Zurück zu alter Stärke: Bastian Schweinsteiger

Schweinsteiger, der Ratgeber des Spiels

Natürlich können Nationalmannschaft und der FC Bayern auch ohne Schweinsteiger Spiele gewinnen. Sein Fehlen, bzw. die verletzungsbedingte Limitierung seiner Klasse wirkt sich nicht unbedingt unmittelbar aus, wie vielleicht der Ausfall des Torjägers oder Torhüters. Schweinsteigers fehlende Qualität wirkt dann eher wie schleichendes Gift. Wenn seine Ballkontrolle, seine Übersicht, seine Pässe und seine Autorität nicht zur Verfügung stehen, lähmt das seine Mannschaften von Spiel zu Spiel. Ihnen fehlt dann der Ratgeber des eigenen Spiels, wie Fahrschüler ohne Fahrlehrer steuern sie einige Zeit recht erfolgreich durch die Gegend, irgendwann werden sie aber die Kontrolle verlieren und einen Unfall bauen.

Mit 32 dürfte er mehr Probleme bei der Rückkehr bekommen

Schweinsteiger hat die Pause zwischen EM und Saisonstart nach eigener Aussage endlich zur vollständigen Regenerierung nutzen können. Der »Süddeutschen Zeitung« verriet er in einem ausführlichen Interview, wie glücklich er sich am Tag des DFB-Pokalspiels gegen Jahn Regensburg gefühlt habe, dem Tag an dem erstmals nach langer Zeit keine Schmerzen mehr im Körper verspürte: »Auf dem Weg zum Trainingsplatz habe ich jeden umarmt!« Die Folgeschäden der Knöchel- und Schlüsselbeinverletzung scheint Schweinsteiger überstanden zu haben, dass er allerdings so schnell wieder so gute Leistungen zeigen kann, überrascht viele. Vermutlich liegt es an seinem Alter. In vier Jahren dürfte sein Körper wesentlich mehr Probleme mit der Regeneration bekommen.

Was es bedeutet, wenn Bastian Schweinsteiger den Kopf frei von möglichen Elfmetersorgen hat und sein Körper diesem Kopf wieder schmerzfrei und austrainiert zur Verfügung steht, zeigt der fantastische Saisonstart der Bayern: Sechs Spiele, sechs Siege in der Bundesliga, ein souveräner 2:1-Erfolg im ersten Champions-League-Gruppenspiel gegen den FC Valencia. Und vor allem eine dominante Spielweise, die keinen Zweifel daran lässt, wer in dieser Saison um den nationalen und internationalen Titel mitspielen wird. Sowohl in der Bundesliga, als auch in der Champions League gehören die Bayern zu den Topfavoriten.

Es wäre Bastian Schweinsteiger zu wünschen, dass er noch einmal die Gelegenheit bekommt, in einem großen Finale die Entscheidung auf dem Fuß zu haben. Bleibt er gesund, hält sich der körperliche Verschleiß über die Saison hinweg in Grenzen, dürften sich ganz andere Bilder in die Köpfe der Zuschauer einbrennen.