Zur Sperre von Josip Simunic

Drastische Sperre für den Sünder

Simunic hatte sich gleich nach dem Spiel eine Rechtfertigung für sein Verhalten zurechtgelegt: »Alle, die sich aufregen, sollten lieber die Geschichte studieren.« Damit verwies der Nationalspieler auf die Historie des Rufes, der der Legende nach bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht und in späteren Generationen als Kennzeichnung nationalistischen Gedankenguts verwendet wurde.

Was hat ihn bloß geritten?

Das Hakenkreuz tauchte in seiner ursprünglichen Form bereits vor 6000 Jahren auf und trotzdem ist es heute verpönt. Weil es von den Nationalsozialisten missbraucht und zum Symbol des Terrors gemacht wurde. »Za Dom – Spremni« mag eine Geschichte haben, heute ist es ebenfalls Symbol eines faschistischen Unrechtsstaates. Was um alles in der Welt hat Josip Simunic also geritten, das sportliche Glück seines Heimatlandes für seinen verqueren nationalistischen Pathos zu missbrauchen?

Simunic sagte, er habe »keine Angst vor einer Strafe«. Vielleicht wird ihn das Urteil der Fifa aber doch zur Einsicht verhelfen, am 19. November 2013 eine große Dummheit begangen zu haben. Der Weltverband sperrte den 35-jährigen Kroaten für zehn Spiele, belegte ihn zusätzlich mit einem Stadionverbot und einer Geldstrafe. Simunic wird die Weltmeisterschaft in Brasilien also verpassen. Bei der nächsten WM in Russland ist der Defensivspezialist 39 Jahre alt und vermutlich nicht mehr im Kader. Er hat seine letzte Chance auf das größte Fußballturnier der Welt selbst zerstört. Eine Möglichkeit bleibt ihm immerhin noch: Seinen Ruf zu retten. Dafür bedarf es allerdings Einsicht, das Eingeständnis des eigenen Versagens – und eine Entschuldigung.