Zum Bilderbuch-Karriereende von Markus Rosenberg

Ein Liveticker zum Einrahmen

Zum Beispiel fast auf den Tag genau vor 12 Jahren, als Werder in der Champions League (!) gegen Real Madrid (!!) mit 3:2 gewann (!!!). Dieser Start in die Partie, dieses Führungstor in der vierten Minuten durch ihn, Markus Rosenberg, sorgte in der Werder-Familie bis heute nachhaltig für den Glauben, dass wir es wirklich mit jedem aufnehmen könnten, wenn wir nur stark genug daran glaubten. 12 Jahre, ein verkaufter Stadionname und unzählige 0:1-Niederlagen in Augsburg später ist dieser Glaube zwar dahin, der damalige Eintrag im Kicker-Liveticker hat sich trotzdem wie ein Relikt vergangener Zeiten in unser Gehirn gebrannt:

4. Minute:

»Fritz schnappt sich den Ball vor Robinho, setzt zum Spurt über die Außenbahn an und flankt. Sanogo ist in der Mitte dran, dadurch Rosenberg frei vor Casillas - mit links netzt der Stürmer aus sechs Metern ein.«

 

Und dann ist da noch die Erinnerung an die Champions-League-Qualifikation im Sommer 2010. Werder gegen Sampdoria Genua. Das Hinspiel Zuhause wurde locker mit 3:1 gewonnen –  da müsste das Rückspiel ja ein Selbstläufer sein. Dachten zumindest viele Fans von der Weser und ehe man sich versah, lag Genua mit 3:0 in Front. Durch den Treffer zum 3:1 ging es in die Verlängerung, in der der spätere Held Claudio Pizarro dann das erlösende zweite Tor erzielte und Werder so in die bis dato letzte Champions-League-Saison der Vereinsgeschichte katapultiere.

 

Das erste Schwänzen

Dabei war es Rosenberg, der Werder mit seinem Treffer in der letzten Minute der regulären Spielzeit in die Verlängerung rettete. Der den damals noch so jungen Autor dieses Textes dazu brachte, Jubelgesten zu vollziehen, von deren Bedeutung er damals noch gar keine Ahnung hatte. Und der durch ihn (und minutenlanges Betteln) für die Verlängerung wach bleiben und am nächsten Tag die ersten zwei Schulstunden schwänzen durfte.

 

Am Donnerstag hat Markus Rosenberg dann endgültig sein letztes Heimspiel für den FF Malmö bestritten. Und in bester Typ-rennt-doch-noch-zum-Flughafen-und-fängt-in-letzter-Sekunde-die-Freundin-ab-Manier erzielte der Schwede dabei nicht nur höchst kitschig den 2:2 Ausgleich, sondern – natürlich – auch das Tor zum 4:3. Als Siegtor. In der Nachspielzeit. Im letzten Heimspiel seiner Karriere. Der Typ weiß einfach, wie man sich verabschiedet.