Zur Situation beim BVB und 1860

Besser Borusse, als Löwe

Das verleitet mich zu der Ansicht, dass die Dinge, die in Dortmund und München passiert sind, mit dem Unterschied zwischen Vereinen und Unternehmen zu tun haben. In einem Unternehmen geht es allein um den Erfolg.

Dinge wie Betriebskultur und Kommunikationsverhalten spielen zwar eine Rolle, aber letztlich zieht ein Unternehmen seine Daseinsberechtigung allein aus seiner Rentabilität. In einem Verein ist das anders. Hier ist zwar der sportliche Erfolg sehr wichtig, aber er ist nicht der alleinige Sinn und Zweck des Vereins.

Sind die Vereine nicht alle Unternehmen? Nein!

Gerade wir als Redaktion hören wegen unserer kritischen Haltung zu dem einen oder anderen Team in der Bundesliga oft den Satz: »Aber die Vereine sind doch inzwischen alle Unternehmen!« Nein.

Nahezu alle deutschen Vereine sind keine Unternehmen. Sie sind Vereine, denen ein Unternehmen gehört. Das ist ein entscheidendes Detail, das 1860 Münchens Investor augenscheinlich bis heute nicht begriffen hat und das Borussia Dortmunds ehemaliger Trainer in seiner Tragweite möglicherweise unterschätzt hat. Und so scheint mir der aktuell wichtigste Unterscheid zwischen den beiden Klubs dieser zu sein:

Der entscheidende Unterschied zwischen den Löwen und den Dortmundern

Bei 1860 ist sich die Fanszene in ihrer Abneigung gegen die Vereinsführung weitgehend einig, während der Verein selbst auf allen Ebenen völlig zerstritten ist. Beim BVB hingegen hat sich die Fanszene in den letzten Monaten in zwei Lager gespalten, die Vereinsorgane aber halten ganz erstaunlich fest und treu zusammen.

Daher fühlt es sich trotz eines schalen Beigeschmacks heute besser an, ein Borusse zu sein als ein Löwe.