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Bundesliga
11freunde Offline
Dabei seit: 19.01.2012
Berlin - Die zusätzlichen Millionen für Englands Profi-Klubs aus dem neuen
TV-Vertrag der Premier League stellen aus Sicht von Manager Christian Heidel
von Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 eine Bedrohung besonders auch für die
zweite Reihe der deutschen Vereine dar. "Die neue Situation betrifft vor
allem die Klubs aus der Mitte und dem unteren Bereich der Bundesliga. England
ist unsere neue Konkurrenz. Die Klubs dort zahlen ihre Gehälter pro Woche,
wir pro Monat - aber die Beträge sind die gleichen", sagte der 52-Jährige
im Interview mit der Tageszeitung Die Welt.

Als Beleg für seine These wertet Heidel den Elf-Millionen-Transfer des
bisherigen FSV-Profis Shinji Okazaki zu Leicester City: "Ein Klub wie
Leicester ist nun in der Lage, den besten Spieler von Mainz zu verpflichten.
Okazaki wird demnächst 30, hat nur noch ein Jahr Vertrag, und der Klub ist
trotzdem dazu bereit, eine Ablöse im zweistelligen Millionenbereich zu
bezahlen."

In England spült der neue TV-Vertrag für die Premier League über drei
Jahre rund 9,5 Milliarden Euro oder gut 3,2 Milliarden Euro jährlich in die
Kassen der Klubs. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hingegen plant für die
Saison 2016/17 mit Einnahmen in Höhe von 835 Millionen Euro.

Für Heidel müssen Klubs hinter den etablierten Europacup-Teilnehmern aus
dem Wettbewerbsnachteil das Bestmögliche machen: "Die englischen Klubs haben
Geld im Überfluss, also müssen wir es uns holen und versuchen, trotzdem
wettbewerbsfähig zu bleiben", beschrieb der nach 23 Jahren in Mainz
dienstälteste Bundesliga-Manager sein Credo. 

Dazu gehört neben der Reinvestition von Ablösesummen in neue Spieler auch
der Ausbau der eigenen Infrastruktur: "Aus Shinji Okazaki wird jetzt ein
neuer Rasenplatz. Aus dem normalen Etat war das nicht machbar", erklärte
Heidel.

Die perspektivische Verwendung der Einnahmen ist für Mainz laut Heidel
jedoch nur einer von mehreren Gründen für gewisse Stagnationserscheinungen
beim sportlichen Ergebnis: "Wer glaubt, hier regelmäßig um die
internationalen Plätze mitspielen zu können, kennt das Geschäft nicht.
Mannschaft und Trainer kosten zusammen 25 Millionen, das kosten bei anderen
Vereinen zwei Spieler. Aber wo sollen wir uns noch steigern? Unser Stadion
ist fast immer voll, die Banden sind belegt, und einen Sponsor zu finden, der
das Zehnfache zahlt, ist höchst unwahrscheinlich."


(Zum Artikel: Bundesliga)
zonenbeutel Offline
Dabei seit: 07.12.2007

So ist der real existierende Kapitalismus...