Zum 200. Werder-Spiel von Pizarro

Bitte hör niemals auf!

Vor einigen Monaten lief Claudio Pizarro zum 200. Mal für Werder Bremen auf. Nach dem Spiel gab es für viele nur einen Wunsch: Dass Pizarro niemals bei Werder aufhören würde....

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Man hätte ja drauf kommen. Dass einer wie Claudio Pizarro ein so spezielles Spiel nicht einfach nur mit »teilgenommen« verbucht. Dafür ist dieses Mensch gewordene Lächeln viel zu besonders. In der 76. Minute und beim Stand von 0:1 gegen Bayer Leverkusen eingewechselt, brauchte der ewige Peruaner schlappe drei Minuten, um in seinem 200. Bundesligaspiel für Werder Bremen mit seinem 104. Bundesligator für Werder (!!!) den Ausgleich zu besorgen.

Damit gehört er zu den wenigen Auserwählten, die es geschafft haben, je 200 Bundesligaspiele für zwei verschiedene Klubs zu absolvieren. (Für Bayern spielte Pizarro 224 Mal.) Nur Eike Immel, Uli Stein und Christian Wörns können ihm in dieser Hinsicht das Wasser reichen. 


Ausgleich Werder, Sieg Pizarro

An diesem Freitagabend nun ist es ein Distanzschuss von Robert Bauer, der die Werder-Fans ins Glück stürzt, der vorbei fliegt an Freund und Feind, ehe er den Bauch von Pizarro trifft. Der da steht, wo er seit Jahrzehnten schon seinen zweiten Wohnsitz hätte anmelden können - im Strafraum.

Und der einfach nur seinen Bauch in die Brandfackel hält. Vielleicht sind die 38 Jahre alten Hüften auch nicht mehr schnell genug sortiert, um noch selbst einen Torschuss in den Abend zu stellen. Egal. Vom Bauch Pizarros also prallt der Ball ins Netz. Ausgleich Werder. Sieg Pizarro.

Ein Strahlen, heller als jedes Flutlicht

Der sein Glück nicht fassen kann, wie ein Kind strahlt. Man könnte die Flutlichter der BayArena allesamt ausschalten in diesem Moment, allein Pizarros Grinsen würde den Ort nun hell erleuchten. Und er lacht und strahlt, und lacht und strahlt und wedelt mit den Armen, die die Welt umarmen wollen, und darüber gar nicht wissen, wohin mit sich.

Und er rennt dem Ball hinterher, seinem Freund, über die Torlinie ins Netz hinein. Will ihn einsammeln, um ihn zu behalten vielleicht, oder doch eher, um ihn schnell wieder ins Spiel zu bringen. Und er lacht weiter dabei, und strahlt, und vergisst - die Arme rudern noch wie gegen Windmühlen, die das Unglück sind - dann einfach, den Ball an sich zu nehmen.