Zu den Mini-WM-Plänen der Fifa

Die totale Verblendung


Die Fifa trägt sich mit dem Gedanken, eine zusätzliche Mini-Weltmeisterschaft zu etablieren. Das Problem dabei: Der Verband will das Turnier anscheinend wirklich. Langsam wird es traurig.

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25 Milliarden Euro für zwölf Jahre. Das sind 2,083 Milliarden Euro pro Jahr. Das ist der pure Wahnsinn.

25 Milliarden Euro soll es für die Fifa zu verdienen geben, wenn sie die gestern von ihrem Präsidenten in die Welt geblasene Idee einer Mini-WM in die Wirklichkeit übertragen kann. Jeweils acht Nationalmannschaften sollen dann alle zwei Jahre und über einen Zeitraum von einer Woche einen Sieger ermitteln.

Die Überlegungen docken an die schon beschlossene Nations League an, die ab der kommenden Saison ausgetragen wird. Diese soll fortan weltweit stattfinden. Die kontinentalen Sieger würden dann, so der Wille der Fifa, oder der Geldgeber (wo ist da der Unterschied?), das nun geplante »Final 8« unter sich ausmachen.

Alles schlimm genug, außer für die Fifa

25 Milliarden Euro. Woher das Geld kommt? Unklar. Vielleicht aus China, vielleicht aus Saudi-Arabien. So wird zumindest gemunkelt. Gianni Infantino beruft sich auf seine Schweigepflicht. Bezeichnend genug, dass der Präsident eines Verbandes, der den Fußball schützen und pflegen soll, sich dem Diktat der Geldgeber beugt. Selbst wenn es nur um die Informationen darüber geht, wer hinter den Unsummen steckt, durch die der Sport in Richtung Ruin steuert.

Denn das tut er ohnehin. Das Rad ist längst überdreht. Und dass das inzwischen zu einer Floskel verkommen ist, ist schlimm genug. Allein der Fifa reicht das offenbar noch nicht hin. 25 Milliarden Euro.

Alles traurig, außer..

Offiziell ist der Fußballweltverband ein gemeinnütziger Verein. In seinen Statuten heißt es gleich in Paragraph zwei: »Der Zweck der Fifa ist, den Fussball fortlaufend zu verbessern und weltweit zu verbreiten.« Nun könnte man argumentieren, dass eine Mini-WM die weltweite Verbreitung fördern würde. Man könnte aber auch darauf verweisen, dass ein weiteres Turnier angesichts der ohnehin schon eklatanten Überschwemmung an Wettbewerben ganz sicher keine Verbesserung der bestehenden Zustände bedeuten würde.

Man kann es aber auch gleich lassen, jeden Versuch, Verständnis für die Fifa entwickeln zu wollen. Man kann auch gleich angemessen reagieren: Hahaha, ROFL und LOL.

Eine der wenigen erfreulichen Entwicklungen der letzten Zeit hingegen ist das neugewonnene Selbstverständnis der Fans. Derjenigen, die letztlich und gar nicht mal so indirekt hinter den 25 Milliarden stehen, hinter jedem Cent, den die Fifa erhält.