Zum Abschied von Fernando Torres

Neue Taktik, neuer Klub

So aber wird Torres ein Opfer der Zeit, in der er spielt. Als der spanische Fußball sich in den Folgejahren immer mehr weg vom Konterspiel, hin zum Tiki-Taka bewegt, findet der konventionelle Stürmer zunehmend weniger Platz. 2010 gewinnt Spanien die Weltmeisterschaft in Südafrika. Torres wird häufig nur eingewechselt und bleibt ohne Torerfolg.



Auf Vereinsebene zeigt sich ein ähnliches Muster. Im Estadio Vicente Calderon von Atlético Madrid ist er Anfang der 2000er eines der verheißungsvollsten Talente der letzten Jahre, an der Anfield Road ein paar Jahre später einer der besten Stürmer der Welt. Statt einer taktischen Entwicklung, wie in der spanischen Auswahl, führt hier ein Wechsel dazu, dass Fernando Torres nie wieder an diese Leistungen anknüpfen kann. Hals über Kopf verlässt er den FC Liverpool im Winter 2010 und wechselt zum FC Chelsea.

Der wichtigste Spieler seines Teams


Nach dem Weggang von der Anfield Road gelingt es dem damaligen Rekordtransfer der Premier League nicht mehr, zuverlässig zu treffen. Dazu passend gewann er nie die Wettbewerbe, in denen man sich Jahr für Jahr beweisen muss. Der dreimalige WM-Teilnehmer spielte in Italien, Spanien und England. In keiner Liga wurde er Meister. Auch den Titel des Torschützenkönigs konnte er sich nie sichern. Doch Torres behält immer die Fähigkeit, seiner Mannschaft in entscheidenden Momenten helfen zu können.



Und so sind unter den vergleichsweise wenigen Treffern, die er seit dem Chelsea-Transfer erzielte, ziemlich wichtige. Beispielsweise den 2:2-Ausgleich 2012 im Camp Nou, wo er für die Blues den Weg ins Finale ebnete. Vier Jahre später schießt er am selben Ort im Viertelfinale der Königsklasse das wichtige Auswärtstor für Atlético Madrid, das erst im Finale an Stadtrivale Real scheiterte.

Allen unglücklichen Entwicklungen zum Trotz, kann Torres zufrieden sein. Er wollte unbedingt die Champions League gewinnen, wofür er Liverpool verließ und zu Chelsea wechselte.  Fernando Torres betonte mal »Es ist mir am wichtigsten, dass nach meinem Karriereende niemand sagen kann, dass ich ein schlechter Teamkollege war, oder mich respektlos verhalten habe.«  Das hat er anscheinend geschafft. Schließlich hätte Gabi auch allein jubeln können.