Zum 50. Geburtstag: Eine Ode an Oliver Kahn

Eine große Karriere

Was nach Kahns Wechsel von Karlsruhe zu den Bayern passierte, kann jeder Fußballfan runterbeten. Das verlorene Champions League Finale 1999 gegen Manchester United, Kahns Kung-Fu-Sprung und Ohr-Knabbereien mit Heiko Herrlich in einem einzigen Spiel, 2001 dann die Last-Minute Meisterschaft mit Eckfahnenjubel gegen den HSV und die vorläufige Krönung: der Champions-League-Sieg 2001 gegen Valencia. Kahn hält drei Elfmeter und Marcel Reif brüllt:» Kaaahn! Die Bayern!« So schön, wie noch nie jemand zuvor die beiden für viele Fans meist verhassten Worte hintereinander aussprach. Nach dem Champions-League-Triumph die Weltmeisterschaft in Südkorea. Einzig sein Patzer im Finale gegen Ronaldo verhinderte damals seine Heiligsprechung. 2008 endete die Karriere, nach acht Meisterschaften, sechs Pokalsiegen, nach Champions League und Weltpokal. Der Siegeshungrige trat ab. Ende der Verbissenheit. Kein »Weiter, immer weiter« mehr.

Fair-Play 

Dabei gab es schon immer auch die andere Seite des Oliver Kahn. Ein Moment, der während der Feierei zum Champions-League-Sieg 2001 fast unbeachtet blieb, war der nach dem entscheidenden Elfmeter. Santiago Canizares, der Torwart Valencias, liegt weinend am Boden. Während Kahns Mitspieler anfangen zu feiern, in die Kurve zu den Fans rennen, löst sich Kahn aus der Jubeltraube heraus und geht zum spanischen Nationaltorwart herüber. Tröstet ihn, richtet ihn auf, klopft ihm auf die Schulter. Obwohl er für die Szene mit dem Fair-Play-Award ausgezeichnet wurde, waren viele überrascht, als Kahn 2006 bei der Weltmeisterschaft den zweiten Torhüter mimt und mit Uneigennützigkeit und Fair-Play gegenüber Jens Lehmann glänzt.