbach überrumpelt. Neben der
sportlichen Krise tut sich für die Verantwortlichen um Sportdirektor Max
Eberl nun eine zusätzliche Baustelle auf. Die Suche nach einem geeigneten
Nachfolger hat angesichts der angespannten Lage in der Bundesliga oberste
Priorität. Immerhin: An Kandidaten mangelt es der Borussia nicht. 

Die möglichen Favre-Nachfolger in der Übersicht (mit SID-Prognose):

Jürgen Klopp (48): Nach seinem selbst gewählten Abschied von Borussia
Dortmund im Sommer ist Klopp quasi immer ein Thema, sobald ein ambitionierter
Klub in Europa einen Trainer sucht. Auch in Mönchengladbach dauerte es nicht
lange, bis der Name des momentan begehrtesten beschäftigungslosen
Fußball-Lehrers kursierte. Nicht nur für Klub-Ikone Berti Vogts wäre
"Kloppo" der "ideale Mann", um die Mannschaft wachzurütteln.

SID-Prognose: Keine Option, Klopp-Berater Marc Kosicke hat bereits
dementiert.

Thomas Schaaf (54): Der Ur-Bremer schmiss zuletzt nach nur einer Saison bei
Eintracht Frankfurt hin, frustriert angesichts der fehlenden Rückendeckung
durch die Führungsetage. Den Beweis, ob er auch bei einem anderen Klub als
Werder Bremen dauerhaft erfolgreich sein kann, ist Schaaf damit weiterhin
schuldig geblieben. In Mönchengladbach könnte der kühle Norddeutsche den
nächsten Versuch starten - in einem trotz sportlicher Krise etwas
gelasseneren Umfeld als zuletzt bei der "launischen Diva" vom Main.

SID-Prognose: Zumindest denkbar. Thomas Schaaf steht ungeachtet seines
vorzeitigen Abschieds aus Frankfurt wie kaum ein zweiter deutscher
Fußball-Trainer für Kontinuität - eine Tugend, die auch Max Eberl zu
schätzen weiß.

Jos Luhukay (52): Der Niederländer war schon einmal Trainer bei Borussia
Mönchengladbach. Zwischen 2007 und 2008 führte er die Fohlen zurück in die
Bundesliga, musste dort aber nach einem verpatzten Saisonstart prompt den Hut
nehmen. Auch bei seinen anschließenden Engagements beim FC Augsburg und
Hertha BSC glänzte Luhukay als Aufstiegscoach. Im Februar musste er in
Berlin nach drei Niederlagen in Folge und dem damit verbundenen Abrutschen
auf Platz 17 jedoch weichen. 

SID-Prognose: Luhukay gilt als solider Arbeiter und könnte die völlig
verunsicherte Borussia stabilisieren. In Hamburg ging die Rückholaktion von
Ex-Coach Bruno Labbadia zuletzt auf...

Mirko Slomka (48): Sein letztes Engagement als Feuerwehrmann beim Hamburger
SV endete im September 2014 nach nur drei Siegen in 16 Bundesliga-Spielen.
Seither wartet Slomka auf eine neue Anstellung. Zuletzt wurde der frühere
Schalke-Trainer beim österreichischen Traditionsklub Austria Wien und den
Young Boys Bern gehandelt.

SID-Prognose: Slomka verfügt auch als Ex-Coach in Hannover und Schalke über
genügend Bundesliga-Erfahrung. Allerdings war das HSV-Engagement kein
Ruhmesblatt. Dennoch: Slomka erfüllt das Anforderungsprofil.

Horst Steffen (46): Der Nobody unter den Trainerkandidaten. Zwischen 2009 und
2013 war er Jugendtrainer in Mönchengladbach und formte dort unter anderem
Champions-League-Sieger Marc-André ter Stegen. Zuletzt führte er die
Stuttgarter Kickers in die Spitzengruppe der 3. Liga. Ein Fohlen-Trainer mit
Stallgeruch, aber ohne Erfahrung auf höchstem Niveau.

SID-Prognose: Steffen ist im Profi-Fußball ein völlig unbeschriebenes
Blatt. Schwer vorstellbar, dass man ihm direkt eine derart große Aufgabe bei
der krisengeschüttelten Borussia anvertraut.

Interne Lösung: Die Beförderung von Reserve- oder gar Jugend-Trainern lag
in der Fußball-Bundesliga in den letzten Jahren schwer im Trend. Nicht immer
war der Erfolg derart durchschlagend, wie einst bei Vorreiter Mainz 05 mit
Thomas Tuchel. Die Engagements von Joe Zinnbauer in Hamburg und Thomas
Schneider beim VfB Stuttgart etwa zündeten nicht wie erhofft. In
Mönchengladbach wird U23-Coach André Schubert der Trainer für den
"Übergang", wie Eberl am Montag mitteilte. Wie lange dieser dauert, ließ
der Sportdirektor offen.

SID-Prognose: Aus der Übergangslösung mit dem früheren St.Pauli-Coach
Schubert dürfte nur bei überwältigendem Erfolg in den nächsten Wochen
eine dauerhafte werden.

Überraschungs-Coup: Oder zaubert die Borussia einen
Überraschungs-Kandidaten aus dem Hut? Etwa Hein Vanhaezebrouck (51), der im
vergangenen Jahr den KAA Gent überraschend zur Meisterschaft in Belgien
führte. Oder Glen Riddersholm (43), der den FC Midtjylland mit einer
revolutionären, zahlenbasierten Philosophie zum Titelgewinner in Dänemark
machte. Oder gar Felix Magath (62), der sein Karriereende als
Fußball-Trainer offiziell noch nicht bekannt gegeben hat.

SID-Prognose: Mönchengladbach hat in den vergangenen Jahren häufig
äußerst kreativ auf die Abgänge zahlreicher Leistungsträger reagiert.
Möglich, dass man auch auf dem Trainerposten eine ungewöhnliche Lösung
wählt.

(Zum Artikel: Bundesliga)
Curschti Offline
Dabei seit: 28.09.2008

Thomas Doll habt ihr vergessen...