Zu den merkwürdige Aussagen von Uli Hoeneß

Hoffnung und Leid



Da zeigte er Unbeugsamkeit und demonstrative Stärke, als es um die Personalien Thomas Tuchel (»Tuchel hat nie abgesagt, er hat nur vorher in Paris zugesagt.«) und Robert Lewandowski (»Robert Lewandowski hatten wir immer im Griff.«) ging. In Punkten, die vermutlich selbst in München niemanden mehr interessieren, da sie längst durchdekliniert sind.

Vor allem aber äußerte sich Hoeneß erneut zu Mesut Özil. Und mithin in einem Fall, der gerade erst zur Ruhe zu kommen schien. Und mithin auf eine Art, die keinerlei Erkenntnis-Wert hatte und einfach nur wie schlechter Stil daher kam, wie das Nachtreten eines aus seiner Sicht zuvor zu Unrecht nicht gehörten Mahners.

Polemik über Tatsachen



Hoeneß sagte: »Er ist ein gut vermarktetes Produkt, das ihn viel besser darstellt, als er ist. Für mich der einzige große Vorwurf: Wäre Löw häufiger nach London zu Arsenal geflogen und hätte ihn sich vor Ort angeschaut, hätte er ihn wahrscheinlich aus sportlichen Gründen nicht mitgenommen. Dann hätten wir uns das ganze Theater erspart.«



Warum er so eine Abneigung gegen den Spielmacher hegt, warum er die Fakten, die Özil zum Beispiel als einen Rekord-Vorlagen-Geber in der Geschichte der Premier League ausweisen (Mehr zu Özils Statistiken hier >>>) so vehement ignoriert und seine Polemik über Tatsachen stellt, bleibt sein Geheimnis.



Hoffnung und Leid

Özil wird nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen, Hoeneß kann nichts mehr verhindern, wie einst bei Christoph Daum. Er schimpft nur weiter in fragwürdiger Weise einem einzelnem Menschen hinterher, erhebt ihn nur erneut in den Stand einer Zielscheibe. 

Aus der »Abteilung Attacke« ist ein Nachtreter geworden.

Das lässt darauf hoffen, dass die öde Dominanz des FC Bayern auf Sicht zu bröckeln beginnt, da der Vater des Erfolgs sichtbar die Spur verlässt. Wenn es einem angesichts seiner Lebensleistung nicht tatsächlich Leid tun würde.