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Bundesliga
11freunde Offline
Dabei seit: 19.01.2012
Köln - Nach dem Rückfall von gewalttätigen Problemfans des
Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln hat sich  Polizeigewerkschafts-Chef
Rainer Wendt für eine Verschärfung der Sanktionen gegen Wiederholungstäter
ausgesprochen. "Bewährung nicht bestanden, Konsequenz: lebenslanges
Stadionverbot", kommentierte der Vorsitzender der Deutschen
Polizei-Gewerkschaft (DPolG) in der Sport Bild (Mittwoch-Ausgabe) die
Beteiligung von gerade erst wieder zu Spielen zugelassenen Mitgliedern der
Kölner Ultra-Gruppierung "Boyz" an den Ausschreitungen am vergangenen
Samstag vor dem Punktspiel gegen den VfL Wolfsburg (1:1).

Wendt sieht das Führungspersonal bei Verbänden und Vereinen mit der
Beurteilung der von Hooligans ausgehenden Gefahren als überfordert an:
"Fußball-Funktionäre sind gar nicht in der Lage, diese Gefahr vernünftig
einzuschätzen", sagte der 58-Jährige. Wendts Forderung geht weit über die
in den Richtlinien des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vorgesehenen Strafen
eines dreijährigen Stadionverbotes und einer fünfjährigen Besuchssperre
für Wiederholungstäter hinaus.

Die Krawalle in Köln bedeuteten für die FC-Chefetage eine schwere
Enttäuschung. Erst vier Tage vor der Begegnung mit Wolfsburg hatten die
Rheinländer die Stadionverbote gegen Boyz-Krawallmacher, die im vergangenen
Februar nach den schweren Ausschreitungen beim Derby beim rheinischen
Ligarivalen Borussia Mönchengladbach verhängt worden waren, auch aufgrund
von  Besserungs-Versprechen der Problemgruppe wieder aufgehoben. 

In einer ersten Reaktion auf die neuerlichen Krawalle sprach der Verein am
Montag gegen zwei gerade erst begnadigte Randalierer und 15 weitere
Gewalttäter aus der FC-Ultraszene zunächst ein Stadionverbot für das
nächste Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den Hamburger SV aus. 

Unter Sicherheitsexperten hatte Kölns "Gnadenakt" gegenüber seinen
Problemfans in der Vorwoche, den der FC mit einem "intensiven" Dialog und
"glaubwürdigen strukturellen Veränderungen" in der als gewaltbereit
bekannten Anhänger-Vereinigung begründete, für Unverständnis gesorgt.
"Die Entscheidung hat für Kopfschütteln bei der Polizei von Flensburg bis
Passau gesorgt", äußerte Wendt. Sein Kollege Arnold Plickert von der
nordrhein-westfälischen Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnete Kölns
Nachsicht vor Wochenfrist als falsches Signal.





(Zum Artikel: Bundesliga)
Rotblaue_Geschichten Offline
Dabei seit: 09.02.2006

"Fußball-Funktionäre sind gar nicht in der Lage, diese Gefahr vernünftig einzuschätzen" - im Gegensatz zu Polizei-Gewerkschaftlern, die keine Gelegenheit auslassen, lauthals die Vergrößerung des Sicherheitsapparats in jeder Lebenslage zu fordern, auch wenn dabei Grundrechte beschnitten werden. Nervig. Übrigens nervig losgelöst von der Geschichte in Köln, da weiß ich wenig zu zu sagen, war nämlich nicht dabei.