Zum Tode Robert Enkes

Worüber man nicht reden kann

Am frühen Dienstagabend riss uns eine Nachricht aus aller naiven Beschäftigung mit dem Fußball: Robert Enke hat sich das Leben genommen. Wie will man darüber »informieren«? Davor kann man zunächst einmal nur kapitulieren.    Zum Tode Robert Enkes

Argloser Feierabend. Zusammensitzen mit einem Freund, das Telefon beiseite gelegt. Ein zufälliger Blick nur – drei Anrufe in Abwesenheit. Von einem Arbeitskollegen. So beharrlich um die Zeit? Ein Rückruf.

»Robert Enke ist tot.«

»Es soll Selbstmord gewesen sein.«  

Schweigen. Ausatmen. Robert Enke ist tot.

Was man über ihn weiß, zieht vorbei, fällt zusammen mit dem Warum, Karrieretäler und Schicksalsschläge, sie werden für Sekunden zum Resonanzraum für Mutmaßungen.

Warum?
 
Für heute, für morgen, wer weiß, wie lange, geht uns das nichts an. Wir müssen berichten, irgendwie. Aber wie weit darf das öffentliche Interesse gehen? An diesem Abend spüren wir die Grenzen aufs Deutlichste. Worüber man nicht reden kann, darüber muss man schweigen.

Robert Enke ist tot. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen.