Zum 44. Geburtstag von Jay Jay Okocha

Eiertänze unter Don Jupp

Was wirklich blieb und bleiben wird sind die Jahre bei Eintracht Frankfurt. Unglaubliche Tricks, wie der Hackentrick gegen den Dresdener Sven Kmetsch am 20. Februar 1993. Wunderschöne Tore. Das aufregende Gefühl, jederzeit ein Spektakel zu erleben, wenn er den Ball bekam. Vielleicht war das mehr Zirkus, als Profifußball. Drahtseilakte ohne doppelten Boden. Aber das machte Jay Jay Okocha doch erst so spannend. Liebe macht eben blind.

Nicht alle seine Trainer trugen die rosa-rote Brille wie der »Lebbens«-Künstler Stepanovic. Dessen Nachfolger Horst Heese konnte den Kunststückchen nur wenig abgewinnen, nahm den Offensivmann wenige Wochen nach seinem Start in Frankfurt zur Seite und sagte: »Okocha, das ist dein vorletztes Training. Dann wirst du wieder bei den Amateuren spielen.« Jupp Heynckes, auch er kein Freund selbstverliebten Einzelkönnern, nannte Okochas Dribblings »Eiertänze« und als der sich später von seinem Kumpel Tony Yeboah zu einem Spielboykott überreden ließ, schmiss Heynckes neben den Rädelsführern Maurizio Gaudino und eben Yeboah auch Okocha aus der Mannschaft. Später begnadigte er ihn zwar wieder, aber die Fans in Frankfurt haben Heynckes diesen Akt der Machtdemonstration bis heute nicht verziehen.

....und genießen sie...

Heute wird Jay Jay Okocha 44. Vier Jahre zuvor auf den Geburtstag angesprochen angesprochen, reagiert sein ehemaliger Mitspieler Axel Kruse entsetzt: »Der wird schon 40? Kann ich nicht glauben.« Wahrscheinlich wird Okocha auch für Axel Kruse immer ein kleiner Junge bleiben. Oder zumindest ein Fußballer, der nie erwachsen wird. Dessen Wirken festgefroren ist in elf Sekunden im Strafraum von Oliver Kahn. Kommen Sie nah an den Monitor heran und genießen Sie.

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