Zum Verbleib von Eberl

Der Maximizer

Max Eberl bleibt Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach, wechselt nicht zu Bayern München. Warum das die beste Nachricht für alle Fohlen-Fans ist und trotzdem Humor-Potential besitzt.

imago

»Na ich hoffe, dass sich der ein oder andere im Verein gefreut hat, dass ich bleibe«, sagte Max Eberl im Vorfeld der Partie bei Eintracht Frankfurt an den Mikrofonen von Sky. Dann lachte er sein Max-Eberl-Lachen.

Dieses bärige Ganzkörper-Gerumpel, mit dessen Lautstärke sich in Kleinstädten die Seismographen ad hoc in Hab-Acht-Stellung zeigen würden.

 War aber auch ein netter Gag. Hätte er diese Aussage allerdings ernst meinen wollen, sie wäre der mieseste April-Scherz der Jahres gewesen. Zumindest am Niederrhein.



Komplett ohne Ahnung

Denn so ziemlich jeder, der bei Verstand ist und es mit der Fohlenelf hält, wird die Meldung von der Vertragsverlängerung Eberls als Fan-Orgasmus erlebt haben. 

Da ist zum Einen die Freude darüber, es irgendwie den Bayern gezeigt zu haben. Ganz ohne zu wissen, ob Eberl denn nun tatsächlich mit den Münchnern verhandelt hat oder nicht.

Ganz ohne zu wissen, ob er denn nun in Gladbach bleibt, weil er sich mit dem Rekord-Rekord-Meister einfach nicht einigen konnte. Oder ob er seinen Vertrag nur verlängert hat, weil im neuen Arbeitspapier dann doch eine Ausstiegsklausel hinterlegt ist.

One-Man-Show



Egal. Die Kernaussage lautet: Eberl bleibt vorerst. Und das ist für die Borussia ein Sechser im Lotto. Mit Zusatzzahl. Am Tag, an dem der Rekord-Jackpot ausgespielt wird.

Das, was in Mönchengladbach in den vergangenen Jahren passiert ist, hat mehr mit Max Eberl zu tun, als mit irgendwem sonst.

Mehr als mit dem genialen Trainer Lucien Favre. Mehr als mit Weltklasse-Spielern wie Marco Reus, Marc-André ter Stegen oder Dante. 

Er selbst würde eine solche Einschätzung brüsk von sich weisen. Würde sagen, dass es immer der gesamte Verein ist, der erfolgreich ist. Und er hätte ja Recht. Und würde doch maßlos untertreiben.



Denn es war und ist Eberl, der vorgibt, an welchem Strang der Verein zieht. Die Umsetzung einer Idee, klar, ist keine One-Man-Show. Ideen vorgeben hingegen schon. Es braucht Visionen, Kreativität und einen Plan, um gefahrlos und aus einem Wettbewerbsnachteil heraus an die Beine der größeren Hunde zu pinkeln.